Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.02.2016

13:41 Uhr

Zika-Epidemie

Auch Kambodscha macht mobil gegen Mücken

Die rasante Ausbreitung des Zika-Virus in Lateinamerika wird in Asien mit Sorge verfolgt, denn auch dort ist die Überträgermücke heimisch. In Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh rücken nun die Mückenjäger aus.

Helfer suchen nach Brutstätten der Überträgermücken. dpa

Zika-Bekämpfung in Kambodscha

Helfer suchen nach Brutstätten der Überträgermücken.

BerlinAus Sorge vor einer Ausbreitung des Zika-Virus machen die Gesundheitsbehörden in Kambodscha gegen Mücken mobil. In der Hauptstadt Phnom Penh, einem beliebten Ziel von Südostasien-Urlaubern, sammelten Arbeiter am Donnerstag Mückenlarven ein und legten Eiablageplätze trocken.

Auch in Wohnhäusern und Gärten rückten sie mit langen Rohren an, um Gelbfiebermücken (Aedes aegypti) einzusaugen, die unter anderem Zika-Viren übertragen. Ähnliche Einsätze gibt es in anderen Ländern der Region wie Thailand, Malaysia und Singapur.

Das Zika-Virus steht im Verdacht, Schädelfehlbildungen bei Kindern im Mutterleib auszulösen. Die Babys kommen mit einem zu kleinen Schädel auf die Welt. Einen eindeutigen Beweis, dass der Erreger für die sogenannte Mikrozephalie verantwortlich ist, gibt es aber noch nicht. Das Virus, das 1947 im Zika-Wald in Uganda entdeckt worden war, hat sich in den vergangenen Monaten in großen Teilen Lateinamerikas ausgebreitet.

Das Zika-Virus

Das Virus

Das Zika-Virus wurde erstmals 1947 bei einem Affen aus dem Zikawald im afrikanischen Uganda festgestellt. Es tauchte anschließend vereinzelt auch in Asien auf und wurde wiederholt bei heimkehrenden Touristen nachgewiesen.2007 wurde Zika im Pazifikraum (Mikronesien) festgestellt, einen größeren Ausbruch gab es 2013/2014 in Französisch-Polynesien.

Der Überträger

Das Zika-Virus wird durch Aedes-Stechmücken auf den Menschen übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bislang nicht beobachtet.

Der Ausbruch

Seit 2015 beobachten Mediziner einen massenhaften Ausbruch, der in Brasilien seinen Anfang nahm und inzwischen ganz Lateinamerika betrifft.

Die Symptome

Zu den klassischen Symptomen einer Zika-Virus-Infektion zählen Hautausschlag und leichtes Fieber, seltener Erbrechen und Kopfschmerzen. Infektionen verlaufen meist mild, der Hautausschlag klingt üblicherweise nach etwa einer Woche ab, die anderen Symptome früher.

Die Gefahr

Es besteht der Verdacht, dass Zika-Infektionen von Schwangeren zu Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen führen können. In Brasilien wurden in den vergangenen Monaten rund 3900 Fälle der sogenannten Mikrozephalie registriert, eines zu kleinen Schädelvolumens bei Neugeborenen. In sechs Fällen hatten Schwangere sich mit Zika infiziert, bei Hunderten weiteren Fällen besteht ein entsprechender Verdacht.

Die Bekämpfung

Ein Impfstoff gegen das Virus existiert nicht, die Bekämpfung zielt daher auf den Überträger, die Aedes-Stechmücke. Mückenbekämpfungs-Programme wie jetzt Brasilien sind ein Weg, ein anderer ist der persönliche Schutz: Wer in Zika-gefährdete Regionen reist, sollte lange, bedeckende Kleidung tragen, freie Hautflächen mit Mückenschutzmitteln schützen und in mit Insektengittern gesicherten Räumen oder unter Moskitonetzen schlafen. Schwangeren rät das Auswärtige Amt inzwischen von Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen ab.

In Kambodscha ist das Zika-Virus seit langem bekannt. Bislang haben die Behörden bei Infizierten aber keine bleibenden Gesundheitsschäden festgestellt. Die Symptome wie Fieber sowie Muskel- und Kopfschmerzen sind normalerweise mild und verschwinden nach zwei bis sieben Tagen. Nicht jeder erkrankt überhaupt daran.

Das Gesundheitsministerium rief die Menschen dennoch auf, sich mit Mückenspray zu schützen und unter Moskitonetzen zu schlafen. Am Montag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen der raschen Verbreitung von Zika in Amerika einen globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×