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01.09.2015

10:18 Uhr

Gear S2

Samsungs neue Smartwatch kommt mit Drehring

Noch vor Beginn der IFA in Berlin prescht Samsung mit einer neuen Smartwatch vor. Die Gear S2 soll der Apple Watch Konkurrenz machen. Die Uhr gibt es in zwei Farben – und sie hat ein besonderes Markenzeichen.

Die neue Smartwatch bei einer Vorbesichtigung in New York am 13. August 2015. Jetzt hat der Hersteller Details bekanntgegeben. Reuters

Samsung Gear S2

Die neue Smartwatch bei einer Vorbesichtigung in New York am 13. August 2015. Jetzt hat der Hersteller Details bekanntgegeben.

BerlinSamsung hat überraschend bereits vor dem Start der IFA in Berlin erste Details zu seiner neuen Smartwatch veröffentlicht. Die neue Computer-Uhr Gear S2 soll in zwei Varianten auf den Markt kommen und mit vielen neuen Funktionen ausgestattet sein, kündigte das Unternehmen am Montagabend in Seoul an. Anders als ihre Vorgänger wird die Gear S2 ein rundes Display wie eine klassische Uhr haben. Eine Besonderheit ist der drehbare Ring um den Bildschirm. Sie wird voraussichtlich ab Oktober in den Handel kommen.

Samsung verstehe sich als Pionier in dem noch jungen Markt der sogenannten Wearables, sagte JK Shin, Chef der Mobilsparte des südkoreanischen Konzerns. Zunächst war erwartet worden, dass Samsung sein neues Modell erst auf der IFA präsentieren wird. Am Donnerstag soll sie dort erstmals vorgestellt werden. Die Uhr soll es in dunkelgrau sowie in Silber mit weißem Band geben. Die Classic-Ausführung mit Lederband ist in schwarz gehalten.

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Auf den Spuren von Knight Rider

Samsung bleibt am Puls der Zeit: Der Konzern hat mit der Galaxy Gear seine erste Smartwatch herausgebracht. Die funktioniert im Test gar nicht schlecht, ist aber nicht mehr als ein Spielzeug für Gadget-Enthusiasten.

Auf der IFA in Berlin (4. bis 9. September) gelten Smartwatches als einer der großen Trends. Der Markt für die sogenannten Wearables, in denen Fitness-Tracker und Uhren den Hauptanteil ausmachen, hat laut Analysefirma IDC im zweiten Quartal dieses Jahres ein Wachstum von 223,2 Prozent hingelegt. Samsung schaffte es zuletzt mit einem Marktanteil von 3,3 Prozent knapp unter die ersten fünf Anbieter und ließ mit seiner Galaxy Gear S und der Gear Fit Rivalen wie Huawei und Jawbone hinter sich. Apple hatte erst vor rund vier Monaten seine Apple Watch auf den Markt gebracht, sie gilt aber bereits jetzt als Messlatte in der noch jungen Branche.

Mit der Gear S2 setzt Samsung erneut auf sein eigenes Betriebssystem Tizen. Wahlweise unterstützt die Uhr den 3G-Funkstandard und kann über eine neuartige e-SIM-Karte auch per Sprachbefehl bedient werden. Mit der Unterstützung von 3G dürfte die Uhr viele Funktionen auch unabhängig vom Smartphone anbieten und sich somit von den Smartwatches anderer Hersteller abheben.

Smartwatches

Wenn die Uhr schlau wird

Bis vor wenigen Jahren waren Telefone und Computer in der Größe einer Armbanduhr nur Fiktion – „Knight Rider“ lässt grüßen. Doch die Chips werden immer kleiner, leistungsfähiger und billiger. Damit werden Geräte wie Smartwatches technisch möglich und erschwinglich.

Trend zum „Wearable Computing“

Smartwatches sind Teil eines Trends: Computer werden immer kleiner und damit auch immer tragbarer. Neben intelligenten Uhren gibt es beispielsweise auch Fitnessarmbänder und Brillen, die mit Informationstechnologie aufgerüstet sind. Google Glass ist ein bekanntes Beispiel. Die Technologiebranche spricht vom „Wearable Computing“ – und hofft auf einen Wachstumsmarkt.

Ergänzung zum Smartphone...

Was ist überhaupt eine Smartwatch? Der Begriff ist schwer zu fassen. Grundsätzlich gibt es zwei Kategorien. Die meisten Modelle funktionieren nicht eigenständig, sondern sind eine Erweiterung fürs Smartphone und zeigen Termine, E-Mails oder eingehende Anrufe an. Die Daten werden in der Regel per Bluetooth übertragen.

... und Ersatz fürs Handy

Während die meisten Smartwatches eine Erweiterung fürs Smartphone sind, sollen ein paar Modelle das Handy ganz ersetzen. Sie haben ein Mobilfunk-Modul, das Telefonate und die Übertragung von Daten erlaubt. Das gilt etwa für die Gear S von Samsung.

Assistent und Freisprecher

Die Geräte sind unterschiedlich ausgestattet. Einige fungieren als diskrete Sekretäre – sie erinnern an Termine, zeigen eigehende E-Mails an und vermelden Telefonanrufe. Andere eignen sich auch als Freisprecheinrichtung oder als kompaktes Navigationsgerät. Unter Sportlern beliebt sind Spezialgeräte, die den Puls und die Laufstrecke messen.

Der Akku als Schwachpunkt

Die Laufzeit ist bei allen Smartwatches ein Problem: Weil die Geräte so klein sind, lässt sich darin kein großer Akku unterbringen. Daher sind viele Modelle nicht besonders ausdauernd – je nachdem welche Display-Technologie zum Einsatz kommt.

Start-ups und Konzerne

Diverse Unternehmen haben bereits Smartwatches auf den Markt gebracht – Start-ups wie Weltkonzerne. Zu den kleinen Anbietern zählt das Unternehmen Pebble, das über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter seine Anschubfinanzierung gesichert hat. Zahlreiche Elektronikhersteller haben ebenfalls Computer-Uhren entwickelt, von Sony als einem der Pioniere bis zu Apple mit der Apple Watch.

Über den Nahfunkstandard NFC soll sie direkt zum mobilen Bezahlen genutzt werden können. Gemeinsam mit Partnern arbeitet Samsung daran, Lösungen zu entwickeln, um die Uhr auch als Haus- oder Autoschlüssel sowie als Fernbedienung für das vernetzte Zuhause nutzbar zu machen. Eine Batterielaufzeit von zwei bis drei Tagen soll die Handhabung vereinfachen - und die Uhr von Apples Watch abheben, die eine Laufzeit von rund einem Tag hat. Die Uhr lässt sich kabellos aufladen.

Seine erste Smartwatch brachte Samsung 2013 auf den Markt, seither wurden zahlreiche neue Modelle veröffentlicht. Vor knapp einem Jahr kündigte dann Apple den Markteintritt an. Seit vier Monaten ist die Apple Watch erhältlich. Wie viele Geräte seither verkauft wurden, gibt Apple selbst nicht an. Die Marktforscher von IDC errechneten für das zweite Quartal, dass Apple insgesamt 3,6 Millionen Einheiten abgesetzt hat, Samsung 600.000 Stück seiner Gear-Modelle. Samsung habe bislang seine potenzielle Reichweite selbst eingeschränkt, schätzen die Analysten. Denn die Uhren kommunizieren nur mit einigen Top-Smartphones des Konzerns.

Von

dpa

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