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29.11.2011

15:16 Uhr

iPhone 5

Steve Jobs' Vermächtnis kommt erst noch

Das iPhone 4S war wohl nur ein  Zwischenschritt, die nächste iPhone-Generation wird sich vermutlich deutlich von den Vorgängern unterscheiden. Das iPhone 5 soll Steve Jobs' letztes großes Projekt gewesen sein.

Käufer eines iPhone 4S in Hong Kong. Medienberichten zufolge soll bereits 2012 das iPhone 5 folgen - in völlig neuem Gewand und mit Vier-Zoll-Display. AFP

Käufer eines iPhone 4S in Hong Kong. Medienberichten zufolge soll bereits 2012 das iPhone 5 folgen - in völlig neuem Gewand und mit Vier-Zoll-Display.

DüsseldorfEin größeres Display, eine andere Bauform – viele der Berichte im Vorfeld der aktuellen iPhone-Generation erwiesen sich als völlig falsch. Dafür, dass selbst für in Apple-Sachen gewöhnlich gut informierte Quellen wie das „Wall Street Journal“ so daneben lagen, gibt es eine mögliche Erklärung: Apple hat mit dem iPhone 4S nicht das Gerät präsentiert, über das all diese Quellen berichteten.

Vielmehr liegt das iPhone 5 noch in der Schublade und soll spätestens im Sommer 2012 präsentiert werden – für Apple-Verhältnisse ungewöhnlich kurz nach dem Vorgänger. Für dieses Szenario sammeln Apple-Blogger und Medien derzeit fleißig Hinweise.

So verweist das Apple-Blog 9to5-Mac auf eine verräterische Stelle im Quellcode der aktuellen Beta-Version von iOS – das mobile Betriebssystem für iPhone und iOS. Dort wird seit neuestem auf ein Gerät mit dem internen Namen „iPhone 5,1“ verwiesen.

Die Hinweise im Quelltext der Software alleine bedeuten zwar noch nicht viel. Auch in der Vergangenheit hat Apple stets Versionsnummern verwendet, die mit den Namen, unter denen die Geräte auf den Markt kamen, nichts zu tun hatten. Allerdings passt die Entdeckung in das Bild der Berichte der letzten Tage. Die japanischen Apple-Blogger von Mactakara wollen erfahren haben, dass Apple die japanischen Firma Hitachi und Sony Mobile Display als Zulieferer für vier Zoll große Displays engagiert hat. Bisher verfügten alle iPhone-Generationen über ein 3,5-Zoll-Display.

Das Prinzip Apple

Alles aus einer Hand

Konsistenz ist Teil der Designphilosophie von Apple. Dazu gehört ein möglichst einheitliches Nutzererlebenis. Apple bietet dazu vom Smartphone bis zum ausgewachsenen Profi-PC alle Gerätklassen an. Auf den kleinen Geräten iPhone und iPad läuft dabei das mobile Betriebssystem iOS, auf den Laptops und Desktop-Rechnern Mac OS X. Die Programme sind untereinander nicht kompatibel, allerdings bietet Apple viele eigene Applikationen für beide Plattformen an, etwa die Office-Suite iWork. Über die App Stores verkauft Apple außerdem noch Software für beide Plattformen online – bei iPhone und iPad sogar der einzig legale Weg, Software zu installieren.

Apples Gefängnis und Ausbruch-Tools

Apples Stärke ist zugleich auch der größte Kritikpunkt: Weil alles aus einer Hand kommt, behält Apple die volle Kontrolle. Im App Store schöpft Apple satte 30 Prozent der Umsätze ab, sowohl von gekauften Apps als auch von Käufen, die innerhalb von Apps getätigt werden. Immer wieder kommt der Konzern in die Schlagzeilen, weil Apps aus teilweise wenig nachvollziehbaren Gründen aus dem Store entfernt werden. So gelten dank Apple beispielsweise weltweit amerikanische Moralvorstellungen: Medien müssen nackte Haut zensieren. Ein Weg aus dem Apple-Gefängnis ist entweder ein sogenannter Jailbreak. Dabei führen iPhone- und iPad-Anwender ein Programm aus, das Sicherheitslücken in den Geräten nutzt, um das Gerät aus der Apple-Kontrolle zu befreien. Nach einem Jailbreak können alle Programme wie auf einem PC oder Mac installiert werden. Eine andere Alternative sind Programme, die im Browser laufen – auf das Internet haben auch iPhones und iPads freien Zugriff.

Mobile Geräte im Fokus

Apple betont regelmäßig, in erster Linie ein Hersteller mobiler Geräte zu sein. Erstens machen iPhone und iPad längst den Löwenanteil der Apple-Umsätze aus, zweitens sind auch die meisten verkauften Macs inzwischen Laptops. Das zeigte sich auch beim jüngsten Update des Mac-Betriebssystems Mac OS X. Die aktuelle Version Lion betont die Gestensteuerung, die vor allem bei Trackpads sinnvoll ist, die in Laptops verbaut werden.

iCloud löst iTunes als Zentrale ab

Zentrale Schnittstelle zwischen allen Apple-Geräten war bisher das Programm iTunes, über das die Geräte als „Hub“ auf Mac oder PC synchronisiert werden. Allerdings zeichnet sich mit der Einführung der iCloud eine Ablösung von iTunes als zentrales Hub ab – die Daten wandern nun in die "Wolke", also das Internet. Mit der iCloud soll das Internet zur zentralen gemeinsamen Schnittstelle aller Apple-Geräte werden. Dokumente werden im Netz gespeichert und können über sämtliche Plattformen synchron gehalten werden. iPad und iPhone sollen auch ohne Mac oder PC verwendbar sein.

„Es funktioniert einfach“

Apple war eine der ersten IT-Firmen, die Interessen und Wünsche des normalen Nutzers in den Mittelpunkt rückten. Nicht der Mensch soll sich der Bedienung des Computers anpassen, sondern der Computer dem Menschen – so zumindest die Idee. Entsprechend profitiert der Konzern auch vom Trend der „Consumerization“ der IT. Damit wird der derzeitige Trend beschrieben, dass Konsumenten-Produkte wie iPhone und iPad zunehmend auch die Unternehmen erobern, weil Menschen einfache und intuitive Bedienungen auch im Geschäftsleben schätzen. Kritiker meinen andererseits, dass Apple im Bemühen um eine möglichst intuitive Bedienung den Nutzern bei vielen Fragen zu wenig Freiheit lässt.

Auch CNET will bereits im Oktober erfahren haben, dass ein komplett neues iPhone 5 unterwegs ist. Eine nicht genannte Quelle berichtete CNET über das iPhone 5: „Es ist ein sehr großes Projekt, in das Steve Jobs seine gesamte Zeit verbliebene Zeit investierte. Er war in die Entwicklung des iPhone 4S überhaupt nicht involviert, weil seine Zeit begrenzt war.“ Nach Informationen der Nachrichtenseite soll das iPhone 5 über ein größeres Display und den neuen Übertragungsstandard LTE verfügen.

Von

std

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