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03.09.2015

17:26 Uhr

IFA-Trend Smartwatch

Vom Klopper zum Hingucker

VonIna Karabasz, Christof Kerkmann

Wer eine Smartwatch trägt, outet sich als Nerd oder Apple-Fan. Das wollen die Hersteller ändern: Auf der IFA in Berlin zeigen sie Computeruhren, die gut aussehen – und womöglich bald schon häufiger zu sehen sein werden.

Auf der IFA ließ Huawei von Moderedakteuren erklären, wie wichtig es ist, dass eine Smartwatch schön ist. AFP

Huawei Watch

Auf der IFA ließ Huawei von Moderedakteuren erklären, wie wichtig es ist, dass eine Smartwatch schön ist.

BerlinWer etwas verkaufen will, sucht am besten einen Experten, der den Nutzen des Produktes anpreist. Samsung lässt auf der Elektronikmesse IFA einen Mediziner erklären, wie sinnvoll es ist, Stoffwechsel und Schlaf mit dem neuen Gerät Sleep Sense zu überwachen. Der Hausgerätehersteller Miele hat eine Ernährungswissenschaftlerin eingeladen, um sein neues Kochfeld zu präsentieren

Auch der chinesische Technologiehersteller Huawei holte bei seiner Präsentation Fachleute auf die Bühne: Moderedakteure. Sie erklärten, wie wichtig es ist, dass eine Smartwatch schön ist. Schließlich sei es eine Uhr das wichtigste Accessoire für Männer.

Es ist ein ungewöhnlicher Auftritt. Doch nicht nur Huawei redet bei der Technikshow in Berlin ausgiebig übers Design. Auch Asus, LG und Samsung betonen die äußeren Werte ihrer neuen Geräte. Da haben sie allerdings auch Nachholbedarf: Frühere Modelle waren klobig und kantig.

Die neuen Uhren sind rund und – fast schlank. „Aus der Entfernung sehen die meisten aus wie Luxusuhren“, beobachtet Chris Jones, Analyst beim Marktforscher Canalys. Apple hat das mit seiner Watch vorgemacht. Damit eignen sich die Uhren auch für Menschen, denen Stil wichtiger ist als Technik.

Apple nicht das Feld überlassen

Auch wenn Samsung bereits vor zwei Jahren seine erste Gear auf den Markt gebracht hat, sind die Computeruhren bisher ein Nischenprodukt. „Mir kommt es so vor, als ob bislang nur Technikenthusiasten und Apple-Fans Smartwatches gekauft haben“, sagt Jones. Im Jahr 2014 setzten die vielen Hersteller von Android-Uhren nur 720.000 Geräte ab – zusammen, wohlgemerkt.

Insgesamt schätzen die Experten den Absatz von smarten Armbändern – darunter auch reine Schrittzähler – auf 4,6 Millionen Geräte. Erst Apple schaffte es, mit seinem neuen Gadget ein paar Millionen Stück auf einen Schlag zu verkaufen. Eine Initialzündung für den Markt.

Die IFA zeigt, dass die Hersteller Apple nicht das Feld überlassen wollen. Ob Samsung oder LG, Motorola, Asus oder Huawei: Alle Firmen haben Uhren mit runden Gehäusen entwickelt. Alle bieten unterschiedliche Designs an, teils verspielt, teils schlicht. Und alle Geräte lassen sich mit unterschiedlichen Armbändern kombinieren.

Motorola bringt gar eine Linie heraus, die Frauen für Frauen gestaltet haben. „Viele Männer mögen große Uhren, aber man muss die unterschiedlichen Vorlieben bedienen“, sagt Motorola-Manager Marcus Frost. Die kleinere Variante der Moto 360 mit schmalem Lederarmband ist zwar nicht filigran, aber auch nicht wuchtig.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

03.09.2015, 18:00 Uhr

Oh, wie schön! Hier darf kommentiert werden. Danke, danke, danke!!!

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. 

Herr Helmut Metz

03.09.2015, 19:26 Uhr

Dann schreiben wir halt über Uhren.
Diese Uhren sind etwas für Angeber mit einer ultrahohen ZEITPRÄFERENZ, die besonders hip sein möchten.
Ich dagegen habe eine niedrige ZEITPRÄFERENZ und spare lieber für ein Zenith El Primero Automatik-Zeiteisen. Das wird nämlich auch noch in einhundert Jahren einwandfrei funktioneren, wenn sich niemand mehr an Apple erinnern kann...

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