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15.04.2015

10:44 Uhr

Konjunktur

Rückenwind für die deutsche Industrie

VonMartin Wocher

Die Verbände von Maschinenbau- und Elektroindustrie erwarten mehr Wachstum. Das dürfte sich auch positiv auf die Beschäftigungszahlen auswirken. Schon jetzt sind die beiden Branchen die größten industriellen Arbeitgeber.

Die beiden größten industriellen Arbeitgeber in Deutschland, der Maschinenbau und die Elektroindustrie erwarten Gewinnzuwächse – und das dürfte weitere Arbeitsplätze schaffen. ap

Die beiden größten industriellen Arbeitgeber in Deutschland, der Maschinenbau und die Elektroindustrie erwarten Gewinnzuwächse – und das dürfte weitere Arbeitsplätze schaffen.

HannoverWenn die Hannover Messe als zuverlässiges Konjunkturbarometer taugen sollte, muss den deutschen Unternehmen nicht bange sein: Schon früh am Morgen gab es lange Autoschlangen vor den Messe-Parkplätzen, drängte sich das Publikum in den mit mehr als 6500 Ausstellern ausgebuchten Hallen. Und tatsächlich legte die deutsche Industrie großes Selbstbewusstsein an den Tag.

Die beiden größten industriellen Arbeitgeber in Deutschland, der Maschinenbau (eine Million Beschäftigte) und die Elektroindustrie (845.000 Mitarbeiter), gehen von Zuwächsen in der Produktion zwischen 1,5 und zwei Prozent aus. Das werde sogar ausreichen, weitere Arbeitsplätze im Inland zu schaffen, kündigten beide Industrieverbände an.

Treiber werden die Digitalisierung der industriellen Produktion und der Ausbau virtueller Netzwerke zwischen Hersteller, Kunden und Zulieferern sein, Stichwort: Industrie 4.0. In den kommenden drei Jahren wollen beide Branchen jeweils rund 10.000 neue Mitarbeiter mit Expertise in den Bereichen IT und Automatisierungstechnik einstellen. „Das ist ehrgeizig“, sagte der Präsident des VDMA, Reinhold Festge. „Aber mit der Fokussierung auf die Chancen von Industrie 4.0 können wir das schaffen.“

Eine Studie des Fraunhofer-Instituts rechnet mit einem zusätzlichen Wertschöpfungspotenzial von rund 80 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025. Das könnte in naher Zukunft für ein zusätzliches Wachstum von ein bis zwei Prozentpunkten pro Jahr in Deutschland sorgen. Doch noch ist es nicht so weit: Zwar ist die Hannover Messe voll mit Industrieunternehmen, die auf eine vernetzte Produktion setzen. Aber ein Viertel der deutschen Unternehmen hat sich laut einer Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom mit dem Thema noch gar nicht beschäftigt, will es aber in Zukunft tun. Rund jede siebte Firma schließt aber auch das aus.

Dennoch sieht es für die nächsten beiden Jahre gut aus: Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo hatte am Vortag bereits exklusiv im Handelsblatt seine Wachstumsprognose von zuvor 1,5 auf zwei Prozent in diesem Jahr angehoben. Weltweit rechnet Grillo mit einem Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent in diesem und im nächsten Jahr. Die Geldpolitik sei Triebfeder der Entwicklung. „Der Euro ist günstig, und der niedrige Ölpreis wirkt wie ein kleines Konjunkturpaket“, sagte der Verbandschef. Stabile Auftragseingänge aus dem In- und Ausland sowie der starke private Konsum täten ein Übriges, optimistisch nach vorn zu blicken.

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