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08.02.2006

06:50 Uhr

Wissenschaft

Tabakkonzerne vertuschen Schädlichkeit von Zigaretten

Zwei Tabakkonzerne haben Raucher einer kanadischen Studie zufolge hinsichtlich der Schädlichkeit ihrer Zigaretten bewusst getäuscht.

Raucher dpa

Je leichter die Zigarette, desto stärker der Zug? Einer kanadischen Studie zufolge wurden Raucher bewusst getäuscht.

dpa NEW YORK/LONDON. Zwei Tabakkonzerne haben Raucher einer kanadischen Studie zufolge hinsichtlich der Schädlichkeit ihrer Zigaretten bewusst getäuscht.

Nach der am Mittwoch im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlichten Studie stellen die Konzerne British American Tobacco (BAT) und Imperial Tobacco (ITL) Zigaretten her, die bei Standardtests der Tabakindustrie mit einer Rauchermaschine niedrigere Nikotin- und Teerwerte aufweisen. Eigene Studien der Unternehmen hätten jedoch gezeigt, dass die Kunden diesen Effekt ausglichen, indem sie diese Zigaretten besonders intensiv rauchten.

Dennoch hätten die Konzerne damit geworben, dass die Zigaretten weniger schädlich seien und gesundheitsbewussten Rauchern empfohlen werden könnten. Das gehe aus internen Forschungspapieren der Konzerne hervor, berichtete Prof. David Hammond von der kanadischen Universität Waterloo.

Die Dokumente zeigen laut Hammond eine Täuschungs-Strategie. BAT und ITL hätten Produkte entworfen, „die ihre Konsumenten und die Prüfer dahingehend täuschten, dass sie glaubten, diese Produkte seien sicherer oder weniger gefährlich, was sie aber nicht waren“, schreibt Hammond. „Außerdem wird diese Produktstrategie heute noch immer verfolgt.“ Die Forscher kritisierten auch die bei den Standardtests angewandten Messmethoden und Grenzwerte. Sie sollten durch solche ersetzt werden, die den Verbrauchern dienten „anstatt der Tabakindustrie“.

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