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23.06.2016

10:23 Uhr

Zeckengefahr steigt

Wohlfühlklima für lästige Blutsauger

Nicht nur Mücken lieben warmfeuchtes Klima, auch ein anderer Blutsauger hat aktuell Hochkonjunktur: Zecken lauern auf Gräsern und Büschen, sie können gefährliche Krankheiten übertragen. So schützen Sie sich.

Das warme und feuchte Klima der vergangenen Wochen bekommt den Blutsaugern besonders gut. dpa

Zeckenwarnung

Das warme und feuchte Klima der vergangenen Wochen bekommt den Blutsaugern besonders gut.

BerlinDerzeit herrscht in Deutschland Wohlfühlklima für Zecken: Die kleinen Blutsauger lieben es warm und feucht. Sie lauern bevorzugt im Wald auf Gräsern und Büschen, aber auch oft im heimischen Garten. Spaziergänger und spielende Kinder sollten sich vor Zeckenbissen schützen, denn die Spinnentiere können Krankheiten übertragen. Was man über die Zeckengefahr wissen muss.

Wo sind Zecken aktiv?

Zecken lauern in Wäldern und Parks, aber auch im heimischen Garten auf Gräsern, Farnen oder Sträuchern. Vorbeilaufende Tiere oder Menschen streifen die Blutsauger ab, die sich dann an weichen Hautpartien wie Kniekehlen, unter den Armen oder am Haaransatz festbeißen.

Mit Hilfe ihres mit Widerhaken versehenen, stachelartigen Mundwerkzeugs bohren sie sich in die Haut, um Blut zu saugen. Dabei kann es zur Übertragung gefährlicher Krankheitserreger kommen.

Welche Krankheiten können Zecken übertragen?

Am häufigsten wird die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose übertragen, die Nervensysteme und Gelenke schädigen kann und an der jährlich mindestens 60.000 Menschen in Deutschland neu erkranken. Treten binnen vier Wochen grippeähnliche Symptome, Fieber, Lymphknotenschwellungen oder die sogenannte Wanderröte auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Sonst drohen noch nach Jahren Spätfolgen. Früh erkannt, lässt sich die Infektion aber gut mit Antibiotika behandeln.

Zecken können auch den Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen, einer virusbedingten Hirnhautentzündung. Die Erkrankung beginnt ebenfalls ähnlich wie eine Grippe, in vielen Fällen ist die Krankheit mit dem Abklingen dieser Symptome bereits überstanden. Bei etwa 10 Prozent der Betroffenen kommt es jedoch zu einer gefährlichen Entzündung des zentralen Nervensystems.

Die Zecke beißt zu – was ist zu tun?

Hat sich eine Zecke festgebohrt, sollte sie möglichst schnell, am besten mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange, herausgedreht und die Bissstelle desinfiziert werden. Aber Vorsicht: Das Tier nicht quetschen oder mit Öl, Klebstoff oder anderen Chemikalien abtöten. Denn im Todeskampf entleert die Zecke ihren Mageninhalt in die Haut, dadurch steigt die Infektionsgefahr. Handelsübliche Antizeckenmittel schützen, wenn überhaupt, nur kurze Zeit.

Wie hoch ist das Risiko einer Erkrankung?

Borrelien werden erst etwa 24 Stunden, nachdem die Zecke zu saugen beginnt, übertragen. FSME-Viren hingen bereits zu Beginn. Allerdings sind selbst in den FSME-Risikogebieten nur wenige Zecken infiziert – im Schnitt 0,1 bis 3,4 Prozent. Studien zufolge tritt bei etwa fünf Prozent der gebissenen Menschen eine Lyme-Borreliose auf. Nur ein sehr kleiner Teil der Infizierten, rund ein Prozent, entwickelt Krankheitssymptome.

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