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09.01.2007

13:14 Uhr

Apple unter Druck

iPhone soll Apples Image aufpolieren

Apples Musikspeicher iPod ist auf der Messe für Unterhaltungselektronik in Las Vegas allgegenwärtig, aber die Firma selbst ist nicht zu sehen. Während sich Unternehmen aus aller Welt zur CES versammeln, veranstaltet Apple Computer parallel dazu die Hausmesse Macworld in San Francisco.

je LAS VEGAS. Sie wird in diesem Jahr mit Spannung erwartet, denn Apple und ihr legendärer Chef Steve Jobs stehen unter erheblichem Druck. Noch hat der Börsenkurs nur schwach reagiert, aber über dem Unternehmen haben sich jüngst dunkle Wolken gesammelt, und Apple-Fans hoffen, dass Jobs sie auf der Macworld verscheuchen kann.

Während Apple die Kritiken wegen horrender Arbeitsbedingungen bei einem chinesischen Auftragsfertiger von iPods relativ rasch beruhigen konnte, ist es vor allem der Skandal um Optionen, der wie ein Wurm im Apfel sitzt. Eine hausinterne Untersuchung bei Apple kam zu dem Ergebnis, dass Apple in zahlreichen Fällen bei der Gewährung von Optionen deren Ausgabe auf ein Datum zurückgesetzt hatte, an dem der Kurs niedrig war, was für die Empfänger einen schönen Gewinn bedeutete. Wenn dies heimlich geschieht, ist das illegal. Bei Apple war diese Praxis Routine, und Hauptverdächtige sind dabei zwei ehemalige Manager. Jobs habe von dieser Praxis gewusst, habe aber die bilanztechnischen Implikationen nicht erkannt und nicht davon persönlich profitiert, heißt es.

Die Erklärungen zum Schutz von Jobs, der für Apple als unverzichtbar gilt, sind jedoch widersprüchlich und hinterlassen bei vielen einen bitteren Nachgeschmack. Die Untersuchungen der Justiz und der Finanzaufsicht sind noch nicht abgeschlossen. Zusätzlich klagte jüngst ein Aktionär, weil Apple angeblich 1997 unmittelbar vor Bekanntgabe einer Kapitalspritze von Microsoft in Höhe von 150 Millionen Dollar Optionen an vier Manager vergab. Bei Apple kriselte es damals, und die Microsoft-Investition trieb den Apple-Kurs kräftig in die Höhe. Als die dreijährige Sperrfrist für die Optionen ablief, hatte sich der Kurs verdreifacht. Mit neuen Produkten will Apple jetzt raus aus den negativen Schlagzeilen: Auf dem jüngsten Video-iPod hat Jobs schon im Vorfeld der Macworld iTV angekündigt, ein Gerät, das als Bindeglied für die drahtlose Übertragung von Filmen vom iPod auf den Fernseher fungieren soll. Bislang können Nutzer Filme oder TV-Sendungen, die sie von Apples iTunes-Internetservice bezogen haben, nur auf dem iPod oder auf ihrem Apple-Computer ansehen.

Zusätzlich zum iTV wird die Vorstellung eines eigenen Apple-Handys mit Musikspeicher erwartet. Die Rechte für den Namen iPhone hat allerdings Cisco, und angeblich liegt bislang noch keine Genehmigung der Aufsichtsbehörde FCC für das Apple-Musikhandy vor. Gleichwohl könnte Apple das Produkt wie iTV vorab ankündigen. Analysten glauben, dass Apple ein teures MacPhone mit allen Schikanen und ein kleines, leichtes Handy in der Größe des iPod Nano plant.

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