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07.09.2016

07:41 Uhr

Garmin Varia Vision im Test

Radfahren wie ein Cyborg

VonCarina Kontio

Rundum vernetzt waren wir mit dem Rad unterwegs und das smarte Garmin-Gadget Varia Vision half dabei, Gefahren zu erkennen und Autos im Auge zu behalten, die sich von hinten näherten. In die Pedale treten wie ein Cyborg.

Alles im Blick: Mit dem Varia Vision haben Sie nicht nur die Straße, sondern auch Herzfrequenz, Geschwindigkeitsdaten, gefahrene Höhenmeter etc. im Blick bzw. in Ihrem Sichtfeld. Carina Kontio

Den Blick nach vorne gerichtet

Alles im Blick: Mit dem Varia Vision haben Sie nicht nur die Straße, sondern auch Herzfrequenz, Geschwindigkeitsdaten, gefahrene Höhenmeter etc. im Blick bzw. in Ihrem Sichtfeld.

KölnWie schnell bin ich gerade? Was sagt mein Herzschlag? Wann kommt der nächste Berg und wie viele Autos fahren gerade hinter mir? Alles im Blick: Mit dem Varia Vision an der Sonnenbrille soll sich der Blick auf den am Lenkrad klemmenden Radcomputer oder die Smartwatch am Handgelenk in Zukunft erübrigen. Volle Fahrt voraus. Garmin, der Schweizer Hersteller und Experte im Bereich der Navigation, will Fahrradfahrern mit seinem smarten Gadget Varia Vision dabei helfen, wichtige Trainingsdaten zu fokussieren, rechtzeitig Gefahren zu erkennen und Autos im Auge zu behalten, die sich von hinten nähern. Die Vernetzung hat längst auch bei den Drahteseln eingesetzt. In die Pedale treten wie ein Cyborg - wir haben den Selbstversuch gewagt.

Das Produkt in aller Kürze

Was ist es?

Das Garmin Varia Vision ist ein nur 28 Gramm leichtes Gerät, das sich am Bügel der Sonnenbrille anbringen lässt und Informationen zur Fahrradtour direkt in die Sichtlinie einblendet. Darüber hinaus lassen sich auch Anrufe und SMS-Nachrichten nach Bedarf einblenden.

Was sagt die Werbung?

Wichtige Radfahrinformationen genau dort, wo Radfahrer sie haben möchten: direkt in Sichtlinie. Somit kann beim Radfahren der Blick immer konzentriert auf der Straße bleiben, wenn man seine Trainingsziele erreichen möchte, die nächste Abbiegung sucht oder Autos im Auge behalten will, die sich von hinten nähern.

Wer steckt dahinter?

Garmin gilt als einer der weltweit führenden Anbieter im Bereich der Navigation und hat 11.400 Mitarbeiter an 50 Standorten auf der ganzen Welt. Seit der Gründung durch Gary Burrell und Min Kao (daher der Name Garmin) im Jahr 1989 hat der Schweizer Hersteller mehr als 150 Millionen Produkte verkauft.

Was ist gelungen?

Gekoppelt mit dem Varia-Radar (muss separat erworben werden), kann das Varia Vision auch vor Fahrzeugen warnen, die sich von hinten nähern, um so die Sicherheit beim Radfahren zu erhöhen. Das könnte gerade für unsichere und ältere Radfahrer im Straßenverkehr ganz nützlich sein.

Was ist nicht gelungen?

Die Tatsache, dass man, um das Gerät nutzen zu können, noch weitere Geräte anschaffen muss, die sich mit dem Display koppeln lassen, finde ich suboptimal. Am Ende kommt doch ein stolzer Betrag zusammen, damit man von dem Varia Vision auch richtig was hat.

Was kostet das Gerät?

Garmin bietet das Gerät im Online-Shop für 399,99 Euro an. Über andere Web-Shops von Radsporthändlern gibt es das Varia Vision bereits für 349 Euro. Nutzen lässt sich das Gadget aber nur, wenn es mit einem kompatiblem Gerät wie beispielsweise dem GPS-Fahrradcomputer Garmin Edge 1000 (549 Euro) oder dem Varia Radar (299 Euro) gekoppelt ist, das dann die entsprechenden Informationen an das Varia-Display überträgt.

Lohnt sich der Kauf?

Man muss, um das Display nutzen zu können, mindestens rund 670 Euro ausgeben, also 399,99 Euro für das Varia Vision und 269,99 Euro für die GPS-Smartwatch Garmin Vivoactive HR (das günstigste von Garmin empfohlene kompatible Gerät). Ein stolzer Preis und für Leistungssportler eher keine sinnvolle Ergänzung im Training. Allerdings kann das Display in Kombination mit dem Radarsystem gerade bei älteren oder unsicheren Radfahrern im Straßenverkehr für mehr Sicherheit sorgen.

Wer die Digitalisierung des Fahrrades hautnah erleben möchte, muss zunächst allerdings viel Geld hinblättern. Denn nutzen lässt sich das 399,99 Euro teure Gadget nur, wenn es mit einem kompatiblem Gerät wie beispielsweise dem GPS-Fahrradcomputer Garmin Edge 1000 (549 Euro), dem Varia Radar (299 Euro) oder einer GPS-Smartwatch (ab 250 Euro) von Garmin gekoppelt ist, das dann die entsprechenden Informationen an das Varia-Display überträgt. So viel Hightech hat natürlich ihren Preis – lohnt sich das überhaupt und wenn ja, für wen?

Die Montage der ganzen Gerätschaften ist übrigens kinderleicht. Angebracht wird das 28 Gramm leichte Brillendisplay (Abmessungen: 60x19,7x19,8mm) mit Touch-Bedienfeld und 428x240-Pixel-Anzeige, die über einen integrierten Umgebungslichtsensor verfügt, mit kleinen Gummis und einer Halterung am Brillenbügel. Fashion-Tipp: Richtig sportlich wirkt das Varia Vision nur an einer ordentlichen Fahrradbrille. Bewahren Sie sich Ihre Ray Ban also lieber für den Strandspaziergang in Saint-Tropez auf.

Bevor es allerdings aufs Bike und raus auf die Straße gehen kann, muss das Gadget noch kurz aktiviert, aktualisiert und aufgeladen werden. Zum Aufladen – der Akku hält übrigens bis zu 8 Stunden lang – gibt es mehrere Optionen. Entweder Sie stecken das Varia Vision über das beigelegte Kabel in die Steckdose oder Sie verbinden es über die USB-Schnittstelle mit ihrem Rechner. Das dürfte alleine auch deswegen schon ganz praktisch sein, weil Sie das Gerät hierüber aktivieren, sobald Sie sich ein Profil bei Garmin Connect angelegt haben.

Das ist die entsprechende Online-Trainingsplattform von Garmin (Freeware), mit der sich Ihre Sport- und Fitness-Aktivitäten auswerten und die Geräte auf den neuesten Stand bringen lassen. Außerdem brauchen Sie die (ebenfalls kostenlose) Software Garmin Express, die es auf der Herstellerseite zum Download gibt, um ihre Trainingsdaten hochzuladen oder programmierte Trainingseinheiten von Garmin Connect auf Ihr Gadget zu schicken.

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