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05.04.2011

13:23 Uhr

3D-Kartendienst

Auch Microsoft schickt Kameraautos durch Deutschland

Die Aufregung um Googles Kartendienst Street View hat sich kaum gelegt, nun legt Microsoft nach. Der Software-Spezialist bringt seinen Kartendienst Bing Maps Streetside nun auch in Deutschland an den Start.

Bing Streetside mit einer Straßenszene aus den USA. Bald soll der Dienst über Bing Maps auch in Deutschland verfügbar sein. Quelle: Screenshot

Bing Streetside mit einer Straßenszene aus den USA. Bald soll der Dienst über Bing Maps auch in Deutschland verfügbar sein.

Unterschleißheim

Microsoft bringt seinen Karten-Panoramadienst Bing Maps Streetside nun auch in Deutschland an den Start. Ab dem 9. Mai werden Kameraautos zunächst in Nürnberg, Fürth, Erlangen und Augsburg durch die Straßen fahren, kündigte Microsoft am Dienstag an. Heftige Kritik von Datenschützern und Politikern, die sein Rivale Google mit dem Projekt Street View auf sich gezogen hat, will das Unternehmen allerdings tunlichst vermeiden. "Wir haben uns mit den Befahrungen und der Markteinführung in Deutschland bewusst Zeit genommen, um vorher intensiv mit Branchenverbänden, politischen Vertretern und Datenschützern zu sprechen", sagte Microsoft-Manager Severin Löffler.

Die ersten Ansichten sollen voraussichtlich im Sommer online gestellt werden. In 18 Monaten sollen die Bilder von Kamerafahrten von insgesamt 50 Städten online stehen. Sein Unternehmen habe besonders darauf geachtet, dass die Live-Stellung transparent für die Bürger stattfindet, sagte Microsoft-Manager Olivier Blanchard.

Über eine Website, die kommenden Freitag online geschaltet werden soll, könne der Nutzer den detaillierten Fahrplan der Kameraautos sowie ausführliche Informationen für Hausbesitzer, Mieter und Geschäftsinhaber einsehen. Einen Widerspruch etwa gegen die Darstellung des eigenen Wohnhauses wolle Microsoft besonders einfach gestalten. Dafür sei lediglich die Angabe des Ortes und des Namens erforderlich, erklärte Blanchard.

Google hatte mit Street View nicht nur hierzulande unter Datenschützern eine Welle der Kritik ausgelöst. Nach heftigen Debatten um Geodienste machte das Internet-Unternehmen sukzessive Zugeständnisse in Sachen Datenschutz - so richtete Google auch eine Widerspruchsmöglichkeit ein. Microsoft hielt sich in der hitzigen Debatte bewusst zurück und nutzte unterdessen die Zeit, um den Start seines Dienstes vorzubereiten.

Es komme darauf an, den Prozess sowohl mit der Öffentlichkeit als auch mit Politik und Datenschützern einvernehmlich abzuklären, sagte Severin. Der Start in Bayern sei mit der Bayrischen Datenschutzaufsichtsbehörde in verbindlichen Gesprächen geklärt worden. Eine wesentliche Grundlage ist auch die Selbstverpflichtungserklärung der deutschen Wirtschaft, die auf der Cebit in Hannover von Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer an den damaligen Innenminister Thomas de Maizière (CDU) übergeben wurde.

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