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16.01.2004

13:15 Uhr

Automatische Erstellung von Programmen

Computer programmieren sich selbst

In dieser Woche wurde der Öffentlichkeit das erste System vorgestellt, das nach Angaben der Entwickler in der Lage ist, automatisch lauffähige Programme zu generieren

hiz DÜSSELDORF. Automatische Programmierung von Software ist ein Traum von Anwendern und Entwicklern, der seit den Kindheitstagen des Computers existiert. Was bisher dabei herauskam, sind Programmiersprachen, bei der sich der Software-Entwickler streng an enge formale Richtlinien halten muss. Jeder Anwender kennt die Kehrseite dieses Vorgehens: Fehler in den Programmen. Die Anzahl der Schwachstellen steigt dabei mit der Komplexität der zu lösenden Aufgabe.

Mit einem neuen Ansatz geht das so genannte OlivaNova Model Execution System an die Aufgaben heran. Die spanischen Entwickler der CARE Technologies nennen es eine Programmiermaschine. Das Team um Professor Oscar Pastor aus Valencia investierte in acht Jahren etwa eine halbe Million Ingenieurstunden in der Umsetzung der Idee, aus einer Problembeschreibung eine Software erzeugen zu lassen.

Die Idee, dass nicht Menschen sondern Computer Software schreiben, ist nicht neu. Auf dem Markt erhältliche Systeme wie Rational Rose von IBM oder Together J erstellen anhand eines Modells die Struktur einer Software. Das Programmskelett muss dann von Software-Entwicklern zum Leben erweckt werden. Dabei baut die Programmiermaschine auf der sogenannten formalen Sprache UML (Unified Modelling Language) auf. Dabei werden in einem statischen Modell zunächst die Objekte und deren Beziehungen untereinander beschrieben. Im zweiten Schritt definiert der „Analyst“ die benötigten Formeln. Das dynamische Modell legt schließlich das Laufzeitverhalten und die Aktionen jeder Klasse fest. Im Präsentationsmodell konzipiert man schließlich die Programm-Oberfläche, bevor die Modelle an die Programmiermaschine geschickt werden.

Heraus kommt ein Programm, das wahlweise in einer der gebräuchlichen Programmiersprachen Java, Visual Basic oder demnächst auch in .NET erstellt ist. Mit den Übersetzungsprogrammen, die Softwareentwickler heute verwenden, werden dann aus diesen Quelltexten oder Source-Codes lauffähige Programme. Durch diese zweistufige Architektur könne die Ergebnisse für Windows-, Apple-, Unix- und Linux-PCs sowie auf Mainframe-Computern eingesetzt werden. Erste Projekte, die in der Entwicklungsphase umgesetzt wurden, waren Softwarelösungen für Lagerhaltung, Zimmerreservierungen, Auftragswesen und Abrechnung.

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