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24.04.2016

13:27 Uhr

Volkswagen in Hannover

Wie VW nach vorne blickt

VonFranz Hubik

3D-Druck, Datenbrillen und eine E-Auto-Weltexklusivität: VW will den Abgasskandal abschütteln und inszeniert sich auf der Hannover Messe als digitaler Vorreiter. Doch der Autobauer fremdelt sichtlich mit der Zukunft.

VW zeigt auf der Hannover Messe, wie man sich die digitale Zukunft vorstellt. dpa

Augen auf und durch

VW zeigt auf der Hannover Messe, wie man sich die digitale Zukunft vorstellt.

Hannover„Aaaah, faszinierend“, brummt Werner Schreiber freudig während er von einem Auto zum nächsten schreitet. Vor einem blauen SUV-Kompaktwagen macht er Halt. „Mein Liebling, der Tiguan GTE“, erklärt der Konzernforschungsleiter von Volkswagen für den Bereich virtuelle Technik. Das Besondere an dem Fahrzeug? Es ist die erste Geländelimousine, die VW auch als Plug-In-Hybrid, einer Mischform aus Verbrenner und Elektroauto, anbieten möchte.

„Weltexklusiv“, erklärt Schreiber hätte man im Rahmen einer Studie den Wagen zudem mit einem Solarmodul ausgestattet, das sauberen Sonnenstrom in die Batterie des Pkw schleust. Damit könnten jährlich bis zu 1000 Kilometer zusätzlich emissionsfrei zurückgelegt werden.

Acht Monate nach Bekanntwerden des Dieselskandals präsentiert sich Volkswagen auf der weltgrößten Industrie-Messe in Hannover, die am Montag offiziell startet, mit einem Stand, der in puncto Größe und Ausstattung dem Auftritt vergangener Jahre um nichts nachsteht. An der Zukunft, so die Botschaft, wird nicht gespart.

Dabei meldete der Konzern gerade den größten Verlust in der Unternehmensgeschichte. Für 2015 weisen die Wolfsburger ein Minus von rund 4,1 Milliarden Euro aus. Hauptverantwortlich dafür sind Rückstellungen in der Höhe von 16,2 Milliarden Euro, die VW bildete, um die Folgen der systematischen Manipulation von Abgaswerten bei elf Millionen Fahrzeugen zu schultern.

„Volkswagen ist trotz der schweren Zeit gerne hier“, wischt VW-Manager Schreiber die  existenzbedrohende Krise seines Arbeitsgebers galant beiseite. Der Mann mit der schmalen Brille, dem schütteren Haar und der rot-weiß-gestreiften Krawatte hat seine Ansprache vor einem Tross an Journalisten feinsäuberlich vorbereitet. Auf gut einem Dutzend Kärtchen ist Satz für Satz seines Vortrags  notiert. Er möchte in Hannover zeigen, wie Volkswagen den technologischen Wandel des Autos vorantreibt.

„Wir fokussieren uns dieses Jahr auf die Digitalisierung und die Elektromobilität“, erklärt Schreiber vor einem Exponat, das einen typischen Produktionsablauf zeigt, bei dem Mensch und Roboter in einem Raum ganz ohne Abgrenzung zusammenarbeiten. „Das steht kurz vor dem Serieneinsatz“, sagt Schreiber und bittet in den „Digitalisierungsraum“ am Volkswagen-Messestand in Halle 15.

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