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20.03.2012

11:06 Uhr

iSuppli-Analyse

Apple macht beim neuen iPad weniger Gewinn

Kaum auf dem Markt, ist das neue iPad schon auf Herz und Nieren geprüft worden. Wie üblich zerlegte die Marktforschungsfirma iSuppli das neue Tablet und analysierte die Einzelteile.

Das iPad 3 im Test

Video: Das iPad 3 im Test

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New YorkMit dem in der vergangenen Woche auf den Markt gekommenen neuen iPad macht Apple nach Einschätzung der Marktforschungsfirma IHS iSuppli weniger Gewinn als mit dem Vorgängermodell. IHS iSuppli zerlegte das neue iPad direkt nach seinem Erscheinen in seine Einzelteile und fand dabei, dass diese vermutlich teurer sind als die des iPad 2. Verkauft wird das neue iPad aber zum gleichen Preis wie früher das iPad 2, nämlich ab 479 Euro (499 Dollar).

Apple hat bislang alle drei Generationen des iPads zu Preisen auf den Markt gebracht, die es der Konkurrenz schwer gemacht haben mitzuhalten. Der Gewinn bei jedem verkauften iPad liegt unter dem von jedem iPhone. Insgesamt bleibt Apple aber hoch profitabel: bei einem Umsatz von 81 Milliarden Dollar lag der Gewinn im vergangenen Jahr bei 33 Milliarden Dollar.

Laut iSuppli kostet ein neues iPad mit 32 Gigabyte Speicher und Mobilfunkmodem, das im Handel für 729 Dollar erhältlich ist, in der Herstellung 364,35 Dollar. Das sind neun Prozent mehr als vor einem Jahr beim iPad 2, das 335 Dollar kostete. Die entsprechende Version des ersten iPads kostete 2010 nach Schätzungen von iSuppli 276 Dollar.

Wo das iPad günstiger ist

USA

Im Mutterland des iPads kostet das Tablet in der Einsteiger-Version mit 16 Gigabyte Speicher und ohne 4G-Funk 500 Dollar – allerdings zuzüglich einer lokal unterschiedlichen Mehrwertsteuer von meist um die sieben Prozent. Das sind – ohne die Mehrwertsteuer – gerade einmal 380 Euro. In Deutschland kostet das gleiche Gerät ganze hundert Euro mehr.

Kanada

Die Nachbarn im Norden zahlen 519 kanadische Dollar für das günstigste iPad 3 – und damit etwas mehr als die US-Amerikaner aber immer noch deutlich weniger als deutsche Apple-Fans. Umgerechnet zahlen Kanadier damit weniger als 400 Euro. Erneut zum Vergleich: In Deutschland sind es 480 Euro – trotz der Euro-Schwäche.

Großbritannien

Die Apple-Preise bei unseren europäischen Nachbarn in Großbritannien bewegen sich dagegen auf deutschem Niveau: 400 Pfund müssen die Briten für das kleinste iPad 3 zahlen – das sind etwa 482 Euro.

Singapur

Zu den Ländern der ersten Apple-Garde gehört auch der Inselstaat Singapur. Dort kostet das am schlechtesten ausgestattete iPad 3 658 Singapur-Dollar, was etwa 397 Euro entspricht. Damit ist ein iPad dort also mehr als 80 Euro günstiger als in Deutschland.

Frankreich

Auch in Frankreich ist das Apple-Preisniveau ähnlich. 489 Euro kostet hier das neue iPad in der Basis-Version – neun Euro mehr als in Deutschland.

Hongkong

Apple-Fans in Hongkong haben es besser als die zahlreichen Fans des Konzerns auf dem Festland: Gegen Vorlage ihrer Ausweispapiere dürfen sie ein iPad kaufen. Festland-Chinesen müssen derzeit auf den Schwarzmarkt hoffen.

Weltweit sind die Apple-Gadgets in Hongkong traditionell am günstigsten. 3888 Hongkong-Dollar müssen die Bewohner der ehemaligen britischen Kolonie für die Einsteiger-Version des neuen iPads mit 16 Gigabyte  berappen – das sind gerade einmal 381 Euro, ganze hundert Euro weniger als in Deutschland.

Die Hauptgründe für den gestiegenen Preis beim neuen iPad sind der hochauflösende Bildschirm und der größere Akku, den das Gerät braucht. Das Display, das eine vier Mal so hohe Auflösung hat wie der Vorgänger, kostet Apple nach Schätzungen von iSuppli 87 Dollar plus 40 Dollar für die berührungsempfindliche Oberfläche. Die neue Batterie hat zwar 70 Prozent mehr Leistung, die wird aber auch vom Bildschirm verbraucht, wodurch die Akku-Laufzeit des neues iPads die gleiche ist wie beim iPad 2.

