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25.06.2012

08:28 Uhr

Freie Kommunikation

Eine App für die Meinungsfreiheit

Es gibt für fast alles eine App - auch für Meinungsfreiheit. Eine US-Initiative will Dissidenten die freie Kommunikation ermöglichen, indem sie das zensierte Internet umgeht.

Ägyptische Demonstranten recken triumphierend ihre Mobiltelefone in die Luft: Flashmob als Mittel der Revolution. Quelle: dapd

Ägyptische Demonstranten recken triumphierend ihre Mobiltelefone in die Luft: Flashmob als Mittel der Revolution.

Washington"Es gibt für fast alles eine App" - so lautet der Werbeslogan des Konzernriesen Apple, mit dem er die Vorzüge moderner Kommunikationstechnologie anpreist. In Zukunft soll ein solches Mini-Programm für Smartphones oder Tablet-Computer auch mehr Meinungsfreiheit auf dieser Welt ermöglichen, vor allem in autoritär regierten Staaten.

Daran, dass diese Idee Wirklichkeit wird, arbeitet derzeit die US-Initiative Commotion Wireless (drahtloser Aufruhr). Schon Anfang kommenden Jahres könnte die Software fertig sein und Verbreitung finden, sagt der Projektchef Sascha Meinrath von der US-Denkfabrik "New America Foundation".

Der Gedanke hinter dem Projekt ist einfach: Wenn Regierungen das Internet zensieren oder nutzen können, um Kritiker aufzuspüren, sollte das Internet umgangen werden. Commotion Wireless wird deswegen speziell mit Blick auf Dissidenten konstruiert als "sichere und verlässliche Plattform, die gewährleistet, dass deren Kommunikation nicht durch autoritäre Regime kontrolliert oder unterbrochen werden kann", wie es in den Leitlinien des Projekts heißt.

Zwar spielen soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter bei Volkserhebungen wie im Arabischen Frühling eine wichtige Rolle, doch werden diese umgekehrt auch von Regierungen im Kampf gegen Kritiker und Protestbewegungen genutzt. Um der staatlichen Kontrolle zu entgehen, soll es die Commotion-Software ermöglichen, mit digitalen Geräten verschiedener Art ein Alternativ-Netzwerk zu knüpfen. Für die Nutzung kommen neben Smartphones oder Notebooks auch Internet-Router für drahtlose Netzwerke zu Hause in Frage. "Das Netzwerk wird nicht auf einem Gerätetyp alleine leben", sagt der Projekt-Mitarbeiter Preston Rhea.

Kommentare (3)

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25.06.2012, 09:02 Uhr

Wie praktisch, bestimmt mit direkter Weiterleitung zu den zuständigen Behörden. So kann im Falle einer Demonstration schon frühzeitig mit Sicherheitsmaßnahmen zur Eindämmung möglicher Ausschreitungen begonnen werden.

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25.06.2012, 10:39 Uhr

Na dann fangt damit mal bei der deutschen Medienwelt an.
Sobald man was schreibt, was rechts von der Mitte ist, werden Kommentare oft gelöscht. Ob WeltOnline, FAZ, Spiegel, Focus fast überall zensieren linke Moderatoren. Was nicht ins Weltbild paßt, fliegt raus.
Als EX-DDR´ler kommt mir das irgendwie bekannt vor... .

Account gelöscht!

03.07.2012, 13:51 Uhr

Wow, das hört sich echt interessant an! Zumal Kommunikation in Zukunft immer wichtiger werden wird http://www.theeuropean.de/franz-josef-radermacher/11508-vernetzte-zukunft-des-menschen

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