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31.01.2007

13:20 Uhr

Wissenschaft

Ungesundes Leben erhöht Schlaganfallrisiko für Kinder

Passivrauchen, Bewegungsmangel und falsche Ernährung erhöhen das Risiko für Schlaganfälle bei Kindern um bis zu 30 Prozent. Für die Entstehung der seltenen Krankheit spielen Faktoren im Haushalt der Eltern eine viel größere Rolle als lange gedacht, sagte Prof.

Zigarettenqualm dpa

Passivrauchen, Bewegungsmangel und falsche Ernährung erhöhen das Risiko für Schlaganfälle bei Kindern.

dpa MüNSTER. Passivrauchen, Bewegungsmangel und falsche Ernährung erhöhen das Risiko für Schlaganfälle bei Kindern um bis zu 30 Prozent. Für die Entstehung der seltenen Krankheit spielen Faktoren im Haushalt der Eltern eine viel größere Rolle als lange gedacht, sagte Prof. Ulrike Nowak-Göttl von der Kinderklinik der Universität Münster am Mittwoch.

Jedes Jahr erleiden in Deutschland 300 bis 700 Kinder einen Schlaganfall, weil ein Gerinnsel ein Blutgefäß im Gehirn verstopft. Ein Drittel der Schlaganfälle trifft Babys noch vor oder kurz nach der Geburt. In Münster führen Ärzte seit 1996 die bundesweite Datenbank und werten die Daten in einer Langzeitstudie aus.

„Gerinnungsfaktoren und der Fettstoffwechsel werden ganz massiv über Haushaltsfaktoren verändert“, sagte Studienleiterin Nowak-Göttl. So sei die Menge bestimmter Cholesterine im Blut zwar einerseits genetisch bedingt, aber auch sehr stark von den Essgewohnheiten abhängig.

Doch auch die Ausstattung mit Eiweißen, die die Blutgerinnung steuern, sei nur für ganz wenige dieser Gerinnungsfaktoren starr genetisch bestimmt. Der Faktor mit dem Namen Antithrombin ist so ein Beispiel: Bildet der Körper den Gerinnungshemmer von Geburt an nur mangelhaft, haben die Kinder lebenslang eine erhöhte Neigung zur Blutverklumpung. Unabhängig von dieser erblichen Belastung jedoch variiert die Menge an Antithrombin im Blut erheblich - je nach Lebensumständen.

Bei Erwachsenen gälten Rauchen und Arterienverkalkung schon lange als Risikofaktoren für Schlaganfälle, sagte Nowak-Göttl. „Doch auch die Kinder bekommen in den Familien alles mit, was da gegessen, geraucht wird und ob man sich viel oder wenig bewegt.“

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