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27.09.2016

11:43 Uhr

Wolken über Jupitermond Europa

Ein Top-Kandidat für außerirdisches Leben

Unter dem Eis des Jupitermonds Europa vermuten Forscher einen Ozean, der Leben beherbergen könnte. Jetzt hat das Hubble-Teleskop mögliche Wasserwolken über dem Mond entdeckt. Können sie helfen, Europas Rätsel zu lösen?

Die Illustration zeigt, wie ein Geysir-Ausbruch auf Europa aussehen könnte. Solche Eruptionen könnten für die Wolken über dem Jupitermond verantwortlich sein. K. Retherford, Southwest Research Institute

Geysir auf Europa

Die Illustration zeigt, wie ein Geysir-Ausbruch auf Europa aussehen könnte. Solche Eruptionen könnten für die Wolken über dem Jupitermond verantwortlich sein.

BerlinDas Weltraumteleskop Hubble hat Wolkenformationen über dem vereisten Jupitermond Europa ins Visier genommen – und dabei neue Hinweise auf einen möglicherweise lebensfreundlichen Ozean unter dem Eispanzer des Mondes gefunden. Bei den Wolken handele sich offenbar um Wasser, das von Geysiren unter der vereisten Oberfläche bis zu 200 Kilometer hoch ins All geschleudert werde, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Montag (Ortszeit) mit.

Falls sich dies bestätige, könnte Europa nach Spuren von Leben untersucht werden, ohne die Eisoberfläche durchdringen zu müssen, sagte William Sparks vom Space Telescope Science Institute in Baltimore. Der Mond gilt laut Nasa als einer der „Top-Kandidaten“ für die Existenz von Leben außerhalb der Erde. Unter seiner Eisschicht vermuten Wissenschaftler einen salzwasserhaltigen Ozean, der lebensfreundliche Bedingungen bieten könnte.

Jupiter und seine Monde

Größe

Jupiter ist der mit Abstand größte Planet unseres Sonnensystems und nach Sonne, Mond und Venus das hellste Objekt am Himmel. Jupiters Durchmesser beträgt etwa 143.000 Kilometer. Zum Vergleich: Der Erddurchmesser liegt bei knapp 13.000 Kilometer.

Umlaufzeit

Für einen Umlauf um die Sonne braucht Jupiter fast zwölf Erdenjahre, für eine Drehung um die eigene Achse aber weniger als zehn Erdenstunden.

Aussehen

Durch das Teleskop betrachtet bietet Jupiter einen fantastischen Anblick: Der überwiegend aus Wasserstoff und Helium bestehende Gasplanet ist von dunklen Streifen überzogen, die parallel zum Äquator verlaufen.

Monde

Jupiter hat mehrere Dutzend Monde, die bekanntesten sind die vier von Galileo Galilei bereits im Jahr 1610 entdeckten: Io, Europa, Ganymed und Kallisto.

Die Wolken am Südrand des Mondes hatte Hubble schon vor vier Jahren entdeckt. Sie wurden aber erst jetzt näher in Augenschein genommen. Bei insgesamt drei von zehn Gelegenheiten binnen 15 Monaten hätten die Wissenschaftler die mutmaßlichen Geysire erspäht, sagte Sparks. Dies deute darauf hin, dass die Eruptionen mit Unterbrechungen stattfänden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich dabei tatsächlich um Wasserdampf-Fontänen handelt, bezeichnete Sparks als sehr hoch. Es seien aber weitere Beweise nötig, entweder durch Hubble-Aufnahmen oder durch andere Beobachtungsgeräte. Sollte sich die Existenz der Geysire bestätigen, ließe sich durch eine genauere Untersuchung der aufsteigenden Wasserwolken möglicherweise die Zusammensetzung des Ozeanwassers mit erforschen.

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