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21.06.2012

13:10 Uhr

Gadget der Woche

Zeitzeuge mit Wasser und Zitronensaft

Einmal pro Woche präsentiert Handelsblatt Online Schönes, Nützliches oder Kurioses aus der Welt der Technik als Gadget der Woche.  Diesmal: Ein Wecker, der mit Wasser und Zitronensaft betrieben wird.

Die wasserbetriebene Uhr kostet im Internet rund 25 Euro. PR

Die wasserbetriebene Uhr kostet im Internet rund 25 Euro.

Mittlerweile ist sich die Welt ja fast darin einig, dass erneuerbare Energien nicht nur eine gute Idee sind, sondern dass sie in der Tat etwas bewegen können. Und alles fängt ja bekanntlich im Kleinen an, zum Beispiel bei ihrer Uhr. Unser Gadget der Woche wird deshalb mit Wasser und Zitronensaft statt mit herkömmlichen Batterien betrieben.

Wasser und Zitronensaft? Ja, das funktioniert. Das Prinzip dieser Uhr geht auf die sogenannte Bagdad-Batterie zurück, mit der die Gelehrten bereits vor rund 2.000 Jahren Elektrizität erzeugt haben könnten. Die Archäologen streiten zwar noch, ob das Verfahren damals wirklich durchgeführt wurde. Aber eines haben moderne Versuche gezeigt: Das Prinzip funktioniert, mit einer Bagdad-Batterie kann eine Spannung von rund 0,8 Volt erzeugt werden.

Doch wie funktioniert eine Bagdad-Batterie? In einem Tongefäß befindet sich ein Zylinder aus Kupfer, in dem wiederum ein Eisenstab steckt. Wichtig ist, dass sich das Eisen und das Kupfer nicht berühren. Im alten Bagdad verwendeten die Gelehrten hierzu Bitumen, mit dem sie die beiden Metalle voneinander isolierten. Wird jetzt in das Tongefäß eine Säure gefüllt - in unserem Falle eben das Gemisch aus Wasser und Zitronensaft - entsteht ein sogenanntes galvanisches Element, oder umgangssprachlich eine Batterie.

In der Säure wandern frei werdende Elektronen des Eisenstabs zu dem Kupfer. Dieses bildet damit durch den Elektronenüberschuss den Minuspol der kleinen Batterie. Das Kupfer ist dann im Umkehrschluss der Pluspol. Verwendet man ein anderes Metall als Eisen, zum Beispiel Silber oder Zink, lässt sich die Effizienz der Bagdad-Batterie weiter steigern.

Dieses altertümliche Prinzip macht sich die wasserbetriebene Digital-Uhr also zu Nutze, auch wenn diese auf ein Kunststoff-Gehäuse statt ein Tongefäß setzt - der Effekt ist derselbe. Der Hersteller verspricht, dass ein paar Spritzer Zitronensaft für etwa sechs Wochen Betrieb ausreichen. Auf moderne Funktionen muss bei der Uhr übrigens nicht verzichtet werden: Die Uhrzeit wird automatisch per Funk eingestellt, zeigt das Datum sowie die Temperatur an und hat zu guter Letzt auch eine Weckfunktion. Die Rückseite des Gehäuses ist transparent, damit der Wasserstand abgelesen werden kann. So kann man rechtzeitig nachfüllen und die Uhr versagt nicht den Dienst. Oder schlimmer der Wecker.

Mit diesem Gadget kann jeder einen kleinen Beitrag zum Energie sparen leisten - aber bitte mit nachhaltig angebauten Bio-Zitronen.

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