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02.09.2011

14:54 Uhr

Wollnashörner

Dickes Fell – schon vor der Eiszeit

Quelle:Zeit Online

Forscher haben in Tibet Knochen einer neuen Wollnashornart entdeckt. Das ausgestorbene Zotteltier revidiert die bisherige Theorie zur Auswirkung der Eiszeit.

Das tibetische Wollnashorn nutzte sein Horn, um den Schnee beiseite zu schieben und so an die Pflanzen darunter zu gelangen. Julie Naylor

Das tibetische Wollnashorn nutzte sein Horn, um den Schnee beiseite zu schieben und so an die Pflanzen darunter zu gelangen.

HamburgEs ist groß, ziemlich schwer, recht zottelig und unheimlich alt: Coelodonta thibetana, eine bis dato unbekannte Nashornart. Fossile Knochen brachten ein internationales Forscherteam um den Chinesen Tao Deng auf die Spur des längst ausgestorbenen Wollnashorns, das vor etwa 3,7 Millionen Jahren in der tibetische Hochebene gelebt haben soll.

Doch es ist nicht allein die Neuentdeckung der Art, über die die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Science berichten. Denn Aussehen, Fundort und Alter des wolligen Nashorns widersprechen der bisher gängigen Theorie über die Evolution der Dickhäuter.

Die längst ausgestorbenen Wollnashörner waren sehr groß, hatten ein langes, dickes Fell und ein abgeflachtes Horn zum Schneeschieben. Bislang ging man davon aus, dass sich diese Kältefestigkeit erst während der Eiszeit als vorteilhaft erwies. Aber die Wollnashörner haben laut den Altersbestimmungen der Forscher bereits im Pliozän – also 1,2 Millionen Jahre vor Beginn der Eiszeit im Pleistozän – im Südwesten Tibets in Gebirgsausläufern des Himalayas gelebt.

Basierend auf diesen Ergebnissen schlagen die chinesischen Paläontologen eine neue Theorie vor: Wegen der ohnehin sehr kalten Winter in der tibetischen Hochebene hat sich bei den dort lebenden Tieren bereits vor der Eiszeit das lange Fell und die enorme Körpermasse durchgesetzt. So ausgestattet waren sie besser als andere Tiere auf die Eiszeit vorbereitet, konnten deswegen überleben und sich sogar im Lebensraum der Mammute, in der eurasischen Steppe ausbreiten.

Diese Theorie passt auch zu weiteren Nashorn-Funden im asiatischen Raum. Denn Coelodonta thibetana weißt nur die grundlegenden Eigenschaften der Wollnashorn-Familie auf, während die drei weiteren Arten nicht nur jünger datiert werden, sondern auch ein deutlich differenzierter aufgebautes Skelett haben.

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