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28.09.2017

20:30 Uhr

Gesichtserkennung Face ID

Wie Apple die Trickser aussperren will

VonChristof Kerkmann

Apple nutzt im iPhone X eine Technologie namens Face ID für die Entsperrung des Gerätes. Doch wie sicher sind die Daten? Nun verrät der Konzern Details, wie er die sensiblen Informationen schützen will.

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Apple präsentiert Neuheiten: Das kann das neue Super-iPhone

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DüsseldorfEin kurzer Blick, und es kann losgehen. Mit dem iPhone X führt Apple eine Entsperrung per Gesichtserkennung ein. Wenn das neue Premiumgerät im November in den Handel kommt, so verspricht der Konzern, soll Schutz vor fremden Zugriffen auf das Gerät samt aller Fotos, E-Mails und Gesundheitsdaten so einfach wie nie werden.

Die Funktion wirft aber Fragen zu IT-Sicherheit und Datenschutz auf: Wie will der Hersteller verhindern, dass Kriminelle die Sperre überwinden, beispielsweise mit Fotos? Bei Konkurrenzgeräten von Samsung reicht das aus, um die Gesichtserkennung auszutricksen. Und wie gewährleistet er, dass sich niemand Zugriff auf die Daten verschafft? Ein Passwort lässt sich ersetzen, ein Gesicht nicht. Der US-Senator Al Franken hat einen Katalog mit solchen Fragen an den Konzern geschickt.

Der iPhone-Hersteller hat bereits bei der Präsentation neben dem Komfort die Sicherheit in den Mittelpunkt gestellt. Nun hat er mehrere Dokumente veröffentlicht, um die Arbeitsweise und den Umgang mit personenbezogenen Daten zu erklären. Der Datenschutz sei „unglaublich wichtig“, heißt es in der Dokumentation. Einige Aspekte können aber vielleicht trotzdem Unbehagen auslösen.

Die iPhone-Evolution

Von Modell zu Modell

Das erste iPhone im Jahr 2007 hat den Vormarsch der Smartphones angestoßen und nicht nur die Mobilfunk-Industrie umgekrempelt. Ein Überblick über die Entwicklung der Geräte von Modell zu Modell:

Das erste iPhone

Für das Jahr 2007 waren der große Touchscreen ganz ohne Tastatur und die Bedienung per Finger ein radikales Konzept, das die Smartphone-Revolution entscheidend anschob. Dabei verzichtete Apple bei der ersten Version sogar auf den schnellen UMTS-Datenfunk. (Quelle: dpa)

iPhone 3G

Ein iPhone 2 gab es nie – stattdessen kam im Sommer 2008 das iPhone 3G, was auf die Unterstützung des 3G-Standards UMTS hinwies. Das Aluminium-Gehäuse wurde durch eine Plastik-Schale ersetzt. Mit dem App Store öffnete Apple die Plattform für Programme verschiedener Entwickler.

iPhone 3GS

Mit dem Modell des Jahres 2009 führte Apple sein „Tick-Tock“-Prinzip ein, bei dem die iPhones alle zwei Jahre radikal erneuert werden und es zwischendurch ein „S“-Modell im unveränderten Design, aber mit aufgerüstetem Innenleben gibt. Das 3GS bekam eine bessere Kamera und einen schnelleren Chip.

iPhone 4

Das letzte Modell, das Gründer Steve Jobs noch selbst vorstellte. Das kantige Design des iPhone 4 mit einer gläsernen Rückwand war 2010 aufsehenerregend, zugleich häuften sich zunächst Berichte über Empfangsprobleme mit der Antenne am Außenrand.

iPhone 4S

Apple ließ sich 15 Monate Zeit bis Oktober 2011 mit einer Aktualisierung. Zu den Neuerungen gehörte neben technischen Verbesserungen die Sprachassistentin Siri.

iPhone 5

Während die Smartphones der Wettbewerber immer größer wurden, erweiterte Apple 2012 zunächst vorsichtig die Bildschirm-Diagonale von 3,5 auf 4 Zoll. Zugleich wurde das Gerät deutlich dünner gemacht und bekam wieder eine Aluminium-Hülle.

iPhone5S

Die wichtigste Neuerung im Herbst 2013 war der Fingerabdruck-Sensor zum Entsperren der Telefone. Zudem entwickelte Apple unter anderem die Kamera weiter.

iPhone 6

Erstmals entschied sich Apple 2014 für zwei neue Modelle mit deutlich größeren Bildschirmen mit Diagonalen von 4,7 und 5,5 Zoll. Der Schritt löste einen Absatzsprung aus, Apple kam monatelang der Nachfrage nicht hinterher. Die Geräte wurden abermals dünner.

iPhone 6S

Gleiches Gehäuse, bessere Technik – das reichte im Weihnachtsquartal 2015 knapp für den nächsten Absatzrekord von knapp 74,8 Millionen verkauften iPhones.

iPhone 7

Zum ersten Mal geht Apple ins dritte Jahr mit einem weitgehend unveränderten äußeren Design. Aber Apple verzichtete unter anderem auf die klassische Ohrhörer-Buchse zugunsten des digitalen „Lightning“-Anschlusses.

iPhone 8

Bei zahlreichen Neuerungen im Inneren behielt Apple hier das seit 2014 kaum veränderte Design bei.

iPhone X

Erstmals hat das neue iPhone ein OLED-Display, welches zusätzlich bis zu den Rändern reicht. Außerdem verfügt es über eine Gesichtserkennung zum Entsperren. Dafür wurden der Homebutton und der Fingerabdrucksensor weggelassen.

Die Einführung der Gesichtserkennung hat mit einer großen Neugestaltung des iPhone X zu tun: Um mehr Fläche für den Bildschirm freizuräumen, hat Apple den Home Button und somit auch den Fingerabdrucksensor abgeschafft. Stattdessen soll nun die Gesichtserkennung eine schnelle Entsperrung des Gerätes ermöglichen und Bezahlungen im App Store erleichtern. Auch die Apps anderer Unternehmen sollen die Technologie nutzen können.

Apple nutzt für die Entsperrungstechnologie mehrere Komponenten, die mithilfe einer Infrarotkamera ein dreidimensionales Bild erstellen, darunter ein Projektor, der 30.000 Bildpunkte aufs Gesicht wirft. Der Vorteil gegenüber der Iriserkennung: Das Verfahren soll bei Dunkelheit wie auch bei hellem Sonnenschein funktionieren. Technisch ist das nicht trivial: Medienberichten zufolge sorgt das aufwendige System für Produktionsprobleme.

Die Sensoren verbergen sich in einem kleinen Bereich am oberen Ende des Bildschirms. AP

Sensoren für Face ID

Die Sensoren verbergen sich in einem kleinen Bereich am oberen Ende des Bildschirms.

Bei der Einrichtung speichert das iPhone X eine „mathematische Darstellung“ des Gesichts ab, wie Apple es ausdrückt – also ein dreidimensionales Modell. Dieses dient als Vorlage: Wenn Nutzer das Gerät zur Hand nehmen, gleicht das System die Person vor der Kamera automatisch damit ab – und entsperrt den Bildschirm bei Übereinstimmung.

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