Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

Digitale Geschäftsmodelle

Seite 2 von 3

Mehr Einblick beim Kunden

Der wahre Schatz für Maschinen- und Anlagenbauer liegt daher in den riesigen Datenmengen, die ihre Maschinen mittlerweile erzeugen. Dank schneller Übertragungskanäle werden sie zusammengeführt, rasant gestiegene Rechenleistung ermöglicht Analysen. So geht es bei dieser Form der Industrie 4.0 eben nicht nur um eine Automatisierung der einzelnen Prozesse. Vielmehr werden alle erfassten Daten genutzt, um ganze Wertschöpfungsketten zu automatisieren - vom Auftragseingang über die Produktion bis zu Auslieferung und Service.

Für Professor Günther Schuh, der an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen den Lehrstuhl für Produktionssystematik leitet, ist das längst keine Zukunftsmusik mehr. Die technischen Möglichkeiten sind weitgehend da. Die wichtigste Aufgabe bestehe darin, die Datenmengen richtig zu deuten und daraus neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. „Viele Hersteller können Kunden zum Beispiel vorausschauend Wartungsarbeiten anbieten. Die echte Revolution wäre es jedoch, mit den Daten ein System zu entwickeln, das auftretende Probleme automatisch löst, indem die Maschine etwa ein Ersatzteil bestellt“, erklärt der Professor.

Darüber hinaus hätten Maschinenhersteller nun viel mehr Einblick in die Produktion bei ihren Kunden und könnten so den Betrieb ihrer Anlagen optimieren. „Knapp die Hälfte des Maschinenparks läuft derzeit weit unterhalb der maximalen Produktivität“, sagt Schuh. „Künftig werden Hersteller nicht einfach Maschinen, sondern vielmehr die optimale Leistung der Maschine verkaufen“, ist Schuh überzeugt.

Dieses Zukunftspotenzial haben die meisten Unternehmen erkannt. Laut einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens EY sehen bereits acht von zehn Industriefirmen das Thema als wichtig für ihr Geschäft an.

Fünf Einfallstore für Hacker

„Todsichere Tipps“

Digitale Kompetenz ist im Mittelstand weiterhin ungleich verteilt. Der IT-Sicherheitsdienstleister Nexus hat fünf "todsichere Tipps" zusammengestellt für alle, die Opfer eines Hackerangriffs werden möchten.

Passwort mit weniger als acht Zeichen

Das zu knacken, dauert in der Regel nicht einmal eine Minute. Längere Passwörter sind zwar sicherer, empfehlenswert ist dennoch die Kombination mit einer weiteren Authentifizierungsmethode - beispielsweise einer Smartcard. Eine solche Zwei-Faktor-Authentifizierung bietet einen zuverlässigen Schutz und hilft, Sicherheitsrisiken zu vermeiden.

Verschiedene Schlüssel

Wer schon einmal seine Geldbörse oder seine Schlüssel verloren hat, weiß: Je mehr Schlüssel und je mehr Karten man besitzt, desto mehr Schlösser sind im Fall eines Verlusts oder Diebstahls auszutauschen und desto mehr Karten zu sperren. Wer sämtliche Zugänge auf einer geschützten Karte speichert, hat nicht nur eine bessere Übersicht über seine Datenträger, sondern muss sich bei Verlust auch nur noch um die Sperrung einer einzigen Karte kümmern.

Das passiert nur den anderen

Kein Unternehmen ist zu klein oder zu unwichtig für einen Cyberangriff. Zwar setzen viele IT-Chefs als gefährlich eingestufte Webseiten und Programme auf eine Blacklist - sicherer aber ist es, die als ungefährlich geltenden Programme über Whitelists zu erlauben und alle anderen Programme grundsätzlich zu blockieren. Whitelisting eignet sich besonders für vernetzte Geräte, die nur zu bestimmten Zwecken, aber von vielen verschiedenen Personen genutzt werden und selten Updates benötigen, etwa Drucker.

Unbekannte Links

Wer sie anklickt, lädt Erpresser geradezu ein: Die Wahrscheinlichkeit, Opfer dieser Form von Schadsoftware zu werden, hat sich 2016 noch einmal deutlich erhöht. Entdeckt wird eine Infektion mit Ransomware jedoch meist erst, nachdem das Programm die Daten des Nutzers verschlüsselt und unzugänglich gemacht hat. Um wieder auf die Daten zugreifen zu können, muss der Nutzer ein Lösegeld zahlen.

Updates alle drei Jahre

Eine Site, die nicht aktualisiert wird, ist ein Einfallstor für Datendiebe. Wer die Wartung und das Aktualisieren von Plug-Ins ignoriert und sich auf Instandhaltungsarbeiten alle drei Jahre verlässt, macht sich selbst zur Zielscheibe für alle, die Geheimnisse stehlen wollen. Also bitte keine Website online stellen und sie dann sich selbst überlassen.

Quelle: Creditreform 02 2017

Das gilt auch für Heidelberger Druckmaschinen. Die Branche des Unternehmens hat einen strukturellen Umbruch erlebt. In den vergangenen Jahren ist der Absatz von Neumaschinen zum Teil um bis zu 50 Prozent eingebrochen. Heidelberg will den Anteil der Services am Umsatz von den ehemals 20 bis 30 Prozent auf über 50 Prozent anheben. Dabei gehören Dienstleistungen wie Ferndiagnose und Wartung längst schon zum Alltag.

„Früher haben wir die Daten unserer Maschinen per Telefonleitung bekommen, heute sind weltweit über 10.000 Maschinen und 13.000 Workflow-Systeme angeschlossen, die ständig Maschinenzustandsdaten an eine Cloud liefern“, sagt Bernhard Steinel, Leiter Systemservice bei Heidelberg. „Entsprechend können wir nicht nur Diagnose betreiben, sondern auch Störungen vorhersagen und beheben oder den Techniker vor Ort mit den nötigen Informationen versorgen, was zu tun ist.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×