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07.04.2015

10:10 Uhr

Studie

Service entscheidet beim „Internet der Dinge“

VonHans-Peter Siebenhaar

Die Digitalisierung der Produktion stellt Konzerne vor neue Herausforderungen. Diese sollten Innovationen am besten im Niedrigpreissegment einführen, so der Ratschlag von Experten.

Die Digitalisierung der Produktion stellt Unternehmen jeder Größe vor neue Herausforderungen. dpa

„Internet der Dinge“

Die Digitalisierung der Produktion stellt Unternehmen jeder Größe vor neue Herausforderungen.

WienDas „Internet der Dinge“ stellt Dax-Konzerne und Familienunternehmen vor große Herausforderungen. Über den Erfolg von Geschäftsmodellen werde zum einen der Aufbau einer starken digitalen Infrastruktur entscheiden - und zum anderen die Bildung neuer strategischer Allianzen bei der Produktentwicklung, im Vertrieb und im Service. Das ist das Ergebnis einer erstmals durchgeführten Marktstudie der Managementberatung IQ, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

„Die Herausforderungen durch das Internet werden zunehmen. Künftig werden auch Produkthersteller voll erfasst werden. Nicht mehr das Produkt differenziert, sondern der Service“, erläutert Rainer Wiedmann, Chef und Gründer der Managementberatung IQ. Hersteller wie beispielsweise Adidas müssten sich von einem Produktanbieter zu einem Dienstleistungsunternehmen verändern.

Bislang hat das „Internet der Dinge“ vor allem die Medien- und Telekommunikationsindustrie kannibalisiert. Doch die Entwicklung gehe laut der Studie, für die 100 Dax- und Start-up-Unternehmen im vierten Quartal 2014 untersucht wurden, schnell weiter. Von größter Bedeutung für Unternehmen sei, wie schnell sie neue Allianzen schmieden und anführen werden.

„Die Dax-Konzerne können sich keinesfalls zurücklehnen, weil es in Zukunft nur einige wenige Anbieter gibt, die das jeweilige Ökosystem beherrschen werden“, erklärt Experte Wiedmann, der in der Branche durch die Gründung des Agenturnetzwerkes Argonauten bekannt geworden ist. Am Ende der erwarteten Marktbereinigung werde es nur zwei dominierende Wettbewerber geben.

Unter „Internet der Dinge“ wird die Implementierung von netzwerkfähigen Minicomputern in Gegenstände verstanden, welche die Alltags- und Berufswelt erleichtern und kaum auffallen. Die Studie, die sich auf Haushaltsgeräte, Sport und Smart Home konzentriert, sieht die deutschen Konzerne beim „Internet der Dinge“ gut aufgestellt. „Viele global agierende Konzerne haben die Bedeutung des ‚Internet der Dinge‘ verstanden“, sagt Wiedmann. Positive Beispiele seien Deutsche Telekom sowie RWE, die Sportartikelhersteller Adidas und Puma oder die Haushaltsgerätehersteller Bosch-Siemens und Miele.

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Beim vernetzten Heim („Smart Home“) überzeugten ganzheitliche Lösungen. Hier liege die Google-Tochter Nest vorn, gefolgt von Sony und der Telekom. Wiedmann rät, Innovationen zunächst im Niedrigpreissegment einzuführen, um schnell den Markt zu durchdringen. Die Konzerne müssten sich so organisieren, damit sie neue Service-Geschäfte aufbauen könnten.

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