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10.04.2017

15:46 Uhr

Adam Philpott im Interview

„Die Mirai-Angriffe waren nur ein Testlauf“

VonManuel Heckel

Weil die Zahl der mit dem Internet verbundenen Geräte steigt, erwartet Adam Philpott mehr Hackerangriffe. Im Interview spricht der IT-Security-Experte über Sicherheitsvorkehrungen und die Pflichten der Gerätehersteller.

Der Experte warnt vor Cyberattacken. Cisco

Adam Philpott

Der Experte warnt vor Cyberattacken.

HannoverAdam Philpott, Direktor für Cybersecurity beim IT-Dienstleister Cisco, warnt vor massiven Attacken.

Die Zahl der mit dem Internet verbundenen Geräte steigt. Was bedeutet das für die Sicherheit?
Wir erwarten mehr Angriffe über das Internet der Dinge. Die jüngsten Mirai-Angriffe, bei denen Hacker vernetzte Geräte kaperten, wirkten fast wie ein Testlauf. Wir müssen uns fragen, welche größeren Attacken in Zukunft noch auf uns zukommen, wenn Cyberkriminelle diese Rechenkraft stärker ausnutzen.

Fünf Einfallstore für Hacker

„Todsichere Tipps“

Digitale Kompetenz ist im Mittelstand weiterhin ungleich verteilt. Der IT-Sicherheitsdienstleister Nexus hat fünf "todsichere Tipps" zusammengestellt für alle, die Opfer eines Hackerangriffs werden möchten.

Passwort mit weniger als acht Zeichen

Das zu knacken, dauert in der Regel nicht einmal eine Minute. Längere Passwörter sind zwar sicherer, empfehlenswert ist dennoch die Kombination mit einer weiteren Authentifizierungsmethode - beispielsweise einer Smartcard. Eine solche Zwei-Faktor-Authentifizierung bietet einen zuverlässigen Schutz und hilft, Sicherheitsrisiken zu vermeiden.

Verschiedene Schlüssel

Wer schon einmal seine Geldbörse oder seine Schlüssel verloren hat, weiß: Je mehr Schlüssel und je mehr Karten man besitzt, desto mehr Schlösser sind im Fall eines Verlusts oder Diebstahls auszutauschen und desto mehr Karten zu sperren. Wer sämtliche Zugänge auf einer geschützten Karte speichert, hat nicht nur eine bessere Übersicht über seine Datenträger, sondern muss sich bei Verlust auch nur noch um die Sperrung einer einzigen Karte kümmern.

Das passiert nur den anderen

Kein Unternehmen ist zu klein oder zu unwichtig für einen Cyberangriff. Zwar setzen viele IT-Chefs als gefährlich eingestufte Webseiten und Programme auf eine Blacklist - sicherer aber ist es, die als ungefährlich geltenden Programme über Whitelists zu erlauben und alle anderen Programme grundsätzlich zu blockieren. Whitelisting eignet sich besonders für vernetzte Geräte, die nur zu bestimmten Zwecken, aber von vielen verschiedenen Personen genutzt werden und selten Updates benötigen, etwa Drucker.

Unbekannte Links

Wer sie anklickt, lädt Erpresser geradezu ein: Die Wahrscheinlichkeit, Opfer dieser Form von Schadsoftware zu werden, hat sich 2016 noch einmal deutlich erhöht. Entdeckt wird eine Infektion mit Ransomware jedoch meist erst, nachdem das Programm die Daten des Nutzers verschlüsselt und unzugänglich gemacht hat. Um wieder auf die Daten zugreifen zu können, muss der Nutzer ein Lösegeld zahlen.

Updates alle drei Jahre

Eine Site, die nicht aktualisiert wird, ist ein Einfallstor für Datendiebe. Wer die Wartung und das Aktualisieren von Plug-Ins ignoriert und sich auf Instandhaltungsarbeiten alle drei Jahre verlässt, macht sich selbst zur Zielscheibe für alle, die Geheimnisse stehlen wollen. Also bitte keine Website online stellen und sie dann sich selbst überlassen.

Quelle: Creditreform 02 2017

Stehen die Hersteller nicht in der Pflicht, dies zu verhindern?
Wir gehen davon aus, dass Sicherheit für sie zum Unterscheidungsmerkmal wird. Aber aktuell haben wir diesen Punkt noch nicht erreicht. Es wird immer stärker darum gehen, Sicherheit vom Beginn einer Produktentwicklung mitzudenken.

Wir sprechen zwar von Technologie. Am Ende geht es um die Menschen, die dies entwickeln.

Was sind die ersten Schritte?
Wichtig ist die Kontrolle über Daten und Geräte. Viele Firmen wissen nicht, wie viele Cloud-Applikationen sie nutzen oder ob ihre vernetzten Geräte Daten rausfunken – und wohin. Man sollte stutzig werden, wenn plötzlich Samstagnacht Daten in die Ukraine übertragen werden.

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