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10.12.2014

10:50 Uhr

Googles Nexus 6 im Test

Koloss ohne Kostenvorteil

VonJan Ungruhe

Nach Apple und Samsung folgt auch Google dem Trend und bringt ein Riesen-Smartphone auf den Markt. Das Nexus 6 kann viel, hat aber im Vergleich zu seinen Vorgängern einen entscheidenden Nachteil.

Ganz schön wuchtig: Das Nexus 6 ist nichts für kleine Hände.

Ganz schön wuchtig: Das Nexus 6 ist nichts für kleine Hände.

Düsseldorf„Zeigt mehr, kann mehr“ – mit diesem Slogan preist Google sein neuestes Flaggschiff an. Einen kleinen, nicht ganz unwichtigen Zusatz, lässt Google im kurzen Werbetext für das Nexus 6 jedoch unerwähnt: Es kostet auch mehr. Für Verbraucher waren die Vorgänger trotz sehr guter Hardware bislang immer erschwinglich. Der Preis für das Nexus 6, gefertigt von Motorola, ist aber überraschend hoch angesetzt – und damit auf jeden Fall nicht mehr unschlagbar.

Mit 599 Euro für die 32-GB-Variante und 649 Euro für die 64-GB-Version befindet sich das Nexus 6 in der gleichen Preisklasse wie die Spitzenmodelle von anderen namhaften Herstellern. Zum Vergleich: Das Nexus 5, das noch von LG gebaut wurde, war bei seinem Erscheinen schon für 399 Euro zu haben. Und es ist längst nicht mehr so, dass es keine günstigeren Alternativen gibt, wie Huawei mit seinem Ascend Mate 7 beweist.

Der Preisvorteil ist also dahin. Und sonst? Wer den Kauf des Sechs-Zollers in Erwägung zieht, sollte besser nicht allzu kleine Hände haben. Das Smartphone ist riesig, der Bildschirm 5,96 Zoll groß, die Bedienung mit einer Hand praktisch nicht mehr möglich. Von den Abmessungen her überragt das Nexus sogar noch Apples XXL-Smartphone iPhone 6 Plus. Gut in der Hand liegt es trotzdem, auch dank abgerundeter Ecken. Der Alurahmen ist schick und die hintere Abdeckung aus Kunststoff hat einen guten Grip – auch wenn es davon ruhig noch etwas mehr sein dürfte.

Das Nexus 6 in aller Kürze

Was genau ist es?

Das Nexus 6 ist das neue Phablet von Google, hergestellt von Motorola. Das Display ist nahezu sechs Zoll groß, das Gerät 184 Gramm schwer – ausgestattet mit dem neuesten Android-Betriebssystem: Lollipop.

Was steckt in der Verpackung?

Das Gerät, ein USB-Kabel und ein Netzteil. Hinzu kommen eine Kurzanleitung und ein Mini-Schlüssel zum Auswerfen der SIM-Karte.

Was sagt die Werbung?

„Arbeiten, Spielen und Filme ansehen in beeindruckend klarer Bildqualität.“ Und: „15 Minuten laden und bis zu sechs Stunden telefonieren, chatten und surfen!“

Was ist gelungen?

Ein gutes Display, eine gute Kamera und ein ordentlicher Akku zeichnen das neue Nexus aus.

Was ist nicht so gelungen?

Das Gerät fühlt sich zwar wertig an und sieht schick aus, ist aber nicht nur groß, sondern mit 184 Gramm für ein Smartphone auch sehr schwer. Zudem verlangt Google dieses Mal einen stolzen Preis.

Wie viel kostet es?

Die 32-GB-Variante ist im Handel ab 599 Euro zu haben, für die 64-GB-Version werden 649 Euro fällig. Bei Google Play sind beide Geräte noch je 50 Euro teurer gelistet.

Ist das Gerät empfehlenswert?

Das Nexus 6 kommt für all jene in Frage, die ein Smartphone mit riesigem Display suchen. Fotos und Videos gelingen mit der 13-Megapixel-Kamera auch bei schlechten Lichtverhältnissen erstaunlich gut, Schwächen offenbart das Nexus bei Selfies. Überzeugen können wiederum die beiden Stereolautsprecher an der Vorderseite des Geräts. Wer zunächst noch ohne Android 5.0 auskommt, findet aber günstigere Alternativen mit vergleichbarer Hardware.

Die Größe hat allerdings einen anderen Nachteil: Das Gerät ist mit 184 Gramm nicht gerade ein Leichtgewicht. Potenzielle Käufer wird das aber eher nicht abschrecken, denn für die Hosentasche ist das Gerät durch sein Format ohnehin nur bedingt geeignet.

Für einen Praxistest auf dem Kölner Weihnachtsmarkt wandert das Gerät – den eisigen Temperaturen sei Dank – in die größere Jackentasche. Dort stört es kaum. Und im Sommer? Da wird es mit der Unterbringung deutlich komplizierter.

Unkompliziert ist dagegen das Einschalten des Geräts. Aufgrund der Größe hat der Hersteller die Ein- und Austaste sowie die Lautstärkeregelung vom oberen Rand in die Mitte geschoben, was die Bedienung vereinfacht. Eine gute Stelle wurde auch für den Kopfhörerausgang gefunden, nämlich an der Oberseite des Rahmens. Das Ladekabel kann auf der gegenüber liegenden Seite eingesteckt werden.

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