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25.11.2015

11:12 Uhr

iPad Pro und Surface Pro 4 im Test

Das Duell der Notebook-Killer

VonChristof Kerkmann

Apple will mit dem iPad Pro das Notebook überflüssig machen, Microsoft versucht das mit dem Surface schon länger. Trotz ähnlicher Konzepte gibt es große Unterschiede – hier lesen Sie, welches Modell sich für wen lohnt.

Die Formate ähneln sich, trotzdem sind die Unterschiede zwischen Surface Pro 4 (links) und iPad Pro groß, wie Handelsblatt-Redakteur Christof Kerkmann festgestellt hat.

Rücken an Rücken

Die Formate ähneln sich, trotzdem sind die Unterschiede zwischen Surface Pro 4 (links) und iPad Pro groß, wie Handelsblatt-Redakteur Christof Kerkmann festgestellt hat.

Tim Cook hat vermutlich seine Leute, die Tabellenblätter mit Zahlen und Formeln befüllen oder seine Präsentationen vorbereiten. So ist jedenfalls zu erklären, dass der Apple-Chef kürzlich meinte, dass man heute keinen PC mehr benötige. „Wirklich, warum sollte man einen kaufen?“, erklärte er gegenüber dem britischen „Telegraph“. Das neue iPad Pro, ein Tablet in Übergröße mit ansteckbarer Tastatur und Eingabestift, könne für viele Leute den klassischen Computer ersetzen – „sie werden es nutzen und zu dem Schluss kommen, dass sie daneben nur noch ihre Smartphones brauchen“.

Die Botschaft, passend platziert zum Verkaufsstart, dürfte vielen allerdings bekannt vorkommen: Microsoft verkauft bereits seit drei Jahren das Surface als „das Tablet, das dein Notebook ersetzen kann“. Auch die ansteckbare Tastatur und den Eingabestift kennt man vom Microsoft-Modell, von dem kürzlich die vierte Generation in den Handel gekommen ist.

Trotz aller Parallelen offenbaren sich beim genaueren Hinsehen allerdings Unterschiede, die deutlich über das Logo auf der Rückseite hinausgehen. Wir haben auf einer Dienstreise die Werbung beim Wort genommen und getestet, ob die Geräte tatsächlich ein Ersatz für ein klassisches Notebook sind.

Schick oder kantig?

Auch wenn Tim Cook das iPad Pro als Arbeitsgerät anpreist: Auf den ersten Blick sieht es nicht danach aus. Ein iPad ist ein iPad ist ein iPad, auch wenn es fast 13 Zoll misst – mit schick abgerundeten Ecken und einem flachen Aluminiumgehäuse. Allerdings liegt das neue Modell mit seinen gut 700 Gramm gewichtig in der Hand, was sich bei der elektronischen Zeitungslektüre am Morgen bemerkbar macht. Besser, man nimmt beide Hände.

Die Ausstattung erinnert indes durchaus an ein Notebook. Das fängt an beim brillanten Retina-Display, das man aus anderen Apple-Geräten kennt. Filme sehen darauf richtig klasse aus, und sie hören sich klasse an: Der Hersteller baut in den vier Ecken vier Lautsprecher ein, die Höhen, Mitten und Bässe ausgewogen wiedergeben – egal, wie man das Gerät in der Hand hält. Und auch der vom Konzern selbst entwickelte Prozessor reicht in Tests durchaus an leistungsfähige Notebooks heran. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass sich mehrere hochaufgelöste Videos ohne Probleme parallel bearbeiten lassen.

Das Surface Pro 4 hat mit 12,3 Zoll einen etwas kleineren Bildschirm. Trotzdem ist das Gerät etwas wuchtiger, nicht zuletzt wegen des verstellbaren Ständers. Mit dem kantigen Magnesiumgehäuse zeigt Microsoft: Hier geht es um den Ernst des Lebens. Design steht nicht so im Mittelpunkt.

Der Bildschirm des Microsoft-Gerätes hinterlässt einen genauso guten Eindruck wie das iPad Pro. Als Mitnehm-Kino für die Bahn oder das Bett eignet sich das Gerät also. Auch an der Leistung gibt es wenig zu bemängeln, zumindest wenn man nicht die kleinste Konfiguration mit dem Core-m3-Prozessor nimmt. Die getestete Variante mit aktuellen Core-i5-Prozessor von Intel ließ keine großen Wartezeiten aufkommen. Nur die Akkulaufzeit könnte besser sein: Während das iPad Pro rund zehn Stunden durchhält, muss das Surface Pro 4 nach fünf bis sieben Stunden wieder an die Steckdose.

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