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18.04.2016

14:59 Uhr

Hannover Messe

Alles für Obamas Sicherheit

VonMartin Wocher

Eine Messe im Ausnahmezustand: Die Industrieschau in Hannover steht in diesem Jahr ganz im Bann von US-Präsident Barack Obama. Aussteller und Anwohner müssen sich auf einen hohen Sicherheitsaufwand einstellen.

Vor dem Besuch des US-Präsidenten Obama zur Hannover Messe gehen die Vorbereitungen in die heiße Phase. dpa

Versiegelte Kanaldeckel in Hannover

Vor dem Besuch des US-Präsidenten Obama zur Hannover Messe gehen die Vorbereitungen in die heiße Phase.

DüsseldorfDas Kanalsystem ist durchsucht, rund 2000 Kanaldeckel entlang der Fahrstrecke sind bereits versiegelt: In Hannover herrscht Sicherheitsstufe 1. „Wenn Obama kommt, sind die Sicherheitsvorkehrungen überall auf der Welt gleich hoch“, sagt Jochen Köckler, Vorstand der Deutschen Messe und für die Hannover Messe, die größte Industriemesse der Welt, organisatorisch verantwortlich.

Ihm ist in den vergangenen Jahren viel Politik-Prominenz begegnet: Der russische Präsident Wladimir Putin, Indiens Premier Narendra Modi oder der niederländische Regierungschef Mark Rutte haben schon zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die Messe eröffnet. Aber US-Präsident Barack Obama stellt alles in den Schatten.

Die Polizei in Hannover hält sich mit konkreten Auskünften über die Zahl der eingesetzten Hundertschaften an Polizisten und Sicherheitsleuten zurück. Es dürfte aber der größte Einsatz der vergangenen Jahre sein: „Obama ist immerhin der am meisten gefährdete Mann der Welt“, sagte ein Sprecher.

Der Weg zur Industrie 4.0

1. Industrielle Revolution

Alles begann mit der Dampfmaschine. Sie gab der Industrialisierung den entscheidenden Schub. In den Fabriken war man plötzlich weniger abhängig von menschlicher Muskelkraft. Mechanische Produktionsanlagen fertigten Waren schneller und in größerer Stückzahl als bisher. Als Stichtag gilt der erste mechanische Webstuhl in einer Fabrik im Jahr 1784.

2. Industrielle Revolution

Auf diese erste industrielle Revolution folgten weitere Entwicklungssprünge, jeder ausgelöst durch technologische Fortschritte. So ermöglichte die elektrische Energie Anfang des 20. Jahrhunderts die arbeitsteilige Massenproduktion. Im Jahr 1870 liefen die ersten Fließbänder in den Schlachthöfen von Cincinnati an.

3. Industrielle Revolution

Zu Beginn der 1970er-Jahre zogen Elektronik und Informationstechnologien in die Fabriken ein und sorgten für eine Automatisierung der Produktionsprozesse. Maschinen übernahmen Arbeitsschritte, die zuvor per Hand erledigt worden waren. In dieser dritten Phase des Industrialisierungsprozesses befinden wir uns auch heute noch – und stehen an der Schwelle zur Industrie 4.0.

4. Industrielle Revolution

Die sogenannte Industrie 4.0 steht noch ganz am Anfang und besteht bisher vor allem aus Visionen. Angestoßen wird diese vierte Stufe der industriellen Revolution wieder durch technologischen Fortschritt: Die gesamte Produktionslogik wandelt sich, in der Industrie 4.0 verschmelzen die physikalische und virtuelle Welt. Am Ende steht die vernetzte Fabrik und eine zunehmend autonome Produktions- und Logistikkette, mit Maschinen, Geräten und Produkten, die scheinbar selbstständig arbeiten.

Die Abstimmung erfolgt zwischen dem amerikanischen Secret Service, dem Bundeskriminalamt und weiteren Stellen. Aus Sicherheitskreisen sickerte durch, dass mehrere Großraumtransporter Limousinen und zwei Kampfhelikopter in die niedersächsische Landeshauptstadt einfliegen. Wegen der unmittelbaren Nähe dürfte dabei der Fliegerhorst Wunstorf logistisch einbezogen werden.

Obamas Air Force One wird zwar erst am Sonntag erwartet. Bereits ab Samstag gilt aber in einem Umkreis von 100 Kilometern eine Flugverbotszone, von der nur der kommerzielle Flugverkehr auf den Flughäfen Hannover und Braunschweig ausgenommen ist. Als streng gesicherte Zonen gelten der Flughafenbereich, die Herrenhäuser Gärten, das Zooviertel mit dem Congress Centrum (HCC) und das Messegelände.

Die 1800 Anwohner rund um das HCC, in dem die Eröffnungsveranstaltung am Sonntagabend stattfinden wird, wurden schon vor einer Woche von der Polizei informiert, dass sie sich ab Samstagmorgen auf Fahrzeug-und Personenkontrollen einrichten müssen. In die eigene Wohnung zu gelangen, schafft nur, wer seinen Personalausweis samt Adresse mitführt. Papierkörbe werden noch abmontiert und geparkte Autos und Fahrräder entlang von Obamas Aufenthaltsorten abtransportiert.

Auch allzu neugierig auf den US-Präsidenten dürfen die Bewohner in der Sicherheitszone nicht sein. „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Sicherheitskräfte während des Besuchs des US-Präsidenten besonders aufmerksam agieren“, heißt es in dem Schreiben der Polizei. „Wir bitten Sie daher, sich in den Zeiträumen, in denen sich die Kolonnen der Staatsgäste im Bereich des HCC einfinden und wieder abfahren, von ihren Fenstern fernzuhalten, um möglichen Irritationen vorzubeugen."

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