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13.04.2011

09:28 Uhr

Best of Blogs

"Ein tunesisches Mädchen" ist das beste Blog der Welt

VonTina Klopp
Quelle:Zeit Online

Von den arabischen Revolutionen bis zur Korruptionsbekämpfung in Russland: Die Jury der Best of Blogs Awards hat vor allem politische Blogs ausgezeichnet.

"A tunesien Girl" wurde von "Best of Blogs" zum Sieger-Blog gekürt. Quelle: Zeit Online

"A tunesien Girl" wurde von "Best of Blogs" zum Sieger-Blog gekürt.

A tunesian girl (ein tunesisches Mädchen) ist das Beste Blog der Welt. Das hat eine Jury mit zwölf Mitgliedern aus der internationalen Netzszene entschieden, die die sogenannten BOBs, die Blog-Awards der Deutschen Welle (DW), zu vergeben hatte.

Zu einer gefährlichen Zeit, als sich die tunesische Bevölkerung im vergangenen Dezember und Januar gegen Unterdrückung und Zensur zur Wehr setzte und dabei ihr Leben riskierte, reiste die tunesische Bloggerin Lina Ben Mhenni, die A tunesian girl betreibt, nach Sidi Bouzid und Kasserine. Von dort berichtete sie über Aufstände und Missstände. Lange war das Blog der 27-jährigen Universitätsdozentin offiziell verboten und konnte nur unter Umgehung staatlicher Zensurmaßnahmen gelesen werden.

Die Auszeichnung der mutigen Tunesierin spiegelt die wachsende internationale Bedeutung von Blogs wider. "Die Reaktionen auf den diesjährigen Wettbewerb zeigen, wie intensiv sich Blogger gerade in Ländern mit eingeschränkter Medien- und Meinungsfreiheit mit dem Thema Menschenrechte befassen", sagte DW-Programmdirektor Christian Gramsch. "Trotz eines mitunter hohen persönlichen Risikos nehmen sie unerschrocken ihr Grundrecht wahr, anderen ihre Perspektive mitzuteilen – auf kleine Begebenheiten des Alltags ebenso wie auf große politische Ereignisse."

Heute schreibt Ben Mhenni über die politische Entwicklung der Region, befasst sich mit Themen wie Diskriminierung und Zensur und verteidigt selbstbewusst ihre Rolle als Bloggerin. Neuerdings moderiert sie die Kommentare zu ihrem Blog und erklärt das so: "Ich selbst habe Beleidigungen und Diffamierung ertragen, aber ich kann es nicht hinnehmen, wenn man meinen Namen benutzt, um andere Leute zu beleidigen. Ich habe nie ein Pseudonym verwendet. Ich habe keine falschen Profile angelegt. Ich habe immer zu dem gestanden, was ich getan und gesagt habe, und habe dafür immer meinen wahren Namen verwendet."

Grund zum Verstecken haben hingegen russische Behördenmitarbeiter und Beamte, die sich bei der Vergabe öffentlicher Aufträge unrechtmäßig bereichern. Solche zweifelhaften Ausschreibungen zu entdecken und im Netz gemeinsam auseinander zu nehmen hat sich das Blog Rospil vorgenommen. Dafür bekam es die Auszeichnung als Best Use of Technology for Social Good.

Ebenso politisch versteht sich die Facebook-Seite We are Khaled Said, die mehr als eine Million Fans hat. Der Ägypter Said kam im Sommer vergangenen Jahres durch Polizeigewalt um, die Seite wurde im Netz zu einem wichtigen, digitalen Anlaufpunkt während der Proteste auf dem Tahrir-Platz im Januar 2011. "Die Seite hat dazu beigetragen, dass die Menschen in Ägypten entschieden für nachhaltige politische Veränderungen in ihrem Land eintreten", schreibt die Jury, und vergab dafür den neu geschaffenen Preis in der Kategorie Best Social Activism.

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