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23.01.2015

17:09 Uhr

Freizeit der Zukunft

Wie wir unseren Feierabend verbringen werden

VonLisa Hegemann

Das Smartphone ist immer dabei und wird künftig auch die Regeln der Freizeit bestimmen. Handelsblatt Online wagt in einer Serie einen Blick in die Zukunft – und verändert sich selbst.

Getty Images

DüsseldorfEs ist das erste Date, und während sie redet, spielt er Minesweeper. Ihr fällt seine Unaufmerksamkeit nicht weiter auf, denn er guckt trotzdem in ihre Richtung – weil er nicht auf seinem Smartphone oder Tablet spielt, sondern auf seiner Brille. Google Glass hilft ihm auch herauszufinden, dass sie Hunde mag und die entsprechenden Witze zum Thema machen zu können.

Das Video, das auf Youtube kursiert und eine fiktive Datingsituation darstellt, zeigt nur ein kleines Beispiel dafür, wie sich unsere Freizeit verändert hat und verändern wird. Auch, wenn es Google Glass bald nicht mehr in seiner jetzigen Form geben wird, macht der Konkurrent Microsoft deutlich, dass es in diese Richtung weitergehen wird. Entscheidend wird das nicht nur für das erste Date.

Wir treffen uns in unserer Freizeit auch mit Freunden, machen Sport, gehen auf Konzerte, ins Theater, ins Stadion. Neue Produkte werden auch das Joggen, den Besuch im Fußballstadion, das Wäschewaschen und das Lichtausschalten verändern. Der Alltag als Ganzes bekommt ein neues Gesicht.

Smart Home - Das schlaue Zuhause

Ein Begriff, viele Szenarien

Alle reden drüber, aber nicht alle meinen dasselbe: Smart Home ist ein populäres Thema in der  Elektronikbranche. Immer mehr Firmen bringen eigene Lösungen auf den Markt. Die Berater von Deloitte unterscheiden vier Kategorien.

Die eigenen vier Wände im Blick

Viele Lösungen ermöglichen es, Licht und Rollläden automatisch zu steuern. Hinzu kommen Sicherheitsfunktionen wie vernetzte Feuermelder und Sicherheitskameras. Die Auswahl ist bereits groß.

Platz für die Daten

Auch Speichersysteme für Computer und Smartphone zählen die Deloitte-Experten zum Smart Home. Auf diesen Miniservern können Nutzer ihre Daten, aber auch Filme und Musik ablegen und von überall aus im Haus darauf abrufen. 

Hilfe für die Oma

Smart-Home-Systeme können die Pflege älterer Menschen erleichtern, etwa mit einem Hausnotruf. Geräte für die Ferndiagnose sollen bei der Betreuung von Kranken helfen. Für den Bereich Pflege und Gesundheit gibt es bereits etliche Anwendungen. 

Energie und Geld sparen

Licht und Heizung aus, wenn man rausgeht: Intelligente Systeme können für mehr Energieeffizienz sorgen. Perspektivisch könnte auch der Trockner automatisch anspringen, wenn Strom billig ist. Angesichts der hohen Komplexität sei der Bereich "Smart Energy" aber am Anfang, so  Deloitte. 

Komplettpaket oder Standard?

Schon jetzt gibt es Anbieter, die kaufkräftigen Kunden eine Wunschlos-Glücklich-Lösung einbauen – Deloitte definiert das als Luxussegment. Zunehmend kommen aber Pakete auf den Markt, mit denen Käufer relativ günstig smarte Funktionen nachrüsten können.

Dass unser Leben immer digitaler werden wird, dafür muss man noch nicht mal in die Zukunft schauen: Smart Homes sind technisch schon heute möglich und beginnen langsam, sich auf dem Markt zu etablieren. Ende 2013 gab es in Deutschland laut einer Deloitte-Studie bereits 315.000 vernetzte Haushalte, im Jahr 2020 sollen es eine Million sein. Tendenz: weiter steigend. Licht ausschalten auf der Fahrt zur Arbeit, Waschmaschine anstellen vom Büro aus – Alltag wird unterwegs stattfinden.

Und er wird individueller. Noch sind 3D-Drucker mit einem Preis von bis zu knapp 2000 Euro zu teuer, um sie in jedem Haushalt zu finden. Doch in 30 Jahren könnte das ganz anders aussehen. Das vermutet zumindest der Softwarehersteller Kapersky Lab. Das Unternehmen hat eine Zukunftsvision für 2045 entwickelt. Statt „langweiliger, industrieller Massenware“, so heißt es darin, werden wir uns dann unser Geschirr und unsere Kleidung selbst ausdrucken – und individuell gestalten. Selbst das Baumaterial unserer Häuser könne dann aus dem 3D-Drucker kommen, so die Vision.

Dadurch wird das Leben bequemer, wir müssen nicht mehr aus dem Haus gehen, um Produkte zu erwerben, oder auf den Postboten warten, sondern können sie uns sogar selbst herstellen. Sogar beim Lebensmitteleinkauf, der bislang beim Onlineshopping eher unterrepräsentiert ist, wird das Potenzial riesig sein, wie einige Studien zeigen. So zeigt ein Report aus dem vergangenen Jahr beispielsweise, dass jeder Fünfte bereits Lebensmittel im Internet gekauft hat, jeder Sechste ist daran interessiert.

Gehen wir deshalb nicht mehr einkaufen? Nein, nur anders. Die Vorläufer sind schon zu erkennen: Wir kaufen zwar bei Amazon, aber genauso gut wollen wir noch in die Stadt gehen, dort mit Freunden bummeln, gemeinsam einen Kaffee trinken gehen. Einkaufen wird nicht mehr Alltag sein, sondern ein Erlebnis.

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