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03.02.2016

08:00 Uhr

Zika-Epidemie

Brasiliens Kampf gegen das Virus

VonAlexander Busch

Sommerferien, Karneval, Olympische Spiele – schöne Aussichten für die Brasilianer. Wäre da nicht das Zika-Virus. Die Regierung sucht nach Wegen, um die Epidemie einzudämmen. Und setzt dabei nicht nur auf das Militär.

Zika-Virus breitet sich aus

Gefährdet das Zika-Virus die Olympischen Spiele?

Zika-Virus breitet sich aus: Gefährdet das Zika-Virus die Olympischen Spiele?

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SalvadorEnde der Sommerferien, der Karneval steht vor der Tür – auf den ersten Blick scheint in Brasilien der in diesen Wochen übliche, überdrehte Alltag zu herrschen: Die Flughäfen und Busbahnhöfe sind überfüllt von hunderttausenden Reisenden, die sich aus dem Inland aufmachen in die Karnevalshochburgen Rio de Janeiro, Salvador und Recife. Weil der Karneval dieses Jahr früh im Jahr beginnt, finden seit Wochen überall im Land schon Massenveranstaltungen mit Musik und Tanz statt.

Der schwache Real hat dazu geführt, dass die Brasilianer die Ferientage über den Karneval nicht mehr für Reisen ins Ausland nutzen, sondern in Brasilien feiern. Miami, Paris oder New York sind zu teuer geworden. So sind selbst in Salvador und Recife, den Karnevalszentren im brasilianischen Nordosten, die Hotels weitgehend ausgebucht.

Das Zika-Virus

Das Virus

Das Zika-Virus wurde erstmals 1947 bei einem Affen aus dem Zikawald im afrikanischen Uganda festgestellt. Es tauchte anschließend vereinzelt auch in Asien auf und wurde wiederholt bei heimkehrenden Touristen nachgewiesen.2007 wurde Zika im Pazifikraum (Mikronesien) festgestellt, einen größeren Ausbruch gab es 2013/2014 in Französisch-Polynesien.

Der Überträger

Das Zika-Virus wird durch Aedes-Stechmücken auf den Menschen übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bislang nicht beobachtet.

Der Ausbruch

Seit 2015 beobachten Mediziner einen massenhaften Ausbruch, der in Brasilien seinen Anfang nahm und inzwischen ganz Lateinamerika betrifft.

Die Symptome

Zu den klassischen Symptomen einer Zika-Virus-Infektion zählen Hautausschlag und leichtes Fieber, seltener Erbrechen und Kopfschmerzen. Infektionen verlaufen meist mild, der Hautausschlag klingt üblicherweise nach etwa einer Woche ab, die anderen Symptome früher.

Die Gefahr

Es besteht der Verdacht, dass Zika-Infektionen von Schwangeren zu Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen führen können. In Brasilien wurden in den vergangenen Monaten rund 3900 Fälle der sogenannten Mikrozephalie registriert, eines zu kleinen Schädelvolumens bei Neugeborenen. In sechs Fällen hatten Schwangere sich mit Zika infiziert, bei Hunderten weiteren Fällen besteht ein entsprechender Verdacht.

Die Bekämpfung

Ein Impfstoff gegen das Virus existiert nicht, die Bekämpfung zielt daher auf den Überträger, die Aedes-Stechmücke. Mückenbekämpfungs-Programme wie jetzt Brasilien sind ein Weg, ein anderer ist der persönliche Schutz: Wer in Zika-gefährdete Regionen reist, sollte lange, bedeckende Kleidung tragen, freie Hautflächen mit Mückenschutzmitteln schützen und in mit Insektengittern gesicherten Räumen oder unter Moskitonetzen schlafen. Schwangeren rät das Auswärtige Amt inzwischen von Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen ab.

Das erstaunt: Denn gerade in dieser Region hat der berüchtigte Zika-Virus am stärksten zugeschlagen. Der Großteil der geschätzt zwischen 0,5 und 1,5 Millionen Infizierungen soll es dort gegeben haben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen des in Südamerika grassierenden Zika-Virus den weltweiten Gesundheitsnotstand ausgerufen, um dessen Verbreitung einzudämmen. Endlich scheinen auch in Brasilien die Behörden aufgewacht zu sein.

Hinter den Kulissen sucht die Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff fieberhaft nach Wegen, um die Epidemie einzugrenzen. Die wegen ihrer schwachen Politik, der vielen Korruptionsfälle und schweren Wirtschaftskrise unbeliebte Präsidentin sieht die Epidemie als vielleicht letzte Chance doch noch durch ein beherztes Krisenmanagement den Karren herauszureißen.

Doch das wird schwierig, denn die Folgen der Epidemie sickern erst langsam ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Nach allem, was man bisher weiß, bedroht das Virus vor allem Schwangere: Sie laufen Gefahr, Kinder mit schweren Schädelfehlbildungen zur Welt zu bringen. Endgültig wissenschaftlich bewiesen ist das noch nicht, doch die Hinweise sind erdrückend.

Erster Fall in Texas: US-Behörden melden Zika-Infektion durch Sex

Erster Fall in Texas

US-Behörden melden Zika-Infektion durch Sex

Das Zika-Virus überträgt sich durch Mückenstiche. Doch nun steht fest: Eine Infektion ist auch durch Sex möglich. Der US-Staat Texas meldet den ersten Fall. Damit bestätigt sich ein von Forschern lang gehegter Verdacht.

Mittlerweile haben die brasilianischen Behörden mehr als 4000 Verdachtsfälle der sogenannten Mikrozephalie bei Neugeborenen registriert. Wie viele davon tatsächlich mit dem Zika-Virus im Zusammenhang stehen, ist noch unklar, doch ein Zusammenhang zwischen Zika und Mikrozephalie wird immer wahrscheinlicher. Da Zika in Brasilien erst im Mai letzten Jahres überhaupt als Epidemie festgestellt wurde, ist zu befürchten, dass die Zahl der Babys mit Fehlbildungen des Gehirns in den nächsten Wochen und Monaten weiter steigen wird.

Kommentare (2)

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03.02.2016, 09:12 Uhr

Jetzt hat die WHO also wieder einmal einen Gaul (Virus) gefunden auf dem diese die Pharmalobby beglücken darf.
Dieser Zika-Virus ist genauso gefährlich oder ungefährlich wie die Malaria. Die Fehlbildung bei den Geburten kommen nicht von diesen Mücken Virus. Das ist ausgeschlossen. Da haben diese Schwangeren Frauen Medikamente in ihrer Schwangerschaft erhalten, die diese Fehlbildung erst ermöglichten.
So zu sagen eine ganz große Sauerei der Pharmaindustrie. Die jetzt auch noch das große Geschäft beim WHO Skandal Virus Zika wittert.
Einfach nur noch erbärmlich diese WHO, Medien und Industrie Verlogenheit.

Account gelöscht!

03.02.2016, 09:59 Uhr

Es gibt dazu einen interessanten Artikel auf epochtimes.

Siehe: http://www.epochtimes.de/gesundheit/neugeborenen-mikrozephalie-durch-impfungen-a1303660.html

Dort wird die Vermutung in den Raum gestellt, daß die Fehlbildungen bei Neugeborenen von einer breit angelegte Impfkampagne für Schwangere (!) verursacht sein könnten. Ich bin zwar kein Mediziner, aber ich werde äußerst mißtrauisch, wenn ich höre, daß eine staatliche Gesundheitsbehörde allen Ernstes Impfungen bei schwangeren Frauen in die Wege leitet. Haben sie noch nie etwas von Contergan gehört?

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