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24.03.2006

15:15 Uhr

iRiver U10

Aschenputtels Player

VonAxel Postinett

Gäbe es eine Trophäe für den unterschätztesten und am schlechtesten vermarkteten MP3-Player, ginge sie sicher an die koreanische iRiver für den U10. Ein Multitalent auf Tauchstation.

iRiver U10 mit Dockingstation

iRiver U10 mit Dockingstation

DÜSSELDORF. Ganz im Verborgenen blüht seit Ende 2005 ein Schmuckstück auf dem uniformen und gnadenlos iPodisierten Markt für MP3-Spieler. Der U10 ist an Purismus kaum noch zu übertreffen. Er besteht nur noch aus dem Display, das im ausgeschalteten Zustand elegant dunkel die gesamte Front ausmacht.

Die Steuerung wird durch kleine Drucktaster unter dem Display ausgelöst, der Monitor fungiert also als Schaltwippe. Das ist absolut cool und nach dem Geschmack des Testers - sogar dem manchmal doch wibbeligen Sensordrehrad des iPod überlegen.

Die Belegung der vier "Schaltseiten" des Bildschirms erfolgt kontext-sensitiv, also je nachdem ob gerade Radio oder Musik gehört oder Video oder Bilder angeschaut werden. Die Menüstruktur ist einfach und sehr übersichtlich.

Zum wirklichen Multitalent für Ferienhaus oder Studentenbude wird der U10 durch die zusätzlich erhältliche weiße Tischstation im Retro-Look. Die Station besitzt eine Weckfunktion einschließlich der üblichen "Snooze"-Taste zum Draufhauen, wenn es noch fünf Minuten länger sein sollen. Die beiden eingebauten Lautsprecher sind nicht gerade eine audiophile Offenbarung, aber für den Zweck eines Weckradios völlig ausreichend.

Der U10 wird einfach in die Station gesteckt und nach hinten geklappt. Ein leichter Druck lässt die Halterung wieder nach vorne schnappen, um den - über Nacht aufgeladenen - Player mit in die Uni zu nehmen. Eine Frechheit ist aber, dass bei der Tischstation zwar eine Fernsteuerung aber kein Netzteil dabei ist. Das muss extra gekauft werden - Apple lässt grüßen.

Die Klangqualität im MP3-Betrieb war nicht zu beanstanden, saubere Höhen, knackige Bässe, das passt schon. Der Anschluss an den PC erfolgt über USB und der Windows Mediaplayer fungiert als Musiktankstelle. MP3-Kaufmusik gibt es in Microsoft-kompatiblen Shops wie "Napster".

Fazit: Der absolute Aschenputtel unter den portablen Musikplayern. Designfans mit einem Faible für?s Extravagante - die sich heute mit einem iPod ja praktisch kaum noch auf der Straße sehen lassen können - sollen sich den U10 mal anschauen.

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