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24.04.2017

16:55 Uhr

Industrie 4.0

Anstoß zum Wandel

VonMartin Wocher

Viele Industriemanager sind sich der Schnelligkeit der digitalen Veränderung nicht bewusst. Ein Dilemma, denn die Digitalisierung ist und bleibt eines der Kernthemen der Industrie. Ein Kommentar.

Die künstliche Intelligenz, mit deren Hilfe Maschinen eigenständige Entscheidungen treffen können, steht noch ganz am Anfang. dpa

Hannover Messe

Die künstliche Intelligenz, mit deren Hilfe Maschinen eigenständige Entscheidungen treffen können, steht noch ganz am Anfang.

HannoverDie Vorteile liegen auf der Hand: Unternehmen, die ihre Produktionsabläufe durchgehend digital vernetzen, sind schneller, fertigen kostengünstiger und können maßgeschneiderte Produkte anbieten. Dennoch tun sich viele Firmenchefs immer noch schwer, wenn es um die konsequente Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie geht.

Sie scheuen den radikalen Wandel, der damit einhergeht. Doch es reicht nicht mehr, die Maschine immer weiter zu optimieren, Sensoren draufzupappen und dies als Industrie 4.0 zu verkaufen. Die Veränderungen gehen viel tiefer: Gerade Unternehmen aus so traditionsreichen Branchen wie dem Maschinenbau oder der Elektroindustrie müssen sich von jahrzehntelang geübten Denkweisen verabschieden, um eine Antwort auf die Schnelligkeit und Radikalität der Digitalisierung zu finden.

Sechs Entwicklungen, die die kommenden Jahre beherrschen

Computing überall

Mobile Geräte bieten ständigen Online-Anschluss. Dadurch ist die kontinuierliche und damit aktuelle, weltweite Information der Nutzer, auch in der Produktion und im Handel, möglich.

Internet der Dinge (IoT)

Geräte tauschen untereinander und mit den Nutzern automatisch Infos aus. Etwa die Haushaltsgeräte mit dem Stromzähler, um die günstigsten Verbrauchszeiten herauszufinden.

3-D-Druck

Die neuen Drucker können fast jedes dreidimensionale Objekt herstellen. Typische Materialien sind Kunststoffe, Kunstharze, Keramiken und Metalle.

Big Data

Große Datenmengen, etwa aus dem IoT, von Social Media oder aus mobilen Geräten, werden automatisch analysiert und sind in Anwendungen eingebettet.

Intelligente Maschinen

Sie lernen selbstständig und handeln entsprechend dem Trends zur Industrie 4.0. Die smarten Maschinen gelten als Technologie, die vorhandene Geräte weitgehend ersetzt.

Systeme mit Umgebungsdaten

Sie erfassen, etwa via Sensoren, den Kontext der Nutzer und der Geräte und liefern ausgewählte Daten. Damit lassen sich zum Beispiel Sicherheitssysteme verstärken.

Quelle: Creditreform 1 2017

In Teilen ist dieses Bewusstsein sicher schon vorhanden. Doch der Maschinenbau weiß selbst: Im Digitalzeitalter muss die Branche vom vorherrschenden Perfektionismus lassen und experimentierfreudiger werden.

Das alte Denken in der Branche muss aufgebrochen werden. Deswegen sind Initiativen wie der auf der Hannover Messe vorgestellte Industrie 4.0 Maturity Index grundsätzlich begrüßenswert. Denn er richtet sich an die kleinen und mittleren Unternehmen, die sich oft selbst fragen, ob sie bei der Digitalisierung auf dem richtigen Weg sind. Sie sind mit Appellen aus Politik und Verbandsführung nicht zu erreichen, sondern brauchen einen Wegweiser. Ein solcher Index hilft gerade den Firmen, die erst einmal kleine Schritte wagen wollen und bislang vor der Komplexität der Aufgabe zurückgeschreckt sind.

Allerdings gilt: Der digitale Wandel in einem Unternehmen beginnt in den Köpfen. Ein Leitfaden wie der Maturity Index kann ein wichtiger Anstoß für diese Umstellung werden. Entscheidend aber ist und bleibt, wie stark das Management selbst diesen Wandel vorantreibt und vorlebt.

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