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31.08.2012

08:32 Uhr

Beginn der IFA

Die Villa Kunterbunt unter den Messen

Das Messekonzept ist einzigartig: Auf der IFA stehen Hersteller neben Verbrauchern und Unterhaltungselektronik neben Küchengeräten. Die IFA gilt als Leitmesse - auch wenn ihre glorreichen Zeiten schon hinter ihr liegen.

Die IFA gilt als internationaler Treffpunkt der Unterhaltungselektronikbranche. dpa

Die IFA gilt als internationaler Treffpunkt der Unterhaltungselektronikbranche.

BerlinDie erste „Große Deutsche Funkausstellung" im Dezember 1924 in Berlin muss eine nüchterne Premiere gewesen sein. Es gab keine Show, die Zahl der Geräte, vor allem Radios, war übersichtlich. Doch die Messe begeisterte die Massen. 180.000 Besucher drängelten sich im Haus der Funkindustrie um die klobigen, damals voll im Trend stehenden Rundfunkempfänger.

88 Jahre später fasziniert die „Internationale Funkausstellung" (IFA), wie sie heute heißt, noch immer. Nur übersichtlich ist sie nicht mehr.

Die IFA gilt heute als die weltweit bedeutendste Messe für Unterhaltungselektronik und Hausgeräte. Die Hallen am Funkturm im Berliner Westen sind ausgebucht. 1439 Aussteller haben sich angesagt, 1924 waren es 242. Im Verhältnis dazu hat sich die Besucherzahl nur wenig erhöht, erwartet werden gut 200.000 Besucher. Doch das ist längst kein Rekord mehr. Ende der 1960er-Jahre kamen 700.000 Menschen auf die IFA - das war kurz vor Umstellung vom Schwarz-Weiß- zum Farbfernsehen.

Trotzdem: In ihrem Segment sei „die IFA die internationale Leitmesse", sagt Roland Raithel, Kommunikationschef des deutschen Premium-TV-Herstellers Loewe. Raithel beobachtet die Veränderungen der Messe seit 20 Jahren. Loewe selbst, 1923 in Berlin gegründet, war von Anfang an auf der Funkausstellung dabei. „Für uns ist die IFA die wichtigste Messe im gesamten Jahr", sagt Raithel. Auch habe die Veranstaltung an Bedeutung zugelegt, glaubt er. Die Messe sei sehr international geworden. „Die IFA ist der Treffpunkt der Branche."

Die wichtigsten Begriffe der IFA kurz erklärt:

Smart TV

Es geht um einen Fernseher mit Internet-Anschluss. Die Idee ist, dass der Zuschauer auf seinem Smart TV nahtlos zwischen TV-Sendungen und Online-Angeboten umschalten kann. Im vergangenen Jahr war auf der IFA eher von dem Format HbbTV (Hybrid Broadcast Broadband TV) oder Hybrid-TV die Rede, wenn es um das Verschmelzen von traditionellem Fernsehempfang und Online-Video ging. Die knappere Bezeichnung Smart TV hat sich aber durchgesetzt.

OLED

Es ist eine Display-Technik mit organischen Elementen, die große Vorteile gegenüber den heute dominierenden LCD-Bildschirmen bietet. Das Bild ist kontrastreicher, zudem sind OLED-Displays nur wenige Millimeter dünn. Das hat allerdings auch seinen Preis: Obwohl die Hersteller die Kosten in den vergangenen Jahren deutlich senken konnten, sind die ersten großen OLED-Fernseher in diesem Jahr vielfach teurer als LCD-Geräte.

CI+

Diese Technik wird immer häufiger für den Empfang digitaler Programme benötigt. Es ist eine Weiterentwicklung der weitverbreiteten „Common-Interface“-Schnittstelle - aber mit erheblichen Einschränkungen für die Zuschauer. So können die Anbieter verhindern, dass Sendungen aufgezeichnet werden oder den Zeitraum beschränken, in denen man sich die Aufnahmen ansehen kann.

HDMI

Die alten SCART-Kabel haben in Zeiten der Fernsehbilder in hoher Auflösung ausgedient. Wer seinen Blu-Ray-Player oder HD-Empfänger mit ordentlicher Qualität an den Flachbild-Fernseher anschließen will, kommt ohne HDMI (High-Definition Multimedia Interface) nicht aus. Dazu gehört auch der Kopierschutz HDCP.

Streaming

Internet-Inhalte wie Musik oder Filme werden beim Streaming (Strömen) nicht komplett auf eine Festplatte heruntergeladen, sondern direkt aus dem Netz abgespielt. Der Vorteil: Keine Ladezeiten. Der Nachteil: Man braucht eine schnelle und stabile Internet-Verbindung.

Vielleicht ein etwas „eigenartiger" Treffpunkt, wie manche Beobachter sagen und damit das Kunterbunte dieser Messe meinen. Eine Messe gleichzeitig für die Industrie und die Verbraucher. Eine riesige Produktpalette, die von Unterhaltungsgeräten wie Fernseher über Hausgeräte wie Waschmaschinen bis hin zu Smartphones, Tablet-PCs und ein paar Computern reicht. Dazu ein Diskussionsforum für Medienthemen und die tägliche Unterhaltung: Mitmachaktionen, Talks und Autogramme - und Kochshows. Kraut und Rüben, gewissermaßen.

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