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13.02.2004

09:55 Uhr

Für Mobilfunker war UMTS bislang ein Desaster

UMTS-Branche hofft aufs Happy-End

VonDaniel Schönwitz (Handelsblatt)

"Die Auktion wird sich noch als der größte Blödsinn der Geschichte herausstellen", warnte Vodafone-D2-Chef Jürgen von Kuczkowski kurz nach der Versteigerung der UMTS-Lizenzen im August 2000. Mehr als 50 Millionen Euro hatten Deutsche Telekom, Vodafone, E-Plus, Viag Interkom (heute 02), Quam und Mobilcom für die Erlaubnis gezahlt, in Deutschland ein UMTS-Netz zu betreiben.

HB DÜSSELDORF. Lange Zeit sieht alles danach aus, als sei Kuczkowskis Misstrauen berechtigt. Als NTT Docomo im Oktober 2001 in Japan den weltweit ersten UMTS-Dienst anbietet, scheitert der Mobilfunker auf der ganzen Linie: Das Netz ist nicht flächendeckend verfügbar, die Akkus der UMTS-Handys sind nach kürzester leer. Darüber hinaus habe man nicht genügend Inhalte, um die Nutzer von den Vorzügen der neuen Technik zu begeistern, klagt ein Docomo-Manager. Nur 115 000 Kunden kann das Unternehmen bis Juni 2002 für UMTS gewinnen.

Der Fehlstart in Japan werde Auswirkungen auf die Branche weltweit haben, schreiben die Analysten von UBS Warburg - und behalten recht. Die unter hohen Schulden leidenden europäischen Mobilfunker verschieben den UMTS-Start immer weiter nach hinten. Frühestens 2004 würden in Deutschland nennenswerte Umsätze gemacht, sind sich Vodafone und T-Mobile zwei Jahre nach der UMTS-Auktion einig.

Die Probleme sind vielfältig: Zunächst sind nicht genug Handys verfügbar. Die Hersteller kämpfen mit der Anforderung, dass die Geräte sowohl im UMTS- als auch im GPRS-Netz funktionieren müssen. Denn UMTS soll zunächst nur in Großstädten eingeführt werden. Bei Tests brechen die Gespräche beim Übergang zwischen den Netzen ab. Darüber hinaus bereitet die Software Probleme, die Handys schalten sich häufig von selbst aus.

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