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27.01.2010

08:00 Uhr

HTC HD2

Ein Wolf im Schafzpelz

VonAxel Postinett

Eine tolle Hardware, gestraft mit einem antiquierten Betriebssystem: Das HTC HD2 ist ein Wolf im Schafspelz. Die größten Kritikpunkte an Windows Mobile sind die träge Reaktion, die schwer bedienbare Oberfläche und unübersichtliche Menüs. Das taiwanesische Nobelhandy geht damit aber erstaunlich gut um.

Das HTC HD2 besticht vor allem durch seine Optik. Größte Schwäche ist das antiquierte Betriebssystem. Pressebild

Das HTC HD2 besticht vor allem durch seine Optik. Größte Schwäche ist das antiquierte Betriebssystem.

HB. Das taiwanesische Nobelhandy HTC HD2 besticht mit seiner schlanken Form, einem hochwertigen Gehäuse aus Glas und Aluminium sowie dem brillanten und mit 4,3 Zoll schon fast zu großen Touchscreen. Lediglich vier Funktionstasten auf der Vorderseite unterbrechen das klare Design. Ein schwerer Fauxpas ist nur die wie eine Warze auf der Rückseite herausragende Kameralinse. Man bekommt Angst, das Gerät auf einen Tisch zu legen. Schön gelöst ist hingegen der optional erhältliche Batteriefachdeckel mit integrierter Autohalterung. Genial für Vielfahrer und Navi-Nutzer, die wackelige Schwanenhals-Konstruktionen leid sind. Schade allerdings, dass nur eine Testversion des Mittelklasse-Navi-Systems Co-Pilot (leider unlöschbar) vorinstalliert ist.

Die größten Kritikpunkte an Windows Mobile sind die träge Reaktion, die schwer bedienbare Oberfläche mit winzigen Icons und unübersichtlichen Menüs sowie der Browser. Die Trägheit überspielt HTC durch brutale Gewalt: Der mit einem Gigahertz getaktete Snapdragon-Prozessor macht Windows ordentlich Dampf, die bekannten Ruckler bei der Programmausführung sind fast verschwunden. Als Alternative zum Windows-Browser ist Opera integriert, dem Menüchaos ist HTC mit seiner Oberfläche HTC Sense ordentlich zu Leibe gerückt. Das macht jetzt richtig Spaß, so lange man nicht in die „alte“ Windows-Welt zurück muss. Etwa, wenn man zusätzliche Apps ohne „HTC-Feeling“ aus dem Internet lädt. Der interne Speicher ist per MicroSD-Card erweiterbar.

Das Menüband an der Unterkante des konfigurierbaren Startbildschirms leitet per Fingerwisch blitzschnell über zu weiteren Stand-by-Screens mit E-Mail, Internet, Fotos oder Einstellungen. Klasse: Multitouch-Gesten mit zwei Fingern à la iPhone vergrößern oder verkleinern Fotos und Webseiten in Opera. Persönliche Erinnerungen hält „Footprints“ fest, ein kleines HTC-App, das automatisch Ortsangaben zu Fotos hinzufügt. Die so markierten Bilder können dann mit Google Maps angezeigt oder direkt als Ziel in die HD2-Navigation übernommen werden.

Unausgereift hingegen ist manche App aus dem Softwarestore: Facebook etwa nervte beim Test mit unnötigen Abstürzen. So was muss heute einfach so reibungslos funktionieren wie die gut gelöste E-Mail-Integration und Daten-Synchronisation. Fazit: Unzweifelhaft das Smartphone für alle, die nicht auf Windows Mobile verzichten können oder wollen und nicht auf die Version Mobile 7 warten wollen. Ein exzellentes Stück Hardware, mit dem man erhobenen Hauptes jedem iPhone-Jünger gegenübertreten kann. Mehr geht mit Windows 6.5 kaum noch. Der Preis ist bereits ins Rutschen geraten, bei günstigen Händlern ist das HD2 für rund 550 Euro zu bekommen. Mein Traum allerdings: das HD2 ausgestattet mit dem Google-Betriebssystem Android. Dann könnte selbst Googles eigenes Android-Handy Nexus One einpacken.

Kommentare (2)

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Thomas D.

27.01.2010, 10:30 Uhr

ich denke HTC hat sich schon was dabei gedacht Windows Mobile als OS zu wählen. Android ist zwar moderner und wohl auch in vieler Hinsicht besser - aber Geschäftsleuter werden ihre Daten wohl kaum der Cloud anvertrauen wollen. Und Nichtgeschäftsleute können sich die Cloud außerhalb Deutschlands aufgrund der Roumingkosten nicht leisten. Und ohne die Cloud verdienen Androidphones die bezeichnung Smartphone nicht.

Dazu kommt noch, dass in der verrückten Mobilphonewelt ausgerechnet Windows Mobile die Plattform ist, die dem benutzer die meißte Freiheit bei der Wahl der verwendeten Software läßt. Die beschränkung auf einen einzelnen von einem Hersteller kontrollierten Softwaremarktplatz ist für mich z.b. ein absolutes Ausschlusskriterium.

KK

31.01.2010, 00:43 Uhr

[Dann könnte selbst Googles eigenes Android-Handy Nexus One einpacken.] schlecht oder einfach unsauber recherchiert. Nexus One kommt auch von HTC und wird nicht wie immer behauptet von Google gefertigt. warum ist WM ein antiquirtes OS ? nur weil es nicht von Apple ist? dafür ist es offen und ohne Restriktionen zu nutzen und auch ggf. mit neuen ROMs zu bestücken die das OS optimieren.

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