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15.08.2016

10:34 Uhr

20 Jahre Smartphone

Der Taschen-Computer, der die Welt veränderte

Chatten, Fotografieren, Spielen, Surfen: Das Smartphone ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das erste Smartphone, das heute vor 20 Jahren auf den Markt kam, war noch als mobiles Büro mit Fax-Anschluss konzipiert.

Vor 20 Jahren kam mit dem Nokia Communicator 9000 das erste Smartphone auf den Markt. Foto: Nokia/dpa dpa

Nokia Communicator 9000

Vor 20 Jahren kam mit dem Nokia Communicator 9000 das erste Smartphone auf den Markt. Foto: Nokia/dpa

BerlinEin typischer Smartphone-Nutzer in Deutschland sieht im Schnitt 88 Mal täglich aufs Handy. Das ist zumindest das Ergebnis der Studie des Bonner Wissenschaftler Alexander Markowetz. 35 Mal überprüft der Anwender nur, ob eine Mitteilung eingetroffen ist oder will wissen, wie spät es ist.

Immerhin 53 Mal am Tag entsperrt der Nutzer das Gerät, um eine Nachricht zu schreiben, ein Foto aufzunehmen, eine App zu starten oder im Web zu surfen. Die Bedeutung im Alltag schlägt sich auch in den Verkaufszahlen nieder: 2016 werden allein in Deutschland nach Schätzungen des Branchenverbandes Bitkom rund 28 Millionen Smartphones verkauft werden. Dieser Massentrend war zu Beginn der Smartphone-Ära vor 20 Jahren noch nicht in Sicht.

Dieses Zeitalter begann im Jahr 1996 - über zehn Jahre vor dem ersten iPhone. Auf der Cebit in Hannover kündigte der finnische Mobilfunkkonzern Nokia den „Nokia 9000 Communicator“ als „Büro im Westentaschenformat“ an, der dann am 15. August 1996 in die Läden kam.

Als eine der wichtigsten Funktionen wurde damals angepriesen, dass der aufklappbare „Communicator“ auch Faxe senden und empfangen konnte. Außerdem brachte das rund 400 Gramm schwere Gerät, das für 2700 D-Mark verkauft wurde, auch einen elektronischen Kalender, ein digitales Adressbuch, eine Notizanwendung und einen Taschenrechner mit.

Manche Experten sehen im „Simon Personal Communicator“ das erste Smartphone der Welt, der bereits ab August 1994 von IBM in den USA verkauft wurde. Doch im Gegensatz zum „Communicator“ von Nokia konnte man mit dem klobigen „Simon“ von IBM nicht im Web surfen, was für die meisten Technik-Historiker den Begriff „Smartphone“ mitdefiniert. Und während IBM sich bald wieder vom Markt zurückzog, legte Nokia immer weiter nach.

1999 brachten die Finnen mit dem „Nokia 7110“ das erste WAP-Handy auf den Markt, mit dem man für mobile Verbindungen formatierte Web-Seiten aufrufen konnte. Zusammen mit Samsung begründete Nokia dann 2004 mit seinen Geräten die dritte Mobilfunkgeneration UMTS in Deutschland.

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Es blieb aber Apple-Chef Steve Jobs überlassen, dem Smartphone-Markt den entscheidenden Impuls zu geben. In einer inzwischen legendären Präsentation zum Auftakt der Messe MacWorld am 9. Januar 2007 versprach er dem Publikum gleich drei Geräte: einen Musikplayer mit Touch-Bedienung, ein revolutionäres Telefon und einen grundlegend neu konzipierten Internet-Kommunikator.

Jobs wiederholte die drei Begriffe so oft, bis es alle im Saal begriffen hatten und laut johlten: Alle drei Funktionen steckten in einem Gehäuse. Das iPhone betrat die Bühne und sollte den Markt grundlegend umkrempeln.

Die damaligen Mobilfunkpioniere Nokia, Motorola und Blackberry wurden von der iPhone-Ankündigung kalt erwischt und hatten selbst Jahre später noch große Schwierigkeiten, eine angemessene Antwort zu geben.

Nur Google mit seinem damaligen Chef Eric Schmidt war gut vorbereitet. Schmidt saß seit 2006 auch im Verwaltungsrat von Apple und hatte wohl mitbekommen, in welche Richtung sich der Zukunftstrend im Mobilfunk bewegen wird.

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