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12.09.2012

20:43 Uhr

iPhone 5

Größerer Bildschirm und deutlich leichter

VonKatharina Slodczyk, Axel Postinett

Nach Wochen der Spekulationen hat Apple das neue iPhone vorgestellt – die meisten Gerüchte bestätigten sich. Das Gerät ist für den Konzernerfolg entscheidend. In Deutschland gibt es das Smartphone ab dem 21. September.

Groß und leicht

iPhone 5 vorgestellt

Groß und leicht: iPhone 5 vorgestellt

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London/San FranciscoGrün ist die Farbe des Frühlings und der Hoffnung, grün signalisiert Frische und Erneuerung. Dutzende von Helfer in grünen T-Shirts weisen am Mittwoch Abend bei der Präsentation des neuesten Apple-Produkts in London den Besuchern den Weg – in das Untergeschoss der Zentrale der britischen Tageszeitung „Guardian“, wo sonst Konzerte, Lesungen und Kabarett-Veranstaltungen stattfinden. Dort wird an diesem Abend der Auftritt von Apple-Chef Tim Cook per Satellit übertragen.

Die Botschaft der zahlreichen grün gekleideten Helfer ist eindeutig: Hier kommt gleich etwas ganz Neues, etwas komplett Überarbeitetes. Doch bis die Besucher das zu sehen bekommen, vergeht noch eine ganze Weile.

Wie bereits bei seinem Vorgänger Steve Jobs üblich, beginnt auch Cook die Produktpräsentation mit den eher unwichtigen Dingen. Er schwärmt zunächst von einem neuen Apple-Laden, den der Konzern in Barcelona eröffnet hat, und von dem Kalkstein, der dafür verwenden wurde. Dann kommt ein kurzes Video von den begeisterten Spaniern an Eröffnungstag des Geschäfts. Von Eurokrise keine Spur – keine Wort darüber, dass die Probleme das Land mit größerer Wucht als zuvor treffen.

Noch immer hat Cook das Wort „iPhone“ nicht in den Mund genommen, das neueste Gerät des Konzerns, auf das die knapp 200 Journalisten hier warten. Cook setzt das Ritual fort, das Jobs etablierte. Er betet eine Reihe von Zahlen herunter, die neuesten Apple-Verkaufserfolge – etwa beim iPad: 17 Millionen Geräte seien von April bis Juni verkauft worden. Insgesamt 84 Millionen Stück seit der Einführung – mehr als jeder PC-Hersteller von einer Produktlinie verkauft habe. „Ich frage mich, was die anderen Tablets so machen“, ruft Cook lapidar in die Menge, die mit spontanem Applaus reagiert – vor Ort in San Francisco und in London.

Die bisherigen iPhone-Modelle

2007: iPhone

Die erste Generation des Apple-Handys wurde im Januar 2007 angekündigt. Sie kam im Sommer in den USA auf den Markt und erreichte im Herbst Europa. Das erste iPhone fiel auf mit dem großen berührungsempfindlichen Bildschirm statt der damals üblichen Tastatur und einem Aluminium-Gehäuse. Zur Überraschung vieler unterstützte es noch nicht den schnellen UMTS-Datenfunk. Es dauerte gut zwei Monate, bis eine Million Geräte verkauft wurde.

2008: iPhone 3G

Die im Juni 2008 vorgestellte zweite Generation war fit für die UMTS-Netze. Außerdem führte Apple mit ihm auch die zweite Version des iPhone-Betriebssystems ein, mit dem der App Store für Programme startete. Das Aluminium-Gehäuse wurde durch Plastik ersetzt, weil es einfacher für die Arbeit der Antennen ist.

2009: iPhone 3GS

Das „S“ im Namen des im Juni 2009 vorgestellten dritten Modells stand für „Speed“, Tempo. Das 3GS unterstützte auch die UMTS-Erweiterung HSPA und bekam zudem einen schnelleren Chip. Äußerlich unterschied es sich nicht von der Vorgängerversion. Das 3GS wurde inzwischen zum „Brot und Butter“-Einstiegsmodell in die Apple-Welt und wird zum Teil immer noch angeboten.

2010: iPhone 4

Mit dem im Juni 2010 präsentierten iPhone Nummer vier kam die bisher größte Design-Veränderung. Das iPhone wurde eckiger, auf der Rückseite ersetzte eine Glasplatte das gebogene Plastik, zudem wagte Apple die ungewöhnliche technische Lösung, die Antennen in den Metallring an der Außenkante einzubauen. Das wurde vor allem in den USA als ein Grund für Empfangsprobleme kritisiert, Apple bot Nutzern schließlich Schutzhüllen an.

2011: iPhone 4S

Diesmal dauerte es länger als bisher bis zu einem neuen iPhone-Modell und zudem enttäuschte Apple die Erwartungen mancher Fans. Denn statt eines runderneuerten iPhone 5 gab es im Oktober 2011 nur ein aufgefrischtes iPhone 4S, äußerlich fast nicht zu unterscheiden. Neben üblichen Verbesserungen wie einem schnelleren Prozessor und einer besseren Kamera führte Apple auch den sprechenden Assistenten Siri ein. Für die Kunden waren die Neuerungen gut genug: Das iPhone 4S brachte Apple im Weihnachtsgeschäft ein Rekordquartal mit rund 37 Millionen verkauften Geräten.

Nach fast einer Viertelstunde fällt das erlösende Wort. Cook überlässt Marketingchef Phil Schiller die Bühne. Das Smartphone erscheint auf einer riesigen Leinwand hinter Schiller, der den Zuhörern zuruft: „Es gibt keinen Aspekt an diesem Gerät, den wir nicht verändert, erneuert, verbessert, verstärkt hätten.“

In den Stunden vor der Präsentation hatte sich zur Gewissheit herausgebildet, dass Apple den Begriff „iPhone 5“ tatsächlich verwenden will und nicht wie beim jüngsten iPad auf die Ziffer verzichtet. Denn Suchergebnisse auf der Apple-Seite zeigten Links, in denen „iPhone 5“ als Begriff auftauchte. Allerdings waren noch keine Inhalte unter den Adressen abrufbar. Und tatsächlich bestätigt das Unternehmen am Abend den Produktbegriff.

Kommentare (31)

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Charly

12.09.2012, 20:12 Uhr

Apple ist nicht mal in der Lage das Teil selber technisch herzustellen. Diese Leistung gebührt anderen. Alles was die können ist andere mit Prozessen überziehen. Ausserdem werden die Käufer ihrer eigenen bezahlten Hardware entrechtet. Was Apple auf der Hardware der Kunden treibt nennt sich eigentlich Computersabotage und das Apple-Management gehört dafür hinter Gitter.
Von so einer obskuren Firma würde ich aus Prinzipgründen nichts kaufen - hab' ich auch bisher nicht.

Hessenkoelner

12.09.2012, 20:30 Uhr

Das bisher berichtete finde ich wenig spektakulär! Leichter, aber größer ist schön, bessere Kamera - nett!
Irgendwie fehlt mir dabei aber das Wegweisende, das man vom iPhone erwartet! Naja, mein Modell 4 funktioniert ja noch einwandfrei....

goeasyway

12.09.2012, 20:35 Uhr

Wie billig kann sich ein Blatt verkaufen? Z.Z. läuft das große Dumping, fehlen nur noch heute und die Tagesschau.
Bin schon gespannt auf das Tagesschau-Gedudel, das sicher ähnlich ausgereift jault wie so'n Eipott (wo wir gerade bei der Rechtschreibreform sind).

Zum Glück habe ich eine unerschöpfliche Quelle mit Heilwasser entdeckt ...




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