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24.02.2014

12:13 Uhr

Abschied von Windows XP

Große Sorge um die Sicherheit

VonChristof Kerkmann

Nun ist endgültig Schluss: Microsoft beendet die Unterstützung für sein Uralt-Betriebssystem Windows XP. Wer nicht umstellt, wird zu einem leichten Opfer für Cyber-Kriminelle. Auch viele Firmen sind gefährdet.

Microsoft-Gründer Bill Gates bei der Vorstellung von Windows XP im Oktober 2001. ap

Microsoft-Gründer Bill Gates bei der Vorstellung von Windows XP im Oktober 2001.

DüsseldorfEs ist selten, dass ein Unternehmen die Kundschaft dazu bewegen will, auf ein Produkt zu verzichten. Doch Microsoft fährt derzeit so eine Kampagne: „Helfen Sie Ihren Freunden und Ihrer Familie, von Windows XP loszukommen“, bittet der Software-Konzern in einem Blogpost.

Für dieses ungewöhnliche Anliegen gibt es einen guten Grund. Am 8. April beendet der Hersteller die Unterstützung für das überalterte, aber immer noch beliebte Betriebssystem. Das heißt: Er liefert den Nutzern keine Updates mehr und lässt damit auch neu entdeckte Sicherheitslöcher offen. Um sich vor Datendieben zu schützen, müssen Nutzer umsteigen – auf ein aktuelles Windows, wie Microsoft es empfiehlt, oder auch auf ein anderes Betriebssystem. Doch Millionen von privaten Anwendern und Unternehmen werden die Umstellung wohl nicht rechtzeitig schaffen.

Windows XP ist ein lebendes Fossil: Das Betriebssystem kam 2001 heraus, also in der Kreidezeit der Computer. Viren und Würmer gab es zwar, aber sie suchten sich meistens andere Verbreitungswege als das Internet – nur wenige Nutzer waren damals online. Die beliebtesten Datenspeicher waren damals CD-ROMs und Disketten.

„Windows XP ist in einer Zeit entwickelt worden, als wir ganz andere Anforderungen an ein Betriebssystem hatten“, sagt Oliver Gürtler, der bei Microsoft Deutschland das Windows-Geschäft verantwortet. Es sei daher sehr aufwendig, das System für die heutige Anforderungen aufzurüsten. Nach 13 Jahren – in der IT-Welt eine Ewigkeit –will Microsoft den Dinosaurier daher aussterben lassen.

Auch wenn der Software-Konzern etwas Verkaufsförderung für das bislang wenig populäre Windows 8 gut gebrauchen kann: Die Warnung ist mehr als berechtigt. Schon jetzt ist XP nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik. Wenn Microsoft sicherheitskritische Fehler nicht mehr behebt, dürfte das Problem dramatisch werden.

Systeme mit XP seien „anfällig für Cyber-Angriffe und massiv gefährdet“, warnt Tim Griese vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die BSI-Experten befürchten, dass Cyber-Kriminelle Angriffsprogramme für das Uralt-System – sogenannte Exploits – bewusst bis April zurückhalten, damit Microsoft kein Gegenmittel mehr entwickelt. „Mit Mechanismen des Betriebssystems sind diese Angriffe dann nicht mehr abzuwehren“, warnt Griese.

Dass mehrere Anbieter von Anti-Virus-Software XP weiter unterstützen, hilft nur bedingt gegen potenzielle Angreifer. Die aktuellen Viren-Signaturen identifizieren zwar bekannte Schädlinge, aber sie schließen keine Sicherheitslücken. „Das reicht nicht aus“, warnt Microsoft-Manager Gürtler. Das gelte auch für die Software Security Essentials aus eigenem Haus.

Trotz der erheblichen Gefahren geht die Umstellung jedoch nur schleppend voran.

