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20.04.2016

07:44 Uhr

Digitale Transformation

So erhöhen Unternehmen ihren digitalen IQ

VonCarina Kontio

Für die einen ist es eine Modeerscheinung, für andere längst Realität: der digitale Wandel. Den meisten Unternehmen, so eine aktuelle Studie, fehlt es jedoch an einer guten Strategie. Dieser Fünf-Punkte-Plan könnte helfen.

Wie können Unternehmen den digitalen Wandel meistern, ohne sich dabei zu verzetteln? Ein Fünf-Punkte-Plan soll helfen.

Wie können Unternehmen den digitalen Wandel meistern, ohne sich dabei zu verzetteln? Ein Fünf-Punkte-Plan soll helfen.

KölnDie Digitalisierung: Sie ist bereits in vollem Gange und hat quer durch alle Branchen die Unternehmen im Griff. Doch noch immer betreten viele von ihnen Neuland, denn die Technologie dahinter ist nur die eine Seite des Wandels.

Zwar stehen disruptive Geschäftsmodelle und digitaler Wandel schon ganz oben auf der Agenda. Doch die Personalberatung Heidrick & Struggles aus Hamburg kommt in einer Studie zu dem Schluss, dass es bei den Konzernen im Dax und im MDax oft an organisatorischen und personellen Voraussetzungen mangelt, die Digitalisierung auch effizient zu steuern. Mindestens genauso wichtig ist also auch, was in den Köpfen passiert.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam bereits im vergangenen Jahr eine Studie der IT-Analysefirma Crisp Research: Demnach haben nur 42 Prozent der befragten Entscheider eine funktionierende Digitalstrategie. Ergebnisse, die im 21. Jahrhundert, in dem in Echtzeit interagiert wird und digitale Technologien längst in den privaten und beruflichen Alltag integriert sind, nachdenklich machen.

Woran Sie merken, dass Handlungsbedarf herrscht

1: Vision und Mission unklar

Bei diesen 5 Dimensionen für digitalen Wandel besteht Handlungsbedarf – Ergebnisse einer Umfrage unter 80 Dax-/M-Dax-Unternehmen. Typische Aussagen:

„Zuerst gab es kein digitales Ver- ständnis und keine Strategie – jetzt muss alles ganz schnell gehen, ohne dass Zeit für eine abgestimmte Planung bestünde“

„Unser Vorstand hat die notwendige Sense of Urgency entwickelt, unter- schätzt aber noch die dramatischen Auswirkungen für das Geschäftsmodell und den nötigen kulturellen Wandel“

„Wir haben überhaupt keine klar formulierte digitale Agenda. Jeder macht irgendwas."

2: Es klemmt in der Organisation

Typische Aussagen von Verantwortlichen:

„Unsere Orga mit den vielen Ebenen erschwert Schnelligkeit von Entscheidungen und verhindert z.T. sogar Innovationen“

„Ich wünschte, wir hätten einen digital Verantwortlichen, der alle digitalen Aktivitäten unter- nehmensweit koordiniert“

„Wir arbeiten noch sehr in Silos, dabei bräuchten wir stärker cross-funktional besetzte Projektteams“

3: Wo sind die Experten?

Typische Aussagen:

„Wir haben in der IT ein paar sehr gute digitale Experten. Aber insgesamt fehlt uns die kritische Masse an digitalen Talenten auf allen Ebenen der Organisation“

„Das digitale Mind-Set und Verständnis ist noch sehr gering“

4: Systematischer Ansatz da?

„Wir verlieren zu viel Zeit, bis wir Budgetfreigaben für Projekte erhalten. Auch gibt es keine eigenen IT- Ressourcen, um digitale Innovationen durchzuführen“

„Es gibt bei uns keinen systematischen Ansatz zum Aufspüren digitaler Geschäftsideen“

„Unser Performance-Management ist veraltet und reflektiert nicht den Bedarf nach agileren Feedback & Bewertungs-Methoden“

5: Die Kultur verzeiht keine Fehler

„Selbst wenn wir digitale Technologien einsetzen – „digital“ umfasst auch einen Mind-Set-Shift, den wir noch vor uns haben“

"HR unterstützt uns noch nicht mit digitalen Qualifizierungsprogrammen“

„Die Kultur verzeiht noch keine Fehler als Teil eines Entwicklungsstands von Projekten – das müsste als Teil einer agilen „Trial and Error“-Mentalität etabliert werden“

Quelle

Heidrick & Struggles „Digital Governance & Leadership Study“, Mai 2015

In vielen Firmen gab es lange gar kein digitales Verständnis und keine Strategie. Jetzt muss alles ganz schnell gehen, ohne dass Zeit für eine abgestimmte Planung da ist. „Es fehlt in den deutschen Großunternehmen ein Transformationsplan für die Anpassung der Unternehmenskultur an das digitale Zeitalter. Häufig herrscht ein Defizit an konkreten Ideen, womit man den Wandel einläuten könnte“, erläutert Wiebke Köhler von Heidrick & Struggles.

„In allen Branchen stehen Entscheider vor einer Fülle von neuen digitalen Möglichkeiten. Die Aufmerksamkeit dafür ist zwar vorhanden, aber es fehlt an Orientierungspunkten“, schreibt auch Didier Bonnet, Digitalexperte bei der Unternehmensberatung Capgemini in einem Fachbeitrag.

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