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03.02.2011

01:38 Uhr

Google gegen Apple

Google bringt Android-Apps ins Web

VonAxel Postinett

Google hat Apples iPad den Kampf angesagt. Helfen soll das neue Betriebssystem Android 3.0 (Honeycomb) - und ein erweitertes App-Angebot im Internet. Auf der Mobilfunkmesse in Barcelona könnte es im Februar zum großen Showdown mit Apple kommen.

Googles Betriebssystem Android läuft auf Handys und Tablet-Computern. Quelle: Reuters

Googles Betriebssystem Android läuft auf Handys und Tablet-Computern.

MOUNTAIN VIEW. Google zeigt sich kämpferisch. Das neue Betriebssystem Android 3.0 (Honeycomb) ist fertig, um gegen das iPad anzutreten. Erste Geräte wie Motorolas Xoom mit 10-Zoll-Bildschirm und einem 3G-Modem, das später auf 4G aufrüstbar sein soll, oder das LG Slate mit 3D-Videokamera sind bereits angekündigt. Gleichzeitig zeigte Google an seinem Stammsitz in Mountain View am Dienstag weitreichende Erweiterungen seines Android-Market, die die Lücke zum großen Konkurrenten iTunes App-Store weiter schließen sollen. Der große Showdown wird auf der Mobilfunkmesse in Barcelona erwartet, wo zahlreiche Aussteller Android-Tablets präsentieren werden.

Besitzer von Android-Smartphones können seit heute ihre Apps auch auf einer Onlineseite am PC auswählen und die Programme automatisch auf ihr Telefon oder ihren Android Tablet PC übertragen lassen. Die Übertragung erfolgt dabei kabellos per WLAN oder Mobilfunk. Chris Yerga, Software-Direktor der Android-Sparte stellte den neuen Dienst am Dienstag in Mountain View vor. Die Auswahl neuer Programme und die Pflege des vorhandenen Programmkatalogs wird deutlich vereinfacht. Zudem vereinheitlicht der Web-Shop die Zahlungsmodalitäten, was für Android einen großen Fortschritt darstellt.

Anders als Apple mit seinem iTunes AppStore hat Google keine eigenes übergreifendes Abrechnungssystem für den Softwarekauf online. Ende des Quartals führt Google zudem die Möglichkeit des In-App-Verkaufs ein. Dann können Dienstanbieter einem Kunden Zusatzangebote verkaufen, während sie die App nutzen. Disney Interactive wird zu den ersten Unternehmen gehören, die entsprechende Apps für den Unterhaltungsbereich anbieten werden.

Der Nachrichtensender CNN wird mit Erscheinen der Android-Version 3.0 (Honeycomb) für Tablet-PC erstmals auf Android-Tablets präsent sein. Die CNN-App wird nicht nur die aktuellen CNN-Programme übertragen, sondern auch automatischen Upload von Videos auf CNNs iReport-Dienst ermöglichen. Über 600 000 Amateurreporter sind derzeit auf iReport registriert, so ein CNN-Repräsentant während einer Präsentation. Alle Apps für Honeycomb, die mit den empfohlenen Programmierwerkzeugen erstellt werden, können auf Smartphones und Tablets ausgeführt werden, verspricht Google.

Android Honeycomb ist auf Leistung optimiert, so Google und unterstützt Doppel-Kern-Prozessoren. Das Nutzerinterface wurde komplett überarbeitet, interaktive Kacheln und Widgets, in denen die Inhalte bereits angezeigt werden, ohne dass man Icons öffnen muss, dominieren die aufgeräumte Oberfläche. Android setzt sich damit massiv von der aktuellen Apple iPad-Oberfläche ab.

Deutlich überarbeite wurde auch die integrierte Google-Mail-Software und Google Maps. In der Präsentation zoomten Landkarten ohne Ruckeln bis auf Straßenlevel und wechselten von den 2D in den 3D-Modus. Weniger überzeugen konnte der neue Videochat-Dienst. Die Sprachqualität war zumindest während der Demogespräche nur unterdurchschnittlich (Hardware: Motorola Xoom). Beeindruckend war die Spiele-Leistung. Auf Motorolas Tablet-PC liefen Games ruckelfrei in hoher Auflösung und Detailreichtum. Ein genaues Startdatum für die Auslieferung von Honeycomb gibt es noch nicht. Weitere Details werden auf der Mobile World in Barcelona im Februar erwartet.

Kommentare (2)

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Otto Kowalski

03.02.2011, 12:37 Uhr

Die Zahlen der verkauften Android-Smartphones bezweifelt der Telekommunikationsexperte und Analyst Tomi Ahonen: Nach seinen Angaben wurden lediglich rund 26 Millionen Android-Smartphones verkauft. Zu diesem Ergebnis kommt er, indem er die gelegentlich von Google genannten Zahlen der durchschnittlichen Aktivierungen eines Android-Geräts addiert hat. Zuletzt verkündete Google Anfang Dezember 2010, dass durchschnittlich 300.000 Android-Geräte pro Tag aktiviert wurden.

Wenn diese Zahl das ganze Quartal über erreicht wurde, ergäbe das 27 Millionen Android-Smartphones. Allerdings sind bei den aktivierten Geräten auch Android-Tablets enthalten, die in den Marktzahlen von Canalys keine Rolle spielen. Umgekehrt enthalten die Canalys-Zahlen auch alle OMS- und Tapas-Smartphones. OMS und Tapas sind Android-Systeme, die in China angeboten und in den Aktivierungszahlen von Google wohl nicht enthalten sein werden.

Die anderen Marktforschungsergebnisse von Gartner und iDC zum Smartphone-Markt im vierten Quartal 2010 liegen bislang nicht vor. Wenn Ahonen richtig liegt, dürften sich diese Zahlen deutlich von denen unterscheiden, die Canalys nun vorgelegt hat. (ip)
Golem, Handy / 01.02.2011 / 16:14

Android Tablet

07.02.2011, 10:51 Uhr

Kann mir gut vorstellen das die Zahlen der verkauften Android-systeme natürlich noch dramatisch steigen werden.

Und vor allem die Android-Tablets dürften ach wie vor sehr populär sein und noch viel von sich hören lassen. Letztens habe ich mir einen Android Tablet beim Chinamann um die Ecke gekauft: http://www.virtualvillage.de/android-tablet-pc

Die Tatsache daß Android sich massiv von der aktuellen Apple iPad-Oberfläche absetzt ermöglicht es vielen Nutzern die das Android OS schon gewöhnt sind von ihren Smartphones bequem mit den Android Tablets umzugehen.

Auf Preis und Leistung der Leistung der billig Android Tablets geschaut würde ich sagen, das sind eher Kinderspielzeuge.

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