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25.11.2013

17:12 Uhr

Handys im Flugzeug

US-Flugbegleiter fürchten den Lärmpegel

Flugzeuge sind eine der letzten handyfreien Zonen. Aber auch das soll sich ändern, wenn es nach der US-Telekomaufsicht geht. US-Flugbegleiter und Airlines laufen Sturm – aber nicht wegen technischer Probleme.

Handynutzung im Flugzeug: Die amerikanischen Behörden diskutieren über eine weitere Lockerung der Handynutzung im Flieger – bis hin zum Telefonieren. ap

Handynutzung im Flugzeug: Die amerikanischen Behörden diskutieren über eine weitere Lockerung der Handynutzung im Flieger – bis hin zum Telefonieren.

New York/Washington/DüsseldorfMit einem Vorschlag zur Aufhebung des Handy-Verbots in Flugzeugen hat die US-Telekomaufsicht Federal Communications Commission (FCC) bei Flugbegleitern und Airlines für Empörung gesorgt. Sie sehen einen solchen Schritt als Gefährdung der Sicherheit und Belästigung der Passagiere in einer der letzten handyfreien Zonen an. Die US-Behörde teilte hingegen vergangene Woche mit, das Verbot sei veraltet und es sei an der Zeit, die Vorschriften zu ändern. Ein entsprechender Vorschlag solle bei einer Sitzung am 12. Dezember beraten werden.

Doch der Sturm der Empörung war offenbar etwas zu laut für die FCC: Jetzt ruderte Behördenchef Tom Wheeler zurück. „Wir verstehen, dass viele Passagiere es vorziehen würden, dass in Flugzeugen keine Handy-Gespräche geführt werden“, erklärte Wheeler. „Ich empfinde das selbst so.“

Wheeler betonte, es sei Aufgabe der FCC, Stellung dazu zu nehmen, ob Handy-Telefonate in Flugzeugen eine Sicherheitsgefährdung darstellen könnten. Es gebe „keinen technischen Grund, das zu verbieten“, hieß es in Wheelers Erklärung. Die FCC werde eine rein technische Entscheidung treffen und dann sei es letztendlich Sache der Fluggesellschaften, ob sie Handy-Telefonate zulassen oder nicht. „Unser Vorschlag wird einer Fluggesellschaft nicht die Auflage machen, (Handy-) Gesprächsverbindungen zur Verfügung zu stellen“, hieß es in Wheelers Erklärung. Das Wort „nicht“ war darin unterstrichen.

Roter Teppich für alle – Ungewöhnliche Zusatzservices

Last-Minute-Upgrade

Bei Delta in den USA verkaufen die Flugbegleiter an Bord mithilfe ihrer Tablet-Computer Upgrades für die letzten freien First-Class-Sitze, in der Regel für weniger Geld als bei einer frühzeitigen Buchung.

Koffer nach Hause

Für 30 Dollar liefern American Airlines und US Airways innerhalb von vier Stunden nach der Landung in den USA den Koffer ins Hotel oder nach Hause, damit sich die Kundschaft das Warten am Band sparen kann.

Genuss am Himmel

Bei Langstreckenflügen aus Paris bietet Air France neben dem kostenlosen Standardessen fünf weitere Menüs der traditionellen französischen Küche, von Bio bis zur 28 Euro teuren, viergängigen „Sélection“ des Gourmettempels „Maison Lenotre“ aus Paris. Kurzentschlossene Genießer können über den -À-la-Carte-Service von Austrian Airlines noch eine Stunde vor Abflug beim Wiener Edelcaterer Do & Co für 15 Euros Tapas, Salate und natürlich Wiener Schnitzel mit Vor- und Nachspeise ordern.

Kindermenü für einen Penny

Bestellen Eltern beim britischen Ferienflieger Jet2.com eine Mahlzeit (ab umgerechnet 9,50 Euro), bekommen ihre Kinder das Menü für einen Penny. Damit die Eltern nicht vergessen zu bestellen, erinnert sie die Linie rechtzeitig vor dem Abflug mit einer Mail, wie lang der Flug ist.

