Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.03.2011

12:31 Uhr

Angst vor Ausfällen

Viele Unternehmen trauen der Cloud noch nicht

VonMathias Peer

Speicherplatz und Software aus dem Netz - aus Sicht der IT-Konzerne ist das der Wachstumsmarkt schlechthin. Doch vor allem Unternehmen geben sich bislang äußerst zurückhaltend beim Einsatz von IT-Dienstleistungen aus der Wolke - vor allem aus einem Grund: Sicherheitsbedenken.

Werbung eines Cloud-Anbieters auf einem Messestand auf der Cebit. Quelle: dpa

Werbung eines Cloud-Anbieters auf einem Messestand auf der Cebit.

Köln

Auf einmal war alles weg. 3900 Fotos hatte Mirco Wilhelm auf Flickr, der Bilder-Plattform von Yahoo, gespeichert. Anfang Februar waren sie verschwunden. "Ich habe Ihren Account versehentlich gelöscht", schrieb ein Kundenbetreuer an Wilhelm. Er bedauere das zwar sehr, "die Fotos können leider trotzdem nicht mehr wiederhergestellt werden". Hobbyfotograf Wilhelm war fassungslos. Erst nachdem mehrere Medien über den Fall berichteten, bewegte sich Yahoo: Die Fotos konnten doch noch gefunden werden.

Der Verlust von im Internet gespeicherten Daten - für IT-Konzerne ist das ein Super-Gau. Wollen sie doch neben privaten Nutzern auch Unternehmen dazu bewegen, die eigenen Festplatten oder Server zu ersetzen - und neben Speicherplatz auch Software über das Internet zu beziehen. Cloud-Computing heißen solche Dienste, mit denen laut Branchenverband Bitkom in diesem Jahr in Deutschland 3,5 Milliarden Euro umgesetzt werden. 2012 soll der Markt um über 50 Prozent wachsen. "Der Trend geht weg von der Workstation, hin zum Großrechner im Netz", sagt Verbandspräsident August-Wilhelm Scheer.

Damit dies gelingt, müssen die Cloud-Anbieter noch viel Überzeugungsarbeit leisten: Eine Studie der Beratungsgesellschaft Deloitte ergab im Januar, dass die meisten Unternehmen noch keinerlei Cloud-Lösungen einsetzen. Hauptgründe waren Angst vor Datenverlust und mangelndes Vertrauen in die Verfügbarkeit. "Leistungsstandards existieren bei den Angeboten derzeit nicht", sagt Robert Horndasch, Deloitte-Partner im Bereich Technologie und Telekommunikation. "Wie sehr sich Cloud-Computing in Deutschland durchsetzen wird, hängt wesentlich davon ab, ob es den Anbietern gelingt, die Sicherheitsbedenken auszuräumen."

Vorteile gegenüber eigener IT Ralph Haupter, Deutschland-Chef von Microsoft, hat die Argumente der Skeptiker bereits oft gehört. Viele davon seien Vorurteile, sagt er. "Unsere Rechenzentren für die Cloud sind deutlich besser gesichert als die überwiegende Anzahl der IT-Systeme, die Unternehmen selbst auf die Beine stellen können." Biometrische Zugangskontrollen, Katastrophenschutz, Notstromaggregate - im Vergleich zu den hohen Standards der großen Cloud-Anbieter schneide der firmeneigene Serverraum in der Regel deutlich schlechter ab. Die Ausfallsicherheit sei in Serviceverträgen eindeutig festgelegt und könne notfalls eingeklagt werden.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

KFR

02.03.2011, 13:45 Uhr

Keine rational handelnde Unternehmung wird ihre vertraulichen Daten und Geschäfts- Zahlungsverkehr freiwillig zur Bedienung der Konkurrenz auslagern; schon gar nicht wenn diese Ziele offizielle staatliche Politik der Heimat-staaten und Dienste der Server ist.
Für wie dumm halten eigentlich ??

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×