Kommentare (11)

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PeterK

24.02.2014, 13:55 Uhr

Was für eine unglaubliche Ignoranz und Ahnungslosigkeit die der Herr HB-Redakteur hier an den Tag legt. Microsoft marketingaussagen werden hier ungeprüft als unumstössliche Wahrheiten weiterverbreitet. Bravo, so muß journalismus aussehen.
Die zentrale Marketingaussage ist natürlich die vom Uralt-Betriebssystem, dabei wird verschwiegen, daß MS noch bis Oktober 2010 offiziell unbefristete windows-XP Lizenzen verkauft hat. Für seine offiziellen OEM-Partner war offizielles Verkaufsende 10/2011, das war vor zwei Jahren und vier Monaten.
Darüberhinaus ist es Microsoft leider nie gelungen, ein technisch brauchbares Update für XP herzustellen. Der immernoch-MS chef Steve Ballmer hat es selbstkritisch eingestanden, daß windows Vista seine größtes persönliches Versagen in seiner Laufbahn dargestellt hat. Der allergrößte Teil von Rechnern, die mit XP verkauft wurden kann nicht sinnvoll mit dem Nachfolger betrieben werden. so ist auch auf dem rechner auf dem ich dieses Posting hier verfasse ein aufkleber "designed for Microsoft windows XP". Durch die unterlassenen sicherheitsupdates wird dieser Rechner unbrauchbar, obwohl auf der Rückseite ein zweiter aufkleber angebracht ist, der eine unbefristete Windows-XP-Lizenz nachweist. Das ist geplante, vorsätzliche Obsoleszenz, die andernorts noch als Betrug angesehen wird.
Darüberhinaus bestehen alle Nachfolgeversionen von Windows immer noch auf derselben x86-Codebasis wie XP, d.h. Sicherheitslücken sind meist für alle Versionen bis heute relevant.
Die perfideste Lüge stellt allerdings die Behauptung dar, XP würde überwiegend noch privat eingesetzt, das Gegenteil ist zutreffend. Behörden und Verwaltung haben millionefach noch XP-Rechner im einsatz, die auch nicht einfach so upgedatet werden können, sondern zu elektronikschrott werden. allein in berlin 48.000 PCs, Ersatz wird mit ca. 2000 euro pro Stück verschlagt incl Neuanschaffung von Lizenzen und Neuschulungen, ergo ca. 96Mio€,bundesweit wohl Mrd. steuergelder für MS, und weltweit?

Auenland

24.02.2014, 16:17 Uhr

Danke, ich hatte schon befürchtet, daß kaum jemandem der Schwachsinn dieses Artikels auffallen dürfte.
"Kreidezeit", "Uraltsystem".
Als Computertechniker kann ich da nur lachen. Gerade Programmierer arbeiten nach dem Motto: never Change a running System. Alles andere ist für die "Zombies" (Bezeichnung von Steve Jobs für Apple-Kunden).

Außerdem ist die weite Verbreitung von XP der BESTE Beweis, daß es NICHT zum alten Eisen gehört, lieber Auftragsschreiberling.

Es ist sehr traurig, daß die westlichen Medien nur noch Dreck und Lügen verbreiten.
XP ist stabil und solide. Es sicher zu halten wäre technisch selbstverständlich kein Problem.
MS dreht hingegen einfach den Support ab und die Mainstreamlügenpresse beklatscht das auch noch, anstatt daß Konzernen mit derartigen Mafiamethoden die Leviten gelesen werden.
Aber nachdem die Presse ja Jahrzehntelang dem vielleicht übelsten Ausbeutungs- und Kundenverarschungskonzern, der faule Apfel, in den Allerwertesten gekrochen ist, hat man ja offensichtlich Übung.

Wir leben ja auch in einer Zeit, in der gute Autos verschrottet werden, wenn die Wirtschaft mal nicht WÄCHST, während wir alle ja sooo um die Umwelt besorgt sind und auf Nachhaltigkeit setzen...

Ekelerregende Endzeitjauchegesellschaft.

derolibert

24.02.2014, 16:34 Uhr

Wenn hier gesagt wird, daß 2001 Viren und ähnliches nur über CD´s, Disketten oder ähnliches verbreitet wurden, dann ist das schlicht falsch. Dieser Artikel ist leider dem HB (was ich im Übrigen sehr schätze!) gründlich daneben gegangen und ist einfach nur tendenziös und eine Werbekampagne für Microsoft und dessen unsägliches Win8. Ich würde mich selbst als fortgeschrittenen Amateur bezeichnen, aber mir ist völlig unverständlich wie ein AKTUELLES!!! Antivirenprogramm, das mit WinXP zusammenarbeitet, irgendwelche Schadsoftware oder andere Eindringversuche auf diese Rechner zulässt.

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