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10.01.2005

15:45 Uhr

Forschung + Medizin

Wissenschaftler klären Grundlage der Spielsucht auf

Wissenschaftler der Klinik für Neurologie des Universitätskrankenhauses Hamburg-Eppendorf (UKE) haben eine der Grundlagen der Spielsucht im Gehirn aufgeklärt.

Spielautomaten

Auch das Spielen an Spielautomaten kann süchtig machen (Symbolbild).

dpa HAMBURG. Wissenschaftler der Klinik für Neurologie des Universitätskrankenhauses Hamburg-Eppendorf (UKE) haben eine der Grundlagen der Spielsucht im Gehirn aufgeklärt. Ähnlich wie bei anderen Abhängigkeiten wurde vermutet, dass der Spielsucht eine Veränderung des Belohnungssystems im Gehirn (Nucleus accumbens) zu Grunde liegt.

Die Hamburger Wissenschaftler haben nun erstmals eine solche Veränderung nachgewiesen, teilte das UKE mit. Mit Hilfe funktioneller Magnetresonanztomographie konnte die Forschergruppe um Christian Büschetief in das Gehirn von Spielsüchtigen blicken, während diese im Kernspintomographen in eine Art Glücksspiel verwickelt waren. Diese Aufgabe machten auch gesunde Kontrollpersonen.

Beim Vergleich der Hirnaktivitäten beider Gruppen zeigte sich laut UKE bei den Spielsüchtigen im Vergleich zur Kontrollgruppe eine geringere Aktivität des Belohnungssystems. Liege eine zu geringe Aktivierbarkeit dieses Systems durch alltägliche Situationen - wie etwa Essen - zu Grunde, griffen diese Menschen zu stärkeren Belohnungsreizen wie Glücksspiel oder auch Kokain.

Laut UKE sind weltweit 1,6 Prozent aller Menschen von Spielsucht betroffen. Pathologisches Glücksspiel stelle ein großes gesellschaftliches Problem dar. Es komme bei dieser Erkrankung regelmäßig zu Verarmung und sozialen Konflikten.

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