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09.06.2011

12:22 Uhr

3D-Kartendienst

Microsoft knickt vor Datenschützern ein

Microsoft gibt im Streit mit deutschen Datenschützern nach: Der Softwarekonzern bietet nun doch einen Vorabwiderspruch für seinen 3D-Kartendienst "Streetside" an. Lange hatte sich Microsoft geweigert.

Ein Kamera-Auto des Kartendienstes Bing Maps Streetside in Nürnberg (Mittelfranken). Microsoft will deutschen Bürgern nun doch einen Vorab-Widerspruch für den 3D-Kartendienst gewähren. Quelle: dpa

Ein Kamera-Auto des Kartendienstes Bing Maps Streetside in Nürnberg (Mittelfranken). Microsoft will deutschen Bürgern nun doch einen Vorab-Widerspruch für den 3D-Kartendienst gewähren.

Berlin/AnsbachDer Softwarekonzern Microsoft bietet Millionen Deutschen nun doch einen Vorabwiderspruch für seinen Internet-Kartendienst "Streetside" an. Das teilte das zuständige Landesamt für die Datenschutzaufsicht am Donnerstag in Ansbach und Microsoft selbst mit.

Damit solle der gesellschaftlichen Diskussion um die Geodatendienste Rechnung getragen werden, teilte Microsoft am Donnerstag mit. Ähnlich wie bei Googles Kartendienst Street View hatten Datenschützer angemahnt, dass die Nutzer auch vorab eine Möglichkeit haben müssten, Widerspruch gegen die Veröffentlichung von Aufnahmen ihrer Hausfassaden und Wohnungen einzulegen.

"Wir sind bereit, auf die Datenschützer zuzugehen", sagte Ralph Haupter, Chef von Microsoft Deutschland, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Eine politische Regelung sei jedoch dringend notwendig. Microsoft halte den Geodatenkodex inklusive der Selbstverpflichtungserklärung der Industrie für einen wesentlichen Maßstab. Das Unternehmen hatte bereits darauf verwiesen, dass eine Vorab-Widerspruchsfrist sehr aufwendig sei und sie die Erhebung von einer großen Menge an Daten erfordere. "Wir wollen die Bedenken aber ernst nehmen", sagte Haupter.

Microsoft hatte Ende Mai begonnen, die 50 größten deutschen Städte in der Bundesrepublik abzufahren und die Häuserfronten zu fotografieren. "Streetside" soll von diesem Herbst an Googles 360-Grad-Dienst "Street View" Konkurrenz machen. Bisher hatte sich Microsoft strikt geweigert, betroffenen Bewohnern und Hausbesitzern zu ermöglichen, die Veröffentlichung des Materials in seinem 360-Grad-Dienst schon im Vorfeld zu verhindern. Dies soll mit einem entsprechenden Formular nun bis September möglich sein.

Nach der Debatte um den Kartendienst des Konkurrenten Google hatte sich Microsoft bewusst mit dem Start seines eigenen Angebots Zeit gelassen. "Wir hatten bereits zwölf Monate gewartet, weil wir es besser machen wollen und die Interessen der Verbraucher und Datenschützer ernst nehmen", sagte Haupter. In Microsofts Streetside können Nutzer auch unmittelbar nach der Einstellung der Panoramaaufnahmen jederzeit gegen die Veröffentlichung widersprechen.

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