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22.03.2006

22:30 Uhr

Wissenschaft

Zu viel Ozon geht auch dem Sperma auf die Kondition

Bei zu hohen Ozonwerten in der Luft machen auch die Spermien beim Mann schneller schlapp. Das geht aus einer Untersuchung hervor, für die eine US-Medizinerin Samenspenden von Männern über zwei Jahre hinweg untersuchte und mit der jeweiligen Schadstoffbelastung der Luft in Beziehung setzte.

dpa LONDON. Bei zu hohen Ozonwerten in der Luft machen auch die Spermien beim Mann schneller schlapp. Das geht aus einer Untersuchung hervor, für die eine US-Medizinerin Samenspenden von Männern über zwei Jahre hinweg untersuchte und mit der jeweiligen Schadstoffbelastung der Luft in Beziehung setzte.

Rebecca Sokol und Kollegen von der Universität von Südkalifornien in Los Angeles wertete die Spermienqualität von rund 50 Männern aus, die mindestens zehn Mal im Jahr für eine Samenbank gespendet hatten, wie der britische „New Scientist“ (Nr. 2 544, S. 21) berichtet.

Das Ergebnis: Anders als weitere Luftschadstoffe wie Kohlenmonoxid oder Stickoxide beeinträchtigte Ozon tatsächlich die Spermienproduktion. Weil Ozon die Hoden nicht direkt beeinflusst, vermutet Sokol, dass der Luftschadstoff eine Entzündungsreaktion hervorruft oder die Bildung Spermien-schädlicher Substanzen im Blut bewirkt. Sokol betonte allerdings, dass durch das Ozon die Zeugungsfähigkeit eines Mannes mit normaler Spermienzahl nicht beeinträchtigt werde. Untersuchen will sie jedoch, inwieweit das eventuell bei Männern mit generell niedriger Spermienzahl der Fall sein könnte.

Die Originalarbeit ist im Fachblatt „Environmental Health Perspectives“ (Bd. 114, S. 360) veröffentlicht.

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