Apple-Tablet im Test: Das neue iPad hat auch Schwächen

Apple-Tablet im Test

Das neue iPad hat auch Schwächen

Das superscharfe Display des neuen iPads kann begeistern, wie inzwischen bekannt sein dürfte. Im ausführlichen Test zeigt Apples neues Tablet aber auch Nachteile gegenüber dem Vorgänger.

Größter Lieferant von iPad-Bauteilen ist offenbar Samsung Electronics. Es lieferte den Bildschirm, den iSuppli untersuchte, und auch alle Prozessoren im iPad. ISuppli vermutet, dass Samsung auch die Batterie und die Speicher-Bauteile für einige der neuen iPad-Modelle geliefert hat. Insgesamt stamme wohl die Hälfte der Bauteile von Samsung, erklärte iSuppli. Zu ihren Geschäftsbeziehungen äußern sich Apple und Samsung nicht. Nicht in den von iSuppli geschätzten Kosten enthalten sind Ausgaben für die Software, das Design oder den Transport.

Was man beim Surfen mit Tablets beachten muss

iPad direkt mit Mobilfunkvertrag kaufen?

Apple verkauft seit Freitag die neueste Version seines Tabletcomputers iPad. Die Hälfte der Modelle kann auch unterwegs über das Handynetz online gehen. Häufig werden die Geräte direkt mit einem Mobilfunk-Vertrag verkauft - doch das lohnt sich nicht unbedingt.

Wie kann ich mit einem Tabletcomputer ins Internet gehen?

Tabletcomputer sind grundsätzlich mit der Technik für den drahtlosen Internetzugang per WLAN ausgestattet. Damit können Nutzer genauso ihr Netzwerk zuhause nutzen wie sogenannte Hotspots etwa an Flughäfen, in Hotels oder Cafés. Ein Teil der Modelle verfügt zudem über ein Mobilfunk-Modem. Das ermöglicht es, überall dort online zu gehen, wo es ein Handynetz gibt. Nötig ist dafür ein Mobilfunk-Vertrag oder eine Prepaid-Karte.

Welche Tarife gibt es für Tablet-PC?

Tablets sind theoretisch einfach Computer, die per Mobilfunk ins Internet gehen können. Somit können die Nutzer jeden beliebigen Datentarif der Mobilfunkanbieter für das Surfen mit dem Tablet-PC nutzen. Ausgeschlossen sind teilweise allerdings Tarife, die ausdrücklich für Smartphones ausgelegt sind.

Einige Anbieter haben auch spezielle Tablet-Tarife aufgelegt. Die Nutzer sollten diese allerdings genau mit normalen Datentarifen vergleichen und prüfen, ob sie sich wirklich lohnen. Welcher Datentarif sich eignet, hängt von der individuellen Nutzung ab.

Wieviel kostet mich das Surfen mit dem Tablet?

Wer mit seinem Tablet unterwegs nur gelegentlich online geht, sollte Tages-Flatrates wählen - die kosten etwa zwei Euro pro Kalendertag. Für alle anderen kommen Monats-Flatrates in Frage. Bei der Wahl des Tarifs ist die Art der Nutzung wichtig: Wer häufig seine E-Mails liest, aber keine große Datenmengen lädt, kommt meist mit Tarifen aus, deren Nutzung auf ein Gigabyte beschränkt ist - und kann das für zehn Euro pro Monat haben. Wer auch Musik oder Filme per Mobilfunk auf sein Tablet holen will, sollte auf einen Tarif mit einem höheren Limit setzen und mindestens 15 Euro pro Monat einplanen.

Was muss ich beachten?

Wie bei Handys ist für das Tablet eine SIM-Karte nötig, über die das Gerät die Internetverbindung zum jeweiligen Anbieter aufbaut. Allerdings benötigen die meisten Tabletcomputer sogenannte Micro-SIM-Karten, die kleiner sind als normale SIM-Karten für Mobiltelefone.

Zwar gibt es im Internet Anleitungen, wie sich normale SIM-Karten zu einer Micro-SIM zuschneiden lassen - doch besteht immer die Gefahr, dass die Karte dabei kaputt geht. Viele Handyanbieter bieten mittlerweile speziell für Tabletcomputer Micro-SIM-Karten an, oft mit ihren normalen Tarifen.

Von

dapd

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