Bequemer zum Flieger

Zum „Roter Teppich“ genannten Paket des malaysischen Billigfliegers Air Asia gehört für umgerechnet 25 Euro freies WLAN am Flughafen, eine schnellere Pass- und Sicherheitskontrolle und das Versprechen, dass der Koffer bei Ankunft zuerst auf das Gepäckband rollt.

Extra-Flatrate

Für eine Pauschale von 199 Dollar können die Kunden bei Delta drei Monate lang auf jedem Flug innerhalb der Vereinigten Staaten ohne Zusatzgebühr einen Koffer aufgeben und zusätzlich als Erste ins Flugzeug einsteigen. Darüber hinaus bekommen sie außerdem Sitze mit mehr Platz und zusätzliche Meilen im Bonusprogramm.

Serviceclub

250 Euro verlangt der spanische Billigflieger Vueling für zehn Lounge-Besuche, schnellere Sicherheitskontrollen und das Recht, als Erster einzusteigen. Beim ungarischen Ultra-Geizflieger Wizzair bekommen Mitglieder des Discount Clubs für knapp 30 Euro Jahresgebühr immer mindestens zehn Euro Rabatt auf alle Tickets außer den allerbilligsten.

Laden an Bord

In ihren Airbus A380-Superjumbos bietet Korean Air statt der bei anderen üblichen Bar einen Duty-free-Laden mit 64 Artikeln. In den Regalen gehalten werden die zollfreien Waren von kleinen Magneten – damit die teuren Parfüms und Cremes bei Turbulenzen nicht herumfliegen.

Kaufhaus im Vordersitz

Über sein Bordunterhaltungssystem verkauft der US-Billigflieger Virgin America ein Schlafset mit Kissen und Decke für neun Dollar sowie Schmerz- und Schlaftabletten für vier Dollar. Die Rechnung begleichen die Passagiere am Ende des Fluges am Bildschirm per Kreditkarte.

Nie mehr Kofferverlust

Die australische Qantas verkauft für umgerechnet 40 Euro einen Gepäckanhänger, der dank RFID-Technik immer zeigt, wo der Koffer gerade ist. Ein ähnliches System erprobt auch British Airways.

Quelle: Wirtschaftswoche, Rüdiger Kiani-Kreß

Wheeler hatte am Donnerstag einen Sturm der Empörung bei Flugbegleitern und Airlines ausgelöst, als er erklärte, es sei an der Zeit „veraltete und restriktive Regeln“ zur Handy-Nutzung bei Flügen zu überprüfen. Wheeler, der sein Amt vor drei Wochen antrat, unterschätzte offenbar die öffentliche Reaktion und das Medienecho, die er mit seiner Äußerung auslöste.

Der Vorschlag würde es Passagieren erlauben, ihre Smartphones zum Senden von E-Mails und zum Download von Daten zu benutzen, und letztlich auch die Telefonie übers Internet ermöglichen. Ab einer Flughöhe von 3.000 Metern sollten die Handys benutzt werden dürfen.

Die Vereinigung der Flugbegleiter reagierte skeptisch. Eine Flugkabine voll mit telefonierenden Passagieren könnte zu Streitigkeiten führen und die Sicherheit gefährden. „Die überwältigende Mehrheit lehnt Handy-Nutzung in der Flugzeugkabine ab“, erklärte die Association of Flight Attentands (AFA) zu Wheelers Vorstoß. Auch die Fluggesellschaft American Airlines reagierte zurückhaltend. Sie werde abwarten, was die FCC entscheide, sagte Sprecherin Andrea Hugueley.

„Jede laute, entzweiende und möglicherweise störende Situation ist nicht nur unerwünscht, sondern auch unsicher“, begründen die Flugbegleiter ihre Haltung dazu. Die AFA äußerte auch die Sorge, dass Passagiere wichtige Ansagen nicht mehr hören würden, wenn sie telefonieren. Das würde die Sicherheit im Flugverkehr gefährden.

Kommentare (1)

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krux

25.11.2013, 18:16 Uhr

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