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10.04.2006

12:15 Uhr

Wissenschaft

„Venus-Express“ sendet erstmals Bilder

Zwei Tage nach dem Erreichen der Zielumlaufbahn hat die europäische Raumsonde „Venus Express“ die ersten Bilder von dem lebensfeindlichen Nachbarplaneten gesendet. „Es sind die ersten Aufnahmen, die es überhaupt vom Südpol der Venus gibt.“

'Venus Express' dpa

Der europäischen Raumsonde "Venus Express" steht nach einer 400 Mill. Kilometer langen Reise das heikelste Manöver bevor.

dpa DARMSTADT. Zwei Tage nach dem Erreichen der Zielumlaufbahn hat die europäische Raumsonde „Venus Express“ die ersten Bilder von dem lebensfeindlichen Nachbarplaneten gesendet. „Es sind die ersten Aufnahmen, die es überhaupt vom Südpol der Venus gibt.“

Das sagte Horst Uwe Keller vom Kamera-Team der Esa-Sonde am Donnerstag der dpa in Darmstadt. „Sonst schaut man bei der Venus nur auf eine dicke Dunstschicht, aber mit unserer Kamera erkennen wir Strukturen in den Wolken und ein spiralartiges Band um den Südpol herum.“

Mit Hilfe der Bilder wollen europäische Wissenschaftler mehr über die bislang weitgehend unbekannte Atmosphäre des Planeten erfahren. Die Monitoring-Kamera soll die Venus-Atmosphäre über Monate hinweg kontinuierlich in schneller Folge fotografieren und so Aufschlüsse über die Wolkenbildung und die Klimaentwicklung bringen.

Die wichtigste Frage dabei: Wann und wieso hat sich die Venus zur heißen Hölle mit Treibhauseffekt, hohen Temperaturen und orkanartigen Stürmen entwickelt, obwohl sie der Erde einst sehr ähnlich war. Dadurch erhoffen sich die Wissenschaftler Rückschlüsse auf die Klimaentwicklung auf der Erde. „Es geht aber auch um die Frage, wie groß die Zone im Universum ist, in der Leben überhaupt entstehen kann“, sagte Keller, Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau, das die Kamera entwickelt und gebaut hat.

Der Wirbel am Südpol entsteht durch die schnelle Rotation der Atmosphäre um den bis zu 500 Grad heißen Planeten. „Deutlich sieht man, dass ähnliche Wirbelstrukturen wie am Nordpol auftreten“, sagte Kellers Kollege Dimitri Titov. Die Details müssten aber noch genauer untersucht werden.

Die ersten Aufnahmen seien aus einer Entfernung von 200 000 Kilometern entstanden. „Das entspricht zwei Dritteln der Distanz zwischen Erde und Mond“, sagte Keller. Wenn die Esa-Sonde „Venus Express“ Anfang Mai ihre endgültige Umlaufbahn erreicht hat, wird die Bildqualität vom Südpol drei Mal besser sein als derzeit. „Die Bilder vom Nordpol werden tausend Mal besser sein, weil die Sonde bis auf 200 Kilometer an die Venus heran kommt.“

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