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07.01.2010

11:46 Uhr

Hoffnung auf Therapie

Mit Handystrahlen gegen Alzheimer

US-Forscher haben einen möglichen neuen Therapie-Ansatz gegen die bislang unheilbare Alzheimer-Krankheit entwickelt. Im Tierversuch erwies sich Handystrahlung als wirksame Waffe gegen die Gerhinerkrankung. Unklar ist noch, worin die heilsame Wirkung der Strahlen besteht.

Die Käfige der Versuchstiere wurden um eine Antenne gruppiert, die eine für Handys typische Strahlung abgab. dpa

Die Käfige der Versuchstiere wurden um eine Antenne gruppiert, die eine für Handys typische Strahlung abgab.

HB TAMPA. Handystrahlen haben in einem US-Labor bei Mäusen Alzheimer verhindert - und bei bereits erkrankten Tieren das Hirnleiden gelindert. Über dieses überraschende Ergebnis berichten Mediziner der University of South Florida in Tampa im Fachblatt „Journal of Alzheimer's Disease“. Bei gesunden Mäusen verbesserte die Strahlung zudem das Erinnerungsvermögen.

Wie die Gesundheitseffekte ausgelöst würden, sei noch nicht genau bekannt, schreiben die Mediziner um Gary Arendash. Dennoch halten sie ihre Ergebnisse auch für den Menschen für relevant.

Die Wissenschaftler vom Alzheimer-Forschungszentrum der Universität hatten knapp 100 Mäuse in ihre Tests einbezogen. Die meisten davon waren „Modell-Mäuse“ für Alzheimer, also genetisch veränderte Tiere, in deren Gehirn sich die typischen Ablagerungen des Peptids Beta-Amyloid bilden.

Die Mäuse saßen in Käfigen, die um eine Antenne gruppiert waren. Diese sandte eine für Mobiltelefone übliche elektromagnetische Strahlung mit einer Frequenz von 918 Megahertz aus - jeweils für zweimal eine Stunde täglich, sieben bis neun Monate lang. Die Dosis von 0,25 Watt pro Kilogramm habe jener entsprochen, die bei ans Ohr gehaltenem Handy auf das menschliche Gehirn einwirke, berichten die Mediziner.

Bei jungen, noch nicht erkrankten Tieren bildeten sich - anders als normalerweise - während des Versuchs keine Beta-Amyloid-Plaques im Gehirn. Bei Verhaltenstests zeigten diese Mäuse normale kognitive Fähigkeiten. Bei älteren Tieren mit Alzheimer stellten die Mediziner fest, dass sie bei Leistungstests nach der mehrmonatigen Bestrahlung ebenso gut abschnitten wie völlig gesunde Mäuse. Im Hirn fanden sich weniger Ablagerungen.

Kommentare (2)

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Christian

08.01.2010, 09:08 Uhr

Toll recherchiert!!! Steht so ähnlich auch in der bildzeitung.

Friedrich

12.02.2010, 11:37 Uhr

Falls jemand beweise für die Schädlichkeit von elektro-magnetischen Feldern sucht, wurden diese soeben gefunden.
Die Forscher waren wohl selber zu stark den Feldern ausgesetzt.

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