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12.04.2015

12:28 Uhr

Auftakt der Hannover Messe

BDI-Präsident Grillo erwartet starke Konjunktur

Die Aussichten für 2015 sind rosig. So sieht es der Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Ulrich Grillo. Er erwartet einen BIP-Zuwachs von zwei Prozent. Sorgenvoll schaut er jedoch auf Russland und Brasilien.

Seine Hoffnungen ruhen auf Indien, die USA, Spanien, Großbritannien. dpa

Seine Hoffnungen ruhen auf Indien, die USA, Spanien, Großbritannien.

HannoverDie Wirtschaft in Deutschland legt nach Einschätzung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) 2015 spürbar zu. „Wir erwarten in diesem Jahr einen Zuwachs des Bruttoinlandproduktes von rund zwei Prozent“, sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo dem Handelsblatt. Der niedrige Ölpreis, der günstige Wechselkurs und der starke private Konsum treiben laut dem Verbandschef die Konjunktur an. „Weltweit gehen wir von einem wirtschaftlichen Wachstum von gut 3,5 Prozent aus. Für das nächste Jahr rechnen wir mit einer weiteren Belebung im gleichen Umfang“, sagte Grillo zum Auftakt der Hannover-Messe.

Mit Sorge sieht der Verband auf die wirtschaftliche Entwicklung in Russland oder Brasilien. Auf der „Sonnenseite“ liegen dagegen das diesjährige Messe-Partnerland Indien, die USA, sowie Spanien, Großbritannien und Deutschland. Europas Erholung festigt sich nach Einschätzung des BDI. „Europa profitiert momentan von dem Stimulus niedriger Zinsen, auf Dauer aber bedarf es vor allem Strukturreformen“, sagte Grillo. Hier müsse die Politik ihrer Verantwortung für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nachkommen.

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Als wichtigen Wachstumstreiber sieht Grillo die Vernetzung und Digitalisierung von Fabriken. Er forderte Wirtschaft und Politik auf, ihre Hausaufgaben beim Thema Industrie 4.0 zu machen. Wenn etwas Neues entstehe, dann liefen eben nicht alle Unternehmen sofort in die gleiche Richtung. Das gilt vor allem für den Mittelstand, der sich dieser Entwicklung nicht verweigern dürfe. „Um all diese Vorstellungen zu koordinieren, wäre das neu ins Leben gerufene Bündnis für Industrie die geeignete Plattform“, sagte Grillo. Auch die Politik müsse aufpassen, dass die verschiedenen Ministerien nicht im Kompetenzgerangel zu viel Energie verbrauchten.

Bei der Hannover Messe, die bis zum 17. April dauert, steht erneut die vernetzte Fabrik der Zukunft im Fokus. Mit gut 6500 Ausstellern aus rund 70 Ländern will die weltgrößte Industrieschau laut Messe-Vorstand Jochen Köckler diesmal so viele Besucher anziehen wie bei ihrer jüngsten vergleichbar großen Auflage 2013. Damals waren rund 217.000 Messegäste nach Hannover gekommen.

Unter dem Motto „Integrated Industry – Join the Network“ (etwa: Vernetzte Industrie – tritt dem Netzwerk bei) bietet die Messe einen Blick auf die Fabrik der Zukunft, bei der Maschinen zunehmend miteinander vernetzt sind. Smarte Anlagen und intelligente Maschinenparks gelten als die vierte industrielle Revolution nach Dampfmaschine, Massenproduktion und Automation. Daher ist der Trend auch als Industrie 4.0 bekannt.

Kurz vor dem Start Messe hob auch Siemens-Chef Joe Kaeser die Bedeutung der zunehmenden Digitalisierung für den Industriestandort Deutschland hervorgehoben. „Industrie 4.0 ist die Schicksalsfrage der deutschen Industrie, die sie aber global beantworten muss“, sagte Kaeser der „Bild am Sonntag“. Es gehe darum, die technologische Führerschaft und Vordenkerrolle in der industriellen Produktion zu verteidigen. „Industrie 4.0 ist eine Revolution, die die 2020er-Jahre bestimmen wird. Sie wird ganze Geschäftsmodelle und die Industrie weltweit verändern.“

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