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20.03.2012

13:10 Uhr

IT-Sicherheit

„Smartphone-Nutzer fallen häufiger auf Phishing herein“

VonStephan Dörner

Kevin Mahaffey ist Gründer und Technik-Chef von Lookout Mobile Security. Im Interview erklärt er, warum Smartphone-Nutzer häufiger Opfer von Phishing-Attacken werden und warum Schadsoftware vor allem Android trifft.

Kevin Mahaffey, CTO von Lookout Mobile Security. PR

Kevin Mahaffey, CTO von Lookout Mobile Security.

Nehmen wir einen typischen Nutzer, der jeden Tag einen PC mit Windows 7 und sein Android-Smartphone nutzt. Welches seiner Geräte wird eher Opfer einer Cyber-Attacke?

Es gibt zwei Fragen zu dieser Thematik. Die erste: Wie wahrscheinlich ist es heute in der echten Welt, Opfer einer Attacke zu werden? Die zweite: Was ist das Gefährdungspotential in der Zukunft? Heute ist es wahrscheinlicher, dass ein PC Opfer einer Cyberattacke wird als ein mobiles Gerät – inklusive Android-Smartphones.

Betrachten wir jedoch einmal die großen Angriffe genauer: Es gibt Schadsoftware und Spyware; es gibt Phishing-Attacken, wenn jemand Sie auf eine Website lockt, um Ihr Passwort zu stehlen. Und dann gibt es noch gestohlene und verlorene Geräte. Bei Malware und Spyware ist der PC stärker betroffen. Bei den Phishing-Attacken gibt es bei der Verbreitung keinen Unterschied, da die Attacke per E-Mail erfolgt. Sie kann auf dem PC ebenso gelesen werden wie auf dem Smartphone. Eine Studie von 2011 besagt allerdings, dass Nutzer, die eine Phishing-E-Mail auf ihrem Telefon lesen, drei Mal so häufig ihre geheimen Daten eingeben wie PC-Nutzer.

Warum ist das so?

Die Erklärung dafür ist faszinierend. Viele Nutzer haben sich angewöhnt, wenn sie eine E-Mail von Ihrer Bank oder einem Zahlungsdienstleister bekommen, auf die Webadresse zu achten: Lautet sie beispielsweise wirklich Paypal.com? Weil aber bei mobilen Browsern die Adresszeile so klein ist, sieht der Nutzer nicht die gesamte Webadresse. Was er am PC gelernt hat, kann er in diesem Fall also nicht auf mobile Geräte übertragen.

Neben dem Phishing – was sind die größten Gefahren für Smartphone-Nutzer?

Dass das Gerät gestohlen wird oder verloren geht sind meiner Meinung nach die beiden größten Gefahren. Weil das Telefon immer dabei ist, verlieren Leute es deutlich häufiger als ihren Laptop. Wenn dann auf dem Smartphone vertrauliche Daten sind, hat ein Angreifer möglicherweise Zugang zu persönlichen Accounts.

Was sind die besten Sicherheits-Tipps, die Sie Smartphone-Nutzern geben können?

Das wichtigste ist, dass die Anwender ihre Telefone als Computer betrachten. Die meisten Verhaltensweisen, die auf dem PC gültig sind, um sicher zu sein, lassen sich auch auf Smartphones übertragen. Zum Beispiel ist es auf dem PC wie auf dem Smartphone wichtig, regelmäßig die installierte Systemsoftware zu aktualisieren. Smartphones haben dieselbe Art von Software-Fehlern, die vom Hersteller der Systemsoftware durch Software-Updates repariert werden.

Besonders wichtig auf dem Smartphone ist außerdem, ein Passwort für den Fall festzulegen, dass das Telefon verloren geht oder gestohlen wird. Die Nutzer sollten außerdem sehr vorsichtig die Applikationen auswählen, die sie auf das Smartphone herunterladen. Dem App Store und dem Entwickler müssen vertraut werden. Zudem gibt es Sicherheitssoftware für alles, was anders kaum zu lösen ist. So bieten wir beispielsweise eine App an, die das Telefon lokalisiert, falls es verloren geht, Backups von Dateien erstellt und nach Schadsoftware sucht.

Kommentare (1)

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Icke

21.05.2012, 15:06 Uhr

Wär vielleicht gut gewesen, wenn man erwähnt hätte, dass der ach so tolle "iOS-Wurm" nur auf iPhones funktionierte, die man einem Jailbreak unterzogen hatte...

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