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05.02.2016

18:18 Uhr

Zika-Epidemie

Virus in Urin und Speichel nachgewiesen

Lange galt das Zika-Virus als fast ausschließlich durch Mückenstiche übertragbar. Nun wiesen es brasilianische Forscher in Speichel und Urin nach. In den USA wurde eine Ansteckung durch sexuellen Kontakt bestätigt.

In Brasilien haben Forscher das Virus erstmals in Urin und Speichel nachgewiesen. dpa

Zika-Virus

In Brasilien haben Forscher das Virus erstmals in Urin und Speichel nachgewiesen.

Rio de JaneiroEin brasilianisches Forschungsinstitut hat nach eigenen Angaben das Zika-Virus in Urin und Speichel nachgewiesen. Bisher wurde davon ausgegangen, dass das Virus fast ausschließlich durch Mückenstiche übertragen wird. Der Leiter des Instituts, Paulo Gadelha, sagte am Freitag auf einer Pressekonferenz in Rio, die Fähigkeit des Virus', Menschen über Körperflüssigkeiten zu infizieren, müsse noch weiter erforscht werden.

Vor allem aber schwangeren Frauen müsse zu noch strengeren Sicherheitsvorkehrungen geraten werden, sagte er weiter. Brasilianische Wissenschaftler haben auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Zika-Infektionen und einer schweren Schädelfehlbildung bei Neugeborenen hingewiesen, die in letzter Zeit vermehrt in dem südamerikanischen Land aufgetreten ist. In den USA war diese Woche ein erster Fall einer Zika-Infektion durch Sex bestätigt worden.

Das Zika-Virus

Das Virus

Das Zika-Virus wurde erstmals 1947 bei einem Affen aus dem Zikawald im afrikanischen Uganda festgestellt. Es tauchte anschließend vereinzelt auch in Asien auf und wurde wiederholt bei heimkehrenden Touristen nachgewiesen.2007 wurde Zika im Pazifikraum (Mikronesien) festgestellt, einen größeren Ausbruch gab es 2013/2014 in Französisch-Polynesien.

Der Überträger

Das Zika-Virus wird durch Aedes-Stechmücken auf den Menschen übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bislang nicht beobachtet.

Der Ausbruch

Seit 2015 beobachten Mediziner einen massenhaften Ausbruch, der in Brasilien seinen Anfang nahm und inzwischen ganz Lateinamerika betrifft.

Die Symptome

Zu den klassischen Symptomen einer Zika-Virus-Infektion zählen Hautausschlag und leichtes Fieber, seltener Erbrechen und Kopfschmerzen. Infektionen verlaufen meist mild, der Hautausschlag klingt üblicherweise nach etwa einer Woche ab, die anderen Symptome früher.

Die Gefahr

Es besteht der Verdacht, dass Zika-Infektionen von Schwangeren zu Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen führen können. In Brasilien wurden in den vergangenen Monaten rund 3900 Fälle der sogenannten Mikrozephalie registriert, eines zu kleinen Schädelvolumens bei Neugeborenen. In sechs Fällen hatten Schwangere sich mit Zika infiziert, bei Hunderten weiteren Fällen besteht ein entsprechender Verdacht.

Die Bekämpfung

Ein Impfstoff gegen das Virus existiert nicht, die Bekämpfung zielt daher auf den Überträger, die Aedes-Stechmücke. Mückenbekämpfungs-Programme wie jetzt Brasilien sind ein Weg, ein anderer ist der persönliche Schutz: Wer in Zika-gefährdete Regionen reist, sollte lange, bedeckende Kleidung tragen, freie Hautflächen mit Mückenschutzmitteln schützen und in mit Insektengittern gesicherten Räumen oder unter Moskitonetzen schlafen. Schwangeren rät das Auswärtige Amt inzwischen von Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen ab.

Von

ap

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