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05.08.2011

13:58 Uhr

20 Jahre World Wide Web

Das Internet braucht neue Regeln

VonJens Koenen, Susanne Schier

Am 6. August 1991 startete der Internetpionier Tim Berners-Lee den ersten Web-Server. Seitdem hat das Internet unser Leben revolutioniert. Jetzt steht es vor massiven Umbrüchen.

Ein Internet-Cafe in Moskau. Vor 20 Jahren gestartet, ist das Netz heute omnipräsent. Quelle: ap

Ein Internet-Cafe in Moskau. Vor 20 Jahren gestartet, ist das Netz heute omnipräsent.

FrankfurtEinen offiziellen Geburtstermin gibt es nicht. So wird der 20. Geburtstag des Internets von der euphorischen Webgemeinde bereits seit 2009 gefeiert. Doch an diesem Samstag gibt es den wohl wichtigsten Anlass zum Jubeln: Dann ist es genau 20 Jahre her, dass der Internetpionier Tim Berners-Lee den ersten Web-Server startete. Die weltweite Verknüpfung der Rechner begann.

Heute ist das Netz omnipräsent. 3,4 Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts werden mittlerweile im Web erzielt, haben Experten der Beratungsgesellschaft McKinsey errechnet. In absoluten Zahlen sind das stattliche 1,67 Billionen Dollar. Für jeden Job, den das Internet in etablierten Branchen vernichtet hat, sind laut McKinsey 2,6 neue Arbeitsplätze entstanden.

Kritiker bemängeln die Monopole im Internet.

Trotz dieser eindrucksvollen Leistung schicken in diesen Tagen längst nicht alle Experten die besten Wünsche für die kommenden 20 Jahre. Während viele das Netz erst am Anfang sehen, prophezeien andere sein baldiges Ende, sollte sich nicht schnell etwas ändern. Fest steht: An seinem 20. Geburtstag steht das Internet an einem Scheideweg. Ein "Weiter so" gibt es nicht.

Kritiker bemängeln vor allem die zum Teil bedenklichen Strukturen, die sich über die Jahre festgesetzt hätten. Tatsächlich tendiert das Netz zur Bildung von Monopolen. Das mag auf den ersten Blick paradox klingen, steht doch das Internet in dem Ruf, das Instrument für Demokratisierung und Transparenz schlechthin zu sein.

Doch de facto sind mit Konzernen wie dem Suchmaschinenriesen Google, dem Internetversender Amazon oder dem sozialen Netzwerk Facebook riesige Unternehmen entstanden, deren Marktanteile normalerweise längst die Kartellhüter auf den Plan gerufen hätten.

Nicht so im Web. Bisher hat sich niemand an eine Regulierung des Internets gewagt, geschweige denn Ideen genannt, wie man etwa die Nutzung der Suchmaschine so steuern kann, dass Googles Macht sinkt. Schließlich nutzen die Menschen Google freiwillig und melden sich auch aus eigenem Antrieb samt persönlicher Daten bei Facebook an.

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