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30.09.2011

14:45 Uhr

Wissenschafts-Preis

Ig-Nobelpreis für Sex mit Bierflaschen

Australische Käfermännchen fliegen auf bestimmte Bierflaschen, weil sie deren Vorwölbungen zum Sex reizen. Für derartige Erkenntnisse gibt einen ganz speziellen Wissenschaftspreis, vergeben von der renommierten Harvard-Universität.

Echte Nobelpreisträger ehren die Gewinner der Ig-Nobelpreise in einer Bühnenshow mit Gesang. Von links nach rechts: Rich Roberts (Medizin; 2005), Roy Glauber (Physik; 2005), Dudley Herschbach (Chemie; 1986), Lou Ignaro (Medizin; 1998), Peter Diamond (Wirtschaft; 2010) and Eric Maskin (Wirtschaft; 2007). dapd

Echte Nobelpreisträger ehren die Gewinner der Ig-Nobelpreise in einer Bühnenshow mit Gesang. Von links nach rechts: Rich Roberts (Medizin; 2005), Roy Glauber (Physik; 2005), Dudley Herschbach (Chemie; 1986), Lou Ignaro (Medizin; 1998), Peter Diamond (Wirtschaft; 2010) and Eric Maskin (Wirtschaft; 2007).

Cambridge/BostonAustralische Käfermännchen fliegen auf bestimmte Bierflaschen, weil sie deren Vorwölbungen zum Sex reizen. Scharfen Meerrettich kann man auch zum Wecken bei Feueralarm nutzen. Für diese und andere mehr oder weniger wichtigen Erkenntnisse wurden an der amerikanischen Harvard-Universität am Donnerstagabend zehn Ig-Nobelpreise verliehen. Die Preise, die es seit 21 Jahren gibt, sollen erst „zum Lachen, dann zum Denken anregen“. Ihre Verleihung wird alljährlich mit einer Party begangen, zu der nicht nur die meisten Geehrten anreisen, sondern auch immer wieder viele echte Nobelpreisträger.

In diesem Jahr wurde unter anderem der vergebliche Versuch ausgezeichnet, Schildkröten zum Gähnen zu bringen (Preis für Physiologie). Ferner ging es um die Fragen, warum Menschen seufzen (Psychologie), und warum Hammerwerfern nicht schwindlig wird (Physik).

Gewinner der Ig-Nobelpreise in den vergangenen Jahren

2010, Frieden

Richard Stephens, John Atkins und Andrew Kingston für die Bestätigung, dass Fluchen Schmerzen lindert.

2009, Frieden

Stephan Bolliger, Steffen Ross, Lars Oesterhelweg, Michael Thali und Beat Kneubuehl für die Untersuchung, ob es besser ist, eine volle oder eine leere Bierflasche auf den Kopf geschlagen zu bekommen (Ergebnis: eine volle).

2008, Biologie

Marie-Christine Cadiergues, Christel Joubert und Michel Franc für die Entdeckung, dass Hundeflöhe höher springen als Katzenflöhe.

2007, Medizin

Brian Witcombe und Dan Meyer für die Arbeit über die gesundheitlichen Folgen des Schwertschluckens.

2006, Mathematik

Nic Svenson und Piers Barnes für die Berechnung der Anzahl an Fotos, die aufgenommen werden müssen, um sicherzustellen, dass (fast) niemand in einer Gruppe die Augen geschlossen hat.

2005, Medizin

Gregg A. Miller für die Erfindung von künstlichen Hundehoden in drei Größen.

2004, Psychologie

Daniel Simons und Christopher Chabris für die Demonstration, dass Menschen wichtige Dinge übersehen, wenn sie etwas anderem Aufmerksamkeit widmen - sogar einen Mann in einem Gorillakostüm.

2003, Biologie

C. W. Moeliker für den ersten dokumentierten Fall von homosexueller Nekrophilie bei der Stockente.

2002, Interdisziplinäre Forschung

Karl Kruszelnicki für seine Studie über Bauchnabelfussel.

2001, Physik

David Schmidt für seine Untersuchung, warum Duschvorhänge nach innen fallen.

2000, Psychologie

David Dunning und Justiz Kruger für die Studie „Ungebildet und ahnungslos: Wie Schwierigkeiten, die eigene Inkompetenz wahrzunehmen, zu übersteigerter Selbsteinschätzung führen“.

Auch für die Erkenntnis, dass Autofahren mit übervoller Blase vielleicht verboten werden, sollte, gab es einen Preis. Der Neurologe Peter Snyder und seine Kollegen fanden heraus, dass eine zum Bersten gefüllte Blase die Aufmerksamkeitsspanne und die Entscheidungsfähigkeit ähnlich stark herabsetzt wie ein niedriger Alkoholspiegel im Blut oder 24 Stunden Schlafentzug.

„Wenn die Menschen einen Punkt erreichen, an dem sie es vor lauter Schmerzen nicht mehr aushalten können, dann ist das, wie betrunken zu sein“, sagte Snyder von der Brown Universität in Rhode Island.Snyder und seine Kollegen hatten Spaß bei der Arbeit. Sie kürten sogar einen Blasen-Champion. Gewinner war der australische Forscher David Darby, der es drei Stunden aushielt, ohne zur Toilette zu gehen.

Kommentare (1)

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Wissender

01.10.2011, 10:46 Uhr

Wie man Schildkröten zum Gähnen bringt? Ist doch ganz einfach:

man spielt ihnen Reden von Westerwelle, Frau Mörkel, dem Lügner im Rollstuhl, Niebel, dem Weinköniginnenverkoster und Obernuschler und ein paar anderen Politclowns vor